Examensbaukasten: So gestaltest du eine Routine fürs 1. StEx, die zu dir passt

Du hast gerade deine Examensvorbereitung begonnen und kriegst ständig ungefragte Ratschläge, wie eine Vorbereitung auszusehen hat? Wir sind der Meinung, dass nur du am besten weißt, welche Lernroutine zu dir passt. Deshalb stellen wir dir heute zehn Lernmöglichkeiten vor, aus denen du dir deine eigene Examensvorbereitung zusammenstellen kannst.

Kurz vorab noch etwas zur Routine:

Lernen ist höchst individuell. Es bringt wenig, sich ständig mit anderen ExamenskandidatInnen zu vergleichen (auch wenn es natürlich schwer ist, sich ganz davon frei zu machen).

Allerdings sind besonders die Parameter, hinsichtlich derer man sich vergleicht, wenig aussagekräftig. Möglicherweise verbringen andere Personen mehr Zeit in der Bibliothek als du – aber das heißt ja nicht, dass sie diese Zeit effizient nutzen.

Frag dich selbst diese 5 Dinge

Es ist vor allem hilfreich, seine eigenen Fähigkeiten zu kennen und eine Routine darum zu bauen. Hilfreich sind folgende Fragen:

  • Wie viele Stunden am Tag kannst du dich wirklich konzentrieren?
  • Zu welcher Uhrzeit bist du am fokussiertesten?
  • Lernst du lieber zu Hause oder in der Bibliothek?
  • Lernst du lieber alleine oder in der Gruppe?
  • Brauchst du eine rigide Routine oder nur einen losen Plan?

So erkennst du, ob deine Routine etwas taugt

Du erkennst eine gute Routine an drei Dingen:

  1. Sie überfordert dich nicht.
  2. Sie ist (auch an schlechten Tagen) einfach zu befolgen.
  3. Sie bietet so viel Abwechslung, dass sie dich nicht langweilt, aber so viel Regelmäßigkeit, dass du messbare Fortschritte erzielst.
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10 Inspirationen, für deine Lernroutine

1. Lernplan

    Von allen Methoden, die ich heute vorstelle, ist der Lernplan die einzige, die ich zwingend empfehle. Bei einer monate- bzw. jahrelangen Vorbereitung brauchst du einen roten Faden, an dem du dich orientierst. Das bedeutet keinesfalls, dass du einen rigoros getakteten Plan brauchst, der für jeden Tag eine Lerneinheit vorsieht – im Gegenteil. Was du aber brauchst ist eine Übersicht mit allen examensrelevanten Fächern, in dem die wichtigsten Themen aufgelistet sind. So hast du einen Überblick darüber, wie weit du schon gekommen bist und was noch vor dir liegt. Es lohnt sich zudem, Themen, die du dir kurz vor dem Examen noch einmal ansehen willst, rot zu markieren.

    Du kannst dir den Plan selbst erstellen, oder aber auf Listen anderer zurückgreifend. Ich persönlich habe den Lernplan von Repetitorium Hofmann als sehr hilfreich empfunden.

    2. Kurse

    Die meisten Studierenden besuchen ein kommerzielles oder universitäres Repetitorium. Einerseits erklären dir dort Profis noch einmal den examensrelevanten Stoff, andererseits hast du dadurch schon eine Struktur an der Hand, mit der du einzelne Fächer wiederholst. 

    3. Karteikarten-Apps

    Mittlerweile ist es wirklich kein Geheimtipp mehr: Aber spaced repetition, also regelmäßiges Wiederholen durch Abfragen, ist so ziemlich die effektivste Lernmethode. Dafür gibt es einige Karteikarten-Apps. Die wohl gängigste ist die Plattform “Anki”, für die verschiedene Anbieter bereits fertige Jura-Pakete anbieten. Das ist zwar nicht ganz billig, spart aber eine Menge Zeit in der Vorbereitung. 

    4. Karteikarten auf Papier

    Neben digitalen Angeboten kann es auch hilfreich sein, einige Karteikarten schriftlich anzufertigen und z.B. unterwegs zu lernen. Mir persönlich hat es geholfen, die wichtigsten Schemata aller Fächer auf Karteikarten zu notieren und am Ende jedes Lerntages zwei, drei davon zu wiederholen. 

    5. Lernzettel und Mindmaps

    Um gelerntes festzuhalten, kannst du dir Lernzettel oder Mindmaps erstellen. Mit der Hilfe von KI geht das inzwischen sogar ohne großen Zeitaufwand. 

    6. Klausuren schreiben

    Hier dran führt in einer sinnvollen Examensvorbereitung (leider) kein Weg vorbei. Denn obwohl ich es ungerne zugebe: Probeklausren zu schreiben ist unglaublich effektiv. Du wendest den gelernten Stoff an, erschließt dir noch fremde Themen und bekommst vor allem eine Idee dafür, wie die 5 Stunden so ablaufen. Du wirst einen enormen Fortschritt verzeichnen, wenn regelmäßig, d.h. idealerweise wöchentlich, Klausuren schreibst. 

    7. Lerngruppe

    Vielen Studierenden hilft es, in der Gruppe zu lernen. Im besten Fall trefft ihr euch zu zweit oder maximal zu viert und sprecht Fälle durch oder fragt euch den Stoff ab. Wichtig ist nur, dass ihr euch untereinander gut versteht und kein unnötiger Wettbewerb entsteht. Sobald sich jeder traut, auch mal eine “dumme” Frage zu stellen, habt ihr ein gutes Gruppenklima erreicht. 

    8. Podcasts

    Als gute Ergänzung zu einem Lerntag bietet es sich an, Podcasts zu hören. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an spannend aufbereiteten Rechtsprechungs- und Lernpodcasts auf Spotify und Co. Dank KI kannst du dir jedoch auch zu deinem Wunschthema einen Podcast erstellen und so dein Wissen vertiefen. 

    9. Zeitungsartikel

    Um bezüglich der Rechtsprechung auf dem neusten Stand zu bleiben, lohnt sich ab und an ein Blick in eine juristische Ausbildungszeitschrift. Diese stehen in der Regel über die Uni digital und analog zur Verfügung.

    10. Abfragen lassen (von KI)

    Du kannst deinen Lerntag abwechslungsreicher gestalten, indem du dich Gelerntes abfragen lässt. Wenn dir das unangenehm ist, besteht auch die Möglichkeit, dir von KI ein Quiz erstellen zu lassen und so dein Wissen zu testen. 

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    Wir wünschen dir viel Erfolg und starke Nerven für die Examensvorbereitung!