Sechs Strategien, dich wieder für Jura zu begeistern

Kennst du das: Du findest Jura eigentlich interessant, aber fühlst dich festgefahren? Du hast tagelang nicht die geringste Lust, zu lernen oder überhaupt an die Uni zu denken? Kein Problem! In diesem Beitrag möchte ich dir sechs Strategien vorstellen, mit denen du dich aus einem Motivationstief befreien kannst.

1. PhilosophIn Stell dir die eine große Frage. Frage dich „Warum?“. Warum studierst du Jura? Was hat dich damals dazu bewogen, das Studium aufzunehmen? Welche Jobaussicht motiviert dich, dein Staatsexamen zu absolvieren? Was interessiert dich an den Rechtswissenschaften? Nimm dir Zeit, die Fragen für dich genau zu beantworten und schreibe sie vielleicht in ein Notizbuch – so vergisst du dein „Warum“ nicht mehr.

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2.AbenteurerIn Plane dein nächstes Jura-Abenteuer. Buche einen Auslandsaufenthalt an einer fremden Uni, bewirb dich für ein richtig spannendes Praktikum, schicke endlich die Bewerbung für die Stelle als studentische Hilfskraft an deine/n Prof oder werde Mitglied bei der studentischen Rechtsberatung. Ganz egal was – finde etwas, das den trockenen Jurastoff mit dem Alltag verbindet. Der Motivationsschub ist vorprogrammiert!

3.Nerd Werde zum Nerd: Höre Podcasts, schau Dokumentationen oder lies Bücher mit Jurabezug und lasse dich für ein Thema begeistern. Das ist deine Chance, dich in einem Bereich schlau zu machen, der in der Uni nicht behandelt wird. Ganz automatisch wird deine Motivation steigen, wenn du den ein oder anderen Fakt kennst, der dir beim gewöhnlichen Lernen verborgen geblieben wäre.

4.Studygrammer Manchmal reicht schon eine kleine Veränderung im Außen, um wieder Spaß am Studienfach zu finden. Vielleicht lässt du dich von einem der vielen Study accounts im Netz inspirieren und richtest dir eine gemütliche Lernecke zu Hause ein. Wie wäre es, mal den Schreibtisch umzustellen, die Schubladen neu zu sortieren, den Desktop am Computer wieder aufzuräumen oder die Lernecke durch etwas Dekoration zu verschönern?

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5.TeamsportlerIn Geteiltes Leid ist halbes Leid. Widersetze dich dem Stereotyp des Einzelkämpfers im Jurastudium und gründe eine Lerngruppe. Wer anderen den Studienstoff erklären kann, lernt nicht nur effektiver, sondern hat auch viel mehr Spaß. Vielleicht hast du ja KommilitonInnen, die auch Lust hätten regelmäßig zusammen zu lernen.

6.Zen-Mönch Vielleicht brauchst du einfach eine Auszeit. Ein paar Tage weg vom Schreibtisch und ganz ohne Jura, um alles wieder auf null zu setzen. Genieße deine freie Zeit, besuche Freunde oder Familie und mache etwas, das seit langem zu kurz kommt: einen Ausflug, Filmeabend, Spa-Tag, etwas kreatives, etc…

Welcher der Motivationstypen bist du? Teile es uns gerne auf Instagram @goldwaage.jura mit.

Solltest du Jura studieren? So findest du es heraus

Ist Jura das richtige Studienfach für dich? Wir haben in diesem Post allerhand Möglichkeiten zusammengetragen, anhand derer du das herausfinden kannst.

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Selbsttests 

Viele Universitäten bieten online Tests an, anhand derer du abgleichen kannst, ob deine Vorstellung von einem Jurastudium mit der Realität übereinstimmt. Diese Angebote sind im kostenlos und enthalten Informationen zum Aufbau und Ablauf des Studiums, Anschauungsstundenpläne und Beispiele für die juristische Arbeitsweise. Ich selbst habe vor meinem Studium mehrere solcher Tests gemacht und fand sie wirklich gut, um ein Bild vom Studiengang zu bekommen. Hier findest du:

Vorlesungen

Hilfreich ist es auch, sich einmal eine Vorlesung anzuhören. Normalerweise ist es möglich, sich einfach in einen Hörsaal hineinzusetzen. Während der Pandemie finden jedoch die Vorlesungen online statt. Zum Glück gibt es im Internet einige Aufzeichnungen, die ebenfalls ein gutes Bild vermitteln. Es ist durchaus sinnvoll, sich mal einige Minuten davon anzuhören – nur mach dir keine Sorgen, falls der Stoff für dich anfangs nicht super einleuchtend erscheint. Richtig lernen, sollst du ja erst ab dem ersten Semester.

YouTube

Dank YouTube kannst du dir auch von erfahrenen Juristen erklären lassen, warum sie Jura studiert haben und was für sie der Schlüssel zu einem erfolgreichen Studium war.

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Werde dir deiner Motivation klar

Du kannst dich zwar im Voraus schon viel informieren – aber das Jurastudium ist laaang. Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du an einen Punkt stoßen, an dem du mal an deiner Studienwahl zweifelst. Deshalb ist es gut, dich schon früh zu fragen, was dich antreibt? Hier ein paar Fragen, die du dir selbst stellen kannst:

-Warum ausgerechnet Jura? Wird es in deiner Familie von dir erwartet? Machst du es wegen der Jobaussichten? Aus politischem Interesse? Gibt es andere Studienfächer die dich auch, bzw. mehr interessieren? (Keine der Antworten ist gut oder schlecht – du solltest dir nur im Klaren darüber sein)

-Wie stellst du dir deinen Studienalltag vor? Bist du bereit in den Semesterferien Praktika zu absolvieren und Hausarbeiten zu schreiben? Kannst du mit der oft sehr strengen Bewertung von Prüfungen leben?

-Bist du bereit, dich einzuarbeiten? Gehst du gerne mit Sprache um? Bist du bereit, dich intensiv in neue Themen einzulesen und lange Texte im Gutachtenstil zu schreiben?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Sich im Voraus schlau machen ist sinnvoll. Aber kein Testergebnis, kein Reinschnuppern in eine Vorlesung kann ein echtes Jurastudium simulieren. Ich habe eine Freundin, die sich seit Kindheitstagen sicher war: Sie wird Juristin. In allen Tests der Berufsberatung waren ihre Ergebnisse überragend. Wir waren uns sicher, dass Jura genau ihr Ding ist. Nach zwei Semestern an der Uni hat sie abgebrochen – es hat ihr einfach nicht gefallen. Jetzt studiert sie etwas anderes und ist sehr glücklich.

Bei mir war es genau andersherum. Viele in meinem Bekanntenkreis schlugen mir nach dem Abi vor: Mach doch Jura. Und mein Standardspruch war „Ich studiere alles außer Medizin, BWL und Rechtswissenschaften.“ Tja- nach zwei Semestern Sprachstudium gestand ich mir dann ein: Ich will doch Jura studieren. Eigentlich schon die ganze Zeit. Ich habe mich schließlich für Rechtswissenschaften an meiner Uni eingeschrieben und es seither keine Sekunde bereut.

Was ich damit sagen will ist: Mach dich im Voraus nicht verrückt. Wenn du Lust hast, Jura zu studieren, probiere es aus. Du kannst daraus so oder so nur lernen.

Mehr zu dem Thema: Das erste Semester Jura: Das erwartet dich

Wie ist das Jurastudium aufgebaut?

Du hast dich schon immer gefragt, warum das Jurastudium so lang ist? Das wollen wir dir in diesem Beitrag, anhand des genauen Aufbau des Studiums, erklären. 

Vorweg muss angemerkt werden: Die Ausbildung unterscheidet sich teilweise stark von Bundesland zu Bundesland. Das betrifft nicht nur die Fächer, sondern auch den Ablauf des Studiums. Wir möchten dir hier die Grundbausteine, aus denen das Studium besteht, erläutern. Falls du genaue Angaben suchst, wirf mal einen Blick in die JAPO (Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung) deines Bundeslandes. Dort steht alles im Detail. 

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Die ersten Semester an der Uni  Wie jeder Studiengang beginnt auch das Jurastudium mit Semestern an der Uni. In Vorlesungen und kleineren Unterrichtseinheiten lernst du die Grundlagen der deutschen Rechtswissenschaft. In einigen deiner Semesterferien musst du zudem Pflichtpraktika absolvieren. 

Die Zwischenprüfung  Nach einigen Semestern (an den meisten Unis ab dem vierten Semester) trittst du deine Zwischenprüfung an. Dafür musst du Klausuren und Hausarbeiten in den Grundlagenfächern bestehen. Der Zeitraum, diese Prüfungen abzulegen, ist oftmals begrenzt. Wenn du die Prüfung bestanden hast, geht dein Studium mit den Vorlesungen für Fortgeschrittene weiter. 

Der Schwerpunkt  Ab ca. dem fünften Semester kannst du beginnen, Vorlesungen zu einem Schwerpunkt deiner Wahl zu hören und Prüfungen zu schreiben. Jede Uni bietet verschiedene Schwerpunkte an, dazu gehören beispielsweise Kriminologie, Europarecht oder Medienrecht. Einige Studierende wechseln extra für ihren Schwerpunkt noch einmal die Uni. Andere entscheiden sich, den Schwerpunktbereich nach dem ersten Staatsexamen zu absolvieren. 

Das Repetitorium  Wenn du alle Grundlagen- und Fortgeschrittenenübungen bestanden hast, kannst du mit der intensiven Vorbereitung auf das Examen beginnen. Viele Studierende besuchen hierfür ein sogenanntes Repetitorium, bei dem sie den Examensstoff wiederholen, Probeklausuren schreiben und sehr viel lernen. Die meisten Studierenden bereiten sich sechs bis 18 Monate auf die Examina vor. 

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Der Freischuss  Wenn du schnell genug mit dem Studium fertig bist, kannst du den sogenannten “Freischuss” antreten. Dabei handelt es sich um einen zusätzlichen Examensversuch. Im Regelfall hat jeder Studierende zwei Versuche, mit dem Freischuss jedoch einen Versuch mehr. Falls du diesen nicht bestehen solltest, kannst du deine weiteren zwei Versuche noch antreten, ohne dass dem ersten Versuch weitere Beachtung geschenkt wird. In vielen Bundesländern muss der Freischuss bis zum zehnten Semester geschrieben werden. Jedoch werden Auslandsaufenthalte davon abgezogen und Engagement, wie Arbeit beim Fachschaftsrat, Teilnahmen am Mootcourt u.ä. werden mit einem Extrasemester vergütet. 

Das erste Staatsexamen  Dann ist es soweit. Das erste Examen steht an. Dieses setzt sich aus sechs bis sieben schriftlichen Klausuren und einer mündlichen Prüfung zusammen. Wenn du es bestanden hast, kannst du den praktischen Teil der Juraausbildung beginnen. 

Das Referendariat  Im Referendariat beginnst du nun endlich, als Jurist zu arbeiten – und wirst dafür auch bezahlt. Das Referendariat erstreckt sich über zwei Jahre, die du an verschiedenen Stationen (in der Regel Zivilrecht-, Strafrecht-, Verwaltungsrecht und Wahlstation) verbringst. 

Das zweite Staatsexamen  Um VolljuristIn zu werden und als AnwältIn, RichterIn oder StaatsanwältIn zu arbeiten, musst du auch noch ein zweites Staatsexamen absolvieren. Dieses besteht ebenfalls aus sieben Klausuren und einer mündlichen Prüfung. Danach hast du es (endlich) geschafft und bist Volljurist. 

Du siehst – nicht nur der Aufbau, sondern auch die Länge des Studiums kann stark variieren. Du selbst kannst auch Einfluss darauf nehmen und entscheiden, so schnell wie möglich alle Prüfungen zu absolvieren und dich ins Berufsleben zu stürzen – oder dir Zeit zu lassen, eventuell einen Auslandsaufenthalt oder andere Aktivitäten in dein Studium einzubauen und die Studienzeit dadurch verlängern.

Das erste Semester Jura: Das erwartet dich

Du hast dich bei einer Uni für den Studiengang „Rechtswissenschaften“ eingeschrieben, aber weißt gar nicht genau, was jetzt auf dich zukommt? Kein Problem! In diesem Beitrag erklären wir es dir, anhand der wichtigsten Bausteile, aus denen sich das Studium zusammensetzt.

Vorlesungen Ganz klassisch besteht das Jurastudium zu einem Großteil aus Vorlesungen. Im ersten Semester wirst du dir wahrscheinlich einen Überblick über die drei Rechtsgebiete Strafrecht, Privatrecht und Öffentliches Recht verschaffen und lernen mit den vorerst wichtigsten Gesetzen (dem StGB, dem BGB und dem Grundgesetz) umzugehen. Zusätzlich besuchst du im ersten Semester sogenannte Grundlagenvorlesungen zu Fächern wie Rechtsphilosophie, Rechtsgeschichte oder Recht und Wirtschaft. 

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AG/ Seminare/ VKs Diese Begriffe meinen dasselbe, werden nur von Uni zu Uni verschieden angewandt. Eine AG erinnert ein wenig an den Unterricht in der Schule. Zusammen mit einer Lehrperson geht ihr hier in einer kleineren Gruppe Fälle durch und wendet den theoretischen Stoff aus den Vorlesungen an. An einigen Unis ist die Anwesenheit in solchen Veranstaltungen Pflicht. 

Fälle In den AGs oder VKs wirst du das, was du in der Vorlesung an Theorie gelernt hast, an Fällen üben. Hierbei sollst du lernen, den Gutachtenstil richtig anzuwenden und dein Wissen praktisch umsetzen. 

Ein Fall im Privatrecht kann zum Beispiel so aussehen:  Person A sieht in einem Schaufenster ein Handy liegen. Auf einem kleinen Schild darunter steht „Handy: Kaufpreis 400 Euro“. A betritt den Laden und möchte von B, dem Verkäufer, das Handy kaufen. Dieser weigert sich jedoch und sagt, das Handy sei nur zu einem Preis von 500 Euro erhältlich. Hat A Ansprüche gegen den B?

Hausarbeit Im Regelfall schreibst du bereits nach dem ersten Semester, in deiner vorlesungsfreien Zeit, deine erste Hausarbeit. Die Hausarbeit ist ein Aufsatz, bei dem du auf 15-25 Seiten (je nach Semester und Uni) einen juristischen Fall löst. Dabei sollst du beweisen, dass du die Grundlagen des Gutachtenstils drauf hast und mit juristischer Literatur arbeiten kannst. 

Klausuren Neben einer Hausarbeit schreibst du im Regelfall bereits am Ende des ersten Semesters eine Klausur in einem der Grundlagenfächer (z.B. Rechtsphilosophie). Je nach Uni, wird möglicherweise auch von dir erwartet, eine Klausur in einem der Rechtsgebiete zu schreiben. An vielen Universitäten folgt dies aber erst im zweiten Semester.  

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Musterstudienplan Sehr hilfreich, um dir einen Überblick zu verschaffen, sind sogenannte Musterstudienpläne. Diese findest du auf der Website deiner Fakultät. Hier wird genau aufgeschlüsselt, welche Kurse du in welchem Semester belegen kannst, um in der Regelstudienzeit dein Studium zu absolvieren. Es lohnt sich besonders in den ersten Semestern daran zu halten – es ist allerdings nicht verpflichtend. 

Andere Notengebung Vielleicht hast du schon davon gehört: Die Notenskala im Jurastudium ist gänzlich anders als die im Bachelor-System. Die Skala reicht von 0 bis 18 Punkten. Mit vier Punkten ist eine Prüfung bestanden, ab neun Punkten spricht man von einem “Prädikat”, was für viele Studierende das Äquivalent zu einer richtig guten Note ist – denn 18 oder auch nur über 10 Punkte zu erreichen, ist wirklich schwer und definitiv nicht der Durchschnitt. 

Was musst du vor dem Jurastudium tun? Gar nichts! Du kannst dir Vorlesungen oder Jurapodcasts online anhören und dir ein Bild davon verschaffen, ob das etwas für dich ist. Du kannst dir überlegen, was deine Motivation ist und was du machst, falls es dir doch nicht gefällt. Aber mach dich nicht verrückt. Alle fangen im ersten Semester bei Null an und du gehst zur Uni, um dort zu lernen – nicht, weil du schon so viel Verständnis von den Rechtswissenschaften hast. 

Keine Sorge, das hört sich zuerst viel auf einmal an – aber wir versprechen, es bleibt bei alledem noch genug Zeit, neue Freunde zu finden, Spaß außerhalb der Uni zu haben und sich langsam an die neuen Studienfächer heranzutasten.

Neun Empfehlungen Jura zu lernen, ohne zu lernen

Du willst dich neben deinem Studium noch über juristische Themen auf dem Laufenden halten? In diesem Post stellen wir dir neun Möglichkeiten vor, bei denen du etwas lernst, ohne an den Schreibtisch gefesselt zu sein. 

I. Jura zum Hören

Sprechen wir über Mord?!

In Sprechen wir über Mord von SWR2 bespricht Journalist Holger Schmidt, zusammen mit Prof. Thomas Fischer – ganz genau, der ehemalige Richter am BGH – Kriminalfälle aus Deutschland. Das Tolle: Hier trifft sorgfältige Recherche auf eine juristische Expertenmeinung. Thomas Fischer erklärt sehr verständlich komplexe strafrechtliche Themen und gewährt spannende Einblicke in den Richteralltag.

Kurzerklärt

Was passiert, wenn ein Jurastudent und Wirtschaftsstudent einen Podcast aufnehmen? Genau das haben sich wohl auch Basti und Kourosh gefragt – heraus kam Kurzerklärt. Ein Podcast, in dem die beiden sehr konkrete Studieninhalte erklären, spannende Interviews führen und auch mal über eigene Prüfungserfahrungen quatschen. Dadurch, dass die beiden verschiedene Fächer studiert haben, ist der Podcast besonders interessant – denn so sind die beiden gezwungen, dem Gegenüber abstrakte Themen möglichst einfach zu erklären, was das Hören nicht nur einfach, sondern wirklich unterhaltsam macht. 

#Fußnote

Prof. Martien Fries, der derzeit in München lehrt und Anwalt Dr. Dominik Herzog beantworten in #Fußnote Fragen rund ums Studium. Dabei schaffen es die beiden, ihre Begeisterung für die Rechtswissenschaften zu teilen, wichtige Tipps zu geben – und das ganze auch noch ziemlich humorvoll. Am Ende jeder Folge stellt Prof. Martin Fries außerdem zwei aktuelle Gerichtsentscheidungen aus dem Zivilrecht vor, sodass man auch fachlich etwas für sich mitnehmen kann. 

FAZ Einspruch

Die Redakteure Constantin van Lijnden und Corinna Budras haben beide selbst Jura studiert und sprechen im wöchentlichen Podcast FAZ Einspruch über aktuellste Gerichtsentscheidungen. In regelmäßigen Abständen laden sie Interview-Gäste ein und befragen hochrangige Juristen zu viel-diskutierten Themen.

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II. Jura zum Lesen

Legal Tribune Online (LTO)

LTO ist ein Online-Magazin, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, über aktuelle politische und juristische Nachrichten Bericht zu erstatten. Zudem findest du hier regelmäßig Beiträge zu Karriere, Beruf und Jurastudium

FAZ Einspruch

Neben dem Podcast gibt es FAZ Einspruch auch noch als Print, beziehungsweise Online-Medium. Auch hier gibt es aktuelle Berichterstattung rund um die Justiz, sowie Beiträge zu Beruf und Ausbildung. 

Jurios 

Du suchst nach ein wenig Abwechslung zwischen den ernsten Jura-Nachrichten? Dann schau mal auf der Website von JURios vorbei. JURios ist ein Online-Magazin, dass über kuriose, skurrile und brisante Meldungen aus der Justiz berichtet. Wusstest du zum Beispiel, dass einem Mieter das Mietverhältnis fristlos gekündigt werden kann, wenn er in Verdacht steht, den Vermieter getötet zu haben? Wir wissen es jetzt – dank JURios.

Newsletter des BGH und BVerfG 

Wenn du Informationen aus erster Hand suchst, kannst du auch die Newsletter des BGH oder des BVerfG abonnieren, um immer die aktuellsten Pressemitteilungen direkt per E-Mail zu erhalten. 

The Hip-Hop-Law Journal

Hiphop und Jura zusammen? Das geht, beweisen die Blogger von The Hip-Hop-Law-Journal. Auf ihrem Blog berichten sie von Nachrichten aus der Rap und Jura-Welt und greifen dabei zB Themen wie den Strafprozess des Rappers Bushido auf. Besonderes Highlight: Auf ihrem Instagram Kanal teilen sie regelmäßig Eselsbrücken, die juristische Streitstände durch Songtexte erklären.

Du suchst nach Literatur, die mit Jura zu tun hat? Du willst Klassiker lesen, die keine Lehrbücher sind? Dann schau mal in unserer Rubrik Legal Bookclub vorbei.

Der größte Trugschluss im Studium

Oder: Wie Druck deine Leistung killt

Wir glauben an einen Trugschluss. Viele von uns so sehr, dass sie lieber im Burn-Out enden würden, als ihn zu hinterfragen. Der Gedankengang, von dem ich spreche, lässt sich in eine einfache Formel herunterbrechen: Mehr Stress/Druck = bessere Leistung.

Dass diese Rechnung nicht unbedingt aufgeht, habe ich, wie viele andere, schon selbst erfahren – und ertappe mich dennoch immer wieder dabei, selbst unglaublichen Druck auf mich auszuüben.

Jeder von uns kennt Sätze wie: “Ich kann nur unter Stress gut arbeiten.” 

Tatsächlich gibt es viele wissenschaftliche Studien, die den Zusammenhang von zu viel Druck und schlechten Leistungen beweisen. Eine davon hat meine Einstellung zu Leistungsdruck extrem verändert. 

Es handelt sich dabei um das Yerkes-Dodson-Gesetz. (Einen sehr ausführlichen Beitrag dazu habe ich beim Blog Motiviert Studiert gefunden). Vereinfacht gesagt, haben die Forscher entdeckt, dass Leistung mit zunehmendem Druck nicht immer besser wird, sondern ab einem bestimmten Punkt stetig wieder abnimmt. Die Idee ”Mehr Stress = mehr Leistung” ist also nur bis zu einem bestimmten Punkt wahr – ab dann bewirkt mehr Druck genau das Gegenteil: Nämlich weniger Leistung.

Unsere Aufgabe ist es also, die richtige Balance zu finden. Ein Mindset, das uns gerade so viel stresst, dass es uns anspornt, aber niemals zur Überforderung führt. 

Bei mir persönlich löst der Gedanke an eine Klausur noch keinen Stress aus. Erst wenn ich anfange, extreme Maßstäbe an mich zu setzen (“Das muss ein Prädikat werden”…), entsteht bei mir übermäßiger Druck. Ich weiß also, wie ich das umgehen kann: Statt meinen Fokus auf die Endnote zu setzen, probiere ich mich bestmöglich vorzubereiten. Sodass ich weiß, dass ich alles verstanden haben. Das gibt eine unheimliche Ruhe. Umgekehrt spornt es mich an, zu wissen, dass bald eine Klausur vor der Tür steht. Es motiviert mich, zu lernen und am Ball zu bleiben – ohne jedoch starken Druck auf mich auszuüben.

Falls du also merkst, dass du bereits an einem Punkt bist, an dem der Druck dich nicht mehr anspornt, sondern lähmt, unternimm etwas dagegen! Gönne dir eine Pause, hinterfrage die Ursachen für deinen Druck, mache etwas, das dir Spaß macht – bis du das Gefühl hast, dass der Druck sinkt.

Eine einzige Frage, die dir helfen wird, deine Ängste im Studium zu überwinden

Angst ist ein schlechter Ratgeber, das ist kein Geheimnis. Als ich mein Studium begann, überkam mich regelmäßig ein Anflug von Panik, der sich schnell zu einer ausgewachsenen Zukunftsangst entwickelte. Anfangs dachte ich noch, ich sei die Einzige mit solchen Befürchtungen: 

-Was ist, wenn ich nicht genug mache? -Was ist, wenn ich durch die Prüfung falle?  -Was ist, wenn ich mein Examen nicht bestehe?  -Was ist, wenn ich später keinen Job finde? 

Im Verlauf meines weiteren Studiums wurde mir allerdings klar, dass ich nicht allein war – viele meiner Freunde und KommilitonInnen machten sich die gleichen Sorgen. 

Ziemlich irrational, oder? 

Diese Befürchtungen kommen jedoch nicht von irgendwo her. Der rechtswissenschaftliche Studiengang ist in Deutschland so aufgebaut, dass alle Bemühungen und jahrelanges Studieren bei einem verpatzten Staatsexamen für die Katz waren. Das wissen wir JurastudentInnen – denn daran werden wir ab Beginn des Studiums ständig von ProfessorInnen und StudentInnen aus höheren Semestern erinnert. 

Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Studierende, bei der Abgabe einer einfachen Hausarbeit oder spätestens mit Aufnahme der Examensvorbereitungen, in einen extremen Stress verfallen, der sich bei einigen zu starken Ängsten entwickelt. 

Irgendwann, ich schätze es war im dritten Semester, als mich gerade wieder einen Anschub von Zukunftsängsten beschlich, fragte ich mich jedoch: 

“Was ist das Schlimmste, das passieren kann?” 

Diese Frage (und insbesondere ihre Antwort) änderte vieles. Was ist denn das Schlimmste, das einem im Jurastudium passieren kann? 

-Durchzufallen in einer Klausur?  -Keine Top-Noten im Lieblingsfach zu schreiben?  -Das Staatsexamen nicht zu bestehen? 

Klar, diese Dinge sind alle wahnsinnig unangenehm, niederschmetternd oder zermürbend. Aber sie wären auch nicht das Ende der Welt. 

Was mir damals klar wurde, ist, dass ich nicht vorhersehen kann, was in der Zukunft geschieht. Es kann sein, dass ich jetzt “nicht richtig lerne” und mir das im Examen zum Verhängnis wird. Es kann auch sein, dass ein Schicksalsschlag geschieht, ich in schlechter Verfassung meine Prüfung antrete muss, etc. 

Aber es wäre nicht das Ende. 

Es gibt Zweitversuche, nicht nur für verpatzte Prüfungen während des Studiums, sondern auch für das Examen. Es gibt Berufe und Perspektiven außerhalb von Jura.  

Als mir das klar wurde, fiel ein riesiger Druck von mir ab. Ich stresse mich seitdem weniger wegen Noten – und erhalte auch ohne die ständige Anspannung Ergebnisse, mit denen ich zufrieden bin. Vor allem aber, gehe ich nicht mehr vom Hundertsten ins Tausendste und kann dadurch verhindern, in die Panik-Falle zu tappen. 

Hat dir der Beitrag geholfen? Dann teile ihn gerne oder schreib uns deine Gedanken dazu via Instagram @goldwaage.jura oder per Mail @goldwaage.jura[at]gmail.com

Falls du das Gefühl hast, dass deine Ängste jedoch über ein erträgliches Maß hinausgehen, suche dir Hilfe. Sprich mit Freunden und Familienmitgliedern darüber oder mit einem Profi, wie einem Unipsychologen. Ein bisschen Druck gehört im Studium dazu – aber du solltest nicht darunter leiden.

Sechs Hacks für die Hausarbeit (von denen ich wünschte, ich hätte sie früher gekannt)

Willst du wissen, wie du deine Hausarbeit noch effektiver schreiben kannst? Dann bist du hier genau richtig. Ich habe dir sechs Methoden aufgeschrieben, dank derer meine Hausarbeiten bisher immer erfolgreich verlaufen sind.

  1. Parallel “Remonstration” schreiben 

Meine beste Hausarbeit (Prädikat) schrieb ich ausgerechnet, als ich den Sachverhalt am verwirrendsten fand. Doch das war kein Zufall. 

Der Sachverhalt in der Hausarbeit war so anspruchsvoll, dass ich gezwungen war, ständig abzuwägen: Prüfe ich aktives Tun oder Unterlassen, führe ich das Problem X lange aus oder liegt der Schwerpunkt ganz woanders, und so weiter… Um sicher zu gehen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, versetzte ich mich schon während des Schreibens in die Rolle der/des Dozierenden und hielt meine Erwägungen in einer Tabelle fest, fast wie bei einer Pro-Contra-Liste. Das Gute war: So konnte ich jeden Teil meiner Hausarbeit begründen. Es hatte aber noch einen weiteren Vorteil, denn ich hatte parallel quasi meine Remonstration geschrieben. Für den Fall, dass ich eine schlechte Note bekommen sollte, hatte ich nun schon ein Dokument, in dem alle meine Abwägungen notiert waren – zum Glück musste ich von diesem gar keinen Gebrauch machen, denn die Note stimmte auch so.

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2.Dokumente scannen oder als Ebook herunterladen

Die Anzahl der Bücher in der Bibliothek ist begrenzt, Zeitschriften sind ständig vergriffen und wie oft hatte ich schon eine Quelle im Hinterkopf und habe dann aber wieder vergessen, welche genau es war?

Deswegen scanne ich alles für mich relevante (natürlich copyright-konform ;)) und speichere es in der Regel auf einem USB-Stick. Seien es Kapitel in einem Lehrbuch oder wichtige Artikel in Zeitschriften. Auch Online-Artikel lade ich mir immer herunter und speichere sie in einem extra Ordner. So habe ich nie das Problem, eine Quelle nicht mehr zu finden. Besonders wichtige Artikel oder Passagen drucke ich mir oft auch aus, um darin zu markieren und sie später richtig zu zitieren.

3.Nach Veröffentlichungen der Dozierenden schauen

Es gibt sie wohl an jeder Uni: ProfessorInnen, die Studierenden ihr eigenes Buch als Kursliteratur empfehlen, sich ganz nonchalant in jedem ihrer Aufsätze selbst zitieren und nicht müde werden, in den Vorlesungen auf ihre neuesten Publikationen aufmerksam zu machen.

Das ist unser Vorteil! Achte bei jeder Hausarbeit darauf, ob der Dozent oder die Dozentin zu diesem Thema schon etwas veröffentlicht hat. Anhand solcher Publikationen kannst du nämlich erkennen, worauf Wert gelegt wird und welche Meinung möglicherweise von den Dozierenden vertreten wird.

Ich persönlich habe schon in zwei Hausarbeiten Aufsätze meiner ProfessorInnen zu den Thematiken gefunden und konnte mir das dann zu nutze machen.

4. Arbeitsfortschritt dokumentieren 

Ich habe mir angewöhnt, nach jeder Lerneinheit eine Notiz auf meinem Computer zu verfassen, in der steht, an welcher Stelle ich aufgehört habe.

“Seite 123 im Kommentar X – klären, ob eine objektive Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt”

So weiß ich beim nächsten Mal ganz genau, wo ich weitermachen muss und verschwende keine Zeit, mich wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen. Du kannst das ganze auch noch weiter ausführen und ein Dokument anlegen, in dem du jeden Tag deine Arbeitsschritte aufschreibst. So kannst du festhalten, welche Fortschritte du tagtäglich machst. 

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5. Handy ausschalten oder zu Hause lassen 

Wir wissen es doch alle und dennoch begehen wir immer wieder den selben Fehler: Smartphones halten uns vom Arbeiten ab und verlängern unsere Arbeitszeit nur unnötig. 

Hier ein paar Tipps, wie du es schaffst, deinem Handy wirklich fern zu bleiben:

  • Stelle dein Handy in den Flugmodus und stelle dir einen Timer, z.B. für 45  MInuten, in denen du dich nicht ablenken lässt
  • Wenn du in der Bibliothek bist, verbinde dein Smartphone nicht mit dem Uni-Wlan und stelle die mobilen Daten aus
  • Die App “Forest” ist bei vielen Studierenden sehr beliebt. Man wird dort für das Sperren des Handys belohnt- in der App pflanzt man nämlich jedes Mal, wenn man sein Handy für eine gewisse Zeit sperrt, einen (animierten) Baum, der nur überlebt, wenn die App nicht geschlossen wird. 

6. Alte Hausarbeiten nutzen

In fast jeder Universität bietet der Fachschaftsrat Jura den Studierenden an, gegen einen geringen Aufpreis alte Hausarbeiten und Klausuren einzusehen und zu kopieren. Das solltest du unbedingt tun! Du kannst auf diese Art sehen, worauf die Korrektoren besonders Wert legen, dich an der Struktur orientieren und dir die ein oder andere Inspiration für weiterführende Literatur suchen. Daneben findest du auch in den gängigen juristischen Zeitschriften Klausur- und Hausarbeits-Lösungen. 

Für mich persönlich ist die Beschaffung von Altklausuren und -Hausarbeiten immer der allererste Schritt, mich auf die anstehenden Prüfungen einzustellen. 

Ich hoffe, dass dir der Beitrag geholfen hat und du vielleicht den ein oder anderen Tipp gebrauchen kannst. Falls du weitere Ideen hast, schreib uns gerne eine Mail oder per Instagram @goldwaage.jura.

Die richtige Gliederung für eine Jura-Hausarbeit

Jura ist ein strenges Fach, das wird jedem Studierenden schnell deutlich. Neben dem Gutachtenstil und den richtigen Quellen, legen Korrektoren auch auf eines besonders viel Wert: Die korrekte Gliederung. Denn auch diese ist – wie so oft – im Jura-Studium anders als in anderen Fächern.

Ein juristisches Inhaltsverzeichnis umfasst normalerweise mehrere Seiten, was anfänglich etwas abschreckend aussehen kann. Die Länge ist jedoch der genauen Untergliederung geschuldet, die der Gutachtenstil vorsieht, die jedoch glücklicherweise nicht schwer zu verstehen ist.

Während in vielen Fächern eine Gliederung frei gestaltet werden kann und einem einfachen Schema folgt…:

  1. Thema 
    1. 1 Thema eins im Detail
      1. 1.2. ….
  2. Thema zwei

… ist das in den Rechtswissenschaften etwas kompliziert. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du eine korrekte und logische Gliederung erstellst.

Im Grundsatz folgt die Gliederung diesem Schema:

(man kann theoretisch noch weiter Untergliedern, allerdings besteht die Gefahr, das Gutachten dadurch zu zerstückeln) 

Aber wann unterteile ich in die Folgenden Gliederungspunkte? 

Im Grundsatz gilt: 

Großbuchstaben Die Hauptüberschrift des Falls oder ein eigenständiger Teil des Sachverhalts wird in der Regel durch einen Großbuchstaben gekennzeichnet. So kannst du untergliedern A. Tatbestand eins; B. Tatbestand zwei,… und so weiter.

Römische Zahlen Anspruchsgrundlagen oder Tatbestände werden durch römische Zahlen gekennzeichnet und voneinander abgegrenzt, schließlich beinhaltet ein Fall oft mehr als nur ein Delikt, was zu prüfen ist.  So prüft man im Strafrecht zum Beispiel: 

I. §242 (Diebstahl)  II.§303 (Sachbeschädigung)  III.

Tipp: Beachte, dass in jedem Rechtsgebiet eine strenge Reihenfolge der Anspruchsgrundlagen/ Tatbestände herrscht.

Arabische Ziffern und Kleinbuchstaben In den weiteren Gliederungspunkten grenzt man dann – je nach Fach, die einzelnen Definitionen und Streitstände voneinander ab. Prüft man Beispielsweise Ansprüche aus einem Kaufvertrag gem. §433 I 1 BGB, sieht das wie folgt aus:

A. Anspruch aus §433 I 1 BGB -> An dieser Stelle würde dann ein Obersatz stehen 

1. Vorliegen eines Kaufvertrages 

a. Angebot

b. Annahme 

c. Essentialia negotii

… 

Die Punkte, nach denen du dein Gutachten unterteilst, solltest du im Inhaltsverzeichnis dann auflisten. Es gibt natürlich keine Universallösung für eine Untergliederung, wichtig ist nur, dass die Einteilung schlüssig ist. Das bedeutet, ein Unterpunkt z.B. „1.“ darf nur aufgemacht werden, wenn mindestens noch ein „2.“ folgt. Falls du dir in einer Unterteilung mal nicht sicher bist, schnapp dir ein Fallbuch und vergleiche die dort vorgeschlagene Einteilung mit deiner. 

Ich hoffe, der Post konnte dir bei der Erstellung deiner Hausarbeit helfen. Falls dir dazu noch etwas einfällt oder du weitere Fragen hast, schreib uns doch gerne eine Mail oder eine Nachricht auf Instagram @goldwaage.jura.

* Anmerkung: Dieser Post dient nur dazu, die Reihenfolge einer Gliederung zu demonstrieren. Für die einzelnen Punkte der Gliederung, wie die Strukturierung des Obersatzes, etc. gibt es eigene Regeln. Diese würden an dieser Stelle jedoch den Rahmen sprengen.

Die richtigen Quellen für die Jura-Hausarbeit

Literatur zu juristischen Themen gibt es ohne Ende. Doch nicht jeder Text sollte von dir in einer Arbeit zitiert werden. In diesem Artikel stelle ich dir die sieben gängigsten Quellen vor und erkläre dir, ob du sie für deine Hausarbeit verwenden kannst. Zusätzlich gebe ich dir einige Tipps, wie du dir die Recherche noch einfacher machen kannst und mit Sicherheit auf hilfreiche Texte stößt.

1. Skripte (nicht zitierfähig)

Um ein erstes Gefühl für den Fall zu bekommen, lese ich persönlich gerne in Skripten. Dort sind die Grundlagen meistens gut verständlich erklärt, außerdem findet man dort Schemata, an denen man sich für den Aufbau orientieren kann. In den Fußnoten der Skripte gibt es außerdem Verweise auf andere Literatur zum Thema.

Aber Achtung: Skripte dienen dir als Hilfe und sind nicht dazu gedacht, in der Hausarbeit als Quelle angegeben zu werden.

2. Fallbücher (nicht zitierfähig)

Ähnlich wie Skripte sind Fallbücher toll zum Üben und um eine Struktur für deine Hausarbeit zu entwerfen, allerdings eignen auch diese sich nicht zum Zitieren. Fallbücher solltest du auch besonders vor den Klausuren zum Lernen nutzen. Suchst du mal eine Formulierungshilfe für den Gutachtenstil, kannst du dich natürlich auch an den Fallbüchern orientieren. 

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3. Lehrbücher

Etwas ausführlicher hingegen sind Lehrbücher. Arbeite in der Hausarbeitszeit jedoch nicht das gesamte Buch durch, sondern nutze deine Energie sinnvoll und beschäftige dich nur mit den Kapiteln, die für deinen Fall nötig sind. In Lehrbüchern findest du oft Meinungsstreite schon etwas genauer beleuchtet, du kannst diese in deiner Argumentation dann noch durch Meinungen aus Kommentaren und Zeitschriften ausbauen. Lehrbücher kannst du im Regelfall zitieren – allerdings gibt es einige AutorInnen, deren Werke von anderen ProfessorInnen nicht für gut befunden werden. Erkundige dich deshalb bei Studierenden aus höheren Semestern, ob es einige „No-Gos“ für das Fach, in dem du schreibst, gibt. Oft geben die Dozierenden zu Beginn eines Semesters Literatur-Empfehlungen – auf diese kannst du dich verlassen und sie als verlässliche Quelle heranziehen.

Tipp: Viele Professoren haben eigene Bücher zu ihrem Fach herausgegeben, nutze diese unbedingt!  

4. Kommentare

Kommentare sind die Bücher, die einen Gesetzestext samt allen Besonderheiten der Paragraphen beleuchten und genauer erklären. Sie stellen nicht nur Streitstände dar, sondern beinhalten oft noch die Entstehungsgeschichte der Normen und sind ein absolutes Muss für die Hausarbeit. Kommentare unterscheiden sich in ihrer Ausführlichkeit stark, daher ist es ratsam, mehrere zur Bearbeitung deiner Arbeit zu verwenden. Du kannst Kommentare problemlos in deinen Fußnoten als Quelle zitieren.  

5. Juristische Zeitschriften

Wenn du in einem Lehrbuch oder Kommentar auf einen Problemschwerpunkt gestoßen bist, kannst du weiter nach Aufsätzen, speziell zu dem Problempunkt, suchen. Diese sind oft in juristischen Zeitschriften untergebracht. In den Zeitschriften findest du außerdem oft ausführliche Falllösungen. Um herauszufinden, wo ein solcher Artikel zu finden ist, kannst du die Online-Datenbanken nutzen. Schau außerdem in den Fußnoten in Lehrbüchern, etc. nach Verweisen, die zu Aufsätzen führen.

Die gängigsten Zeitschriften sind meiner Meinung nach:

– die JuS (Juristische Schulung), 

– die NJW (Neue Juristische Wochenschrift) und 

– die JA (Juristische Arbeitsblätter). 

Du findest die Zeitschriften oft in Sammelbänden (die nach Jahrgang sortiert sind) in der Bibliothek oder Online. Neben den gängigen kostenpflichtigen Zeitschriften, gibt es auch einige, die dir im Internet kostenlos zur Verfügung stehen.

 Dazu gehören: 

– die ZIS (Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik) 

– die ZJS (Zeitschrift für das juristische Studium) 

– IURRATIO 

Viele Universitäten haben auch eigene Zeitschriften, in denen du Falllösungen und Aufsätze von Studierenden und ProfessorInnen findest. Ich empfehle dir, dir diese unbedingt anzusehen – nicht selten stehen dort wertvolle Hinweise und Tipps für dein Hausarbeitsthema. 

6. Rechtsprechung/ Urteile

In Urteilen, z.B. des BGH oder des Bundesverfassungsgericht wurden viele Streitfragen bereits geklärt. Du kannst deshalb auf die Rechtsprechung der Gerichte verweisen, indem du eine Definition aus einem Urteil übernimmst und in einer Fußnote darauf verweist. Urteile findest du in der Bibliothek in Sammelbänden oder im Netz in den Online Datenbanken.

Urteile kannst du zum Beispiel heranziehen, wenn es einen Streitstand gibt, über den der BGH oder das BVerfG entschieden haben. Du kannst dann Definitionen oder neu geschaffene Grundsätze der Gerichte in deinen Aufsatz übernehmen. 

7. Online Datenbanken:

In meiner ersten Hausarbeit habe ich keine Online-Datenbanken genutzt. Ich verstand damals nicht wirklich, was der Zweck war und wie man sie richtig einsetzte. Heute könnte ich nie mehr ohne die Datenbanken arbeiten und ich bin mir sicher, dass meine Noten besser geworden sind, seitdem ich sie verwende.

Normalerweise ist der Zugang zu den Online-Quellen kostenpflichtig. Jedoch haben die meisten Unis (insbesondere seit Corona herrscht) ihren Studenten eigene Accounts eingerichtet, mit denen sie von zu Hause aus Zugang haben. Da jede Uni das individuell handhabt, kann ich dir über die genauen Log-In Vorgänge keine speziellen Tipps geben. An meiner Uni haben wir unsere Zugangsdaten einzeln erhalten und konnten uns dann für die Plattformen registrieren.

Die Klassiker der Online-Recherche sind die Seiten Beck.Online und Juris, die nicht nur die aktuelle Rechtsprechung beinhalten, sondern auch einige Kommentare und Zeitschriften veröffentlichen.

Ein offensichtlicher Vorteil ist hierbei natürlich, dass du nicht stundenlang durch echte Zeitschriften blättern musst, in der Hoffnung, einen passenden Artikel zu finden. Stattdessen kannst du einfach Schlagwörter eingeben und die Datenbanken zeigen dir alle relevanten Ergebnisse an.

Ein weiterer Tipp, falls du mal verzweifelt nach Anspruchsgrundlagen oder den richtigen Paragraphen eines Tatbestandes suchst: In Beck.Online werden dir in der obersten Spalte der Suchergebnisse die relevantesten Paragraphen angezeigt. So stößt du möglicherweise auch auf weitere Paragraphen, die du prüfen solltest.

Die Plattformen sind glücklicherweise sehr übersichtlich aufgebaut und obwohl ich erste Hemmungen, sie zu benutzen, total verstehen kann, kann ich nur empfehlen, sie so früh wie möglich in die Recherche mit einzubeziehen! Das erspart eine Menge Zeit und macht das Leben als Jurastudent sehr viel leichter.

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