Egal ob auf Familienfeiern oder dem gemütlichen Zusammensein mit FreundInnen, als (angehender) Jurist ist man vor Rechtsfragen auch in seiner Freizeit nicht gewahrt. In dieser Folge der „Selbsthilfegruppe“ teilen unsere AutorInnen ihre Standardantworten, die helfen, nicht ständig kostenlosen Rechtsrat zu erteilen.
„Kannst du mal meinen Mietvertrag checken?“ oder „Was soll ich auf dieses amtliche Schreiben antworten?“ – wer Jura studiert muss für Freunde und Familie häufig Rede und Antwort stehen. Klar, bei nahem Familienangehörigen oder in akuten Notfällen helfen die meisten JuristInnen gerne aus – aber was, wenn sich entfernte Bekannte plötzlich melden und ganz unverbindlich und vor allem kostenlos einen Rechtsrat möchten? So ziehen sich unsere AutorInnen aus der Affaire:
„Das kommt ganz drauf an“
Unsere Autorin Sophia greift zum Klassiker:
„Die kurze Antwort: Es kommt drauf an. Die lange Antwort würde hier heute den Rahmen sprengen, du weißt ja: wenn Juristen einmal anfangen… Außerdem bin ich heute privat hier und habe ganz andere Themen zu besprechen.
Und wenn schon: Alle Angaben sind eh ohne Gewähr.“
„Ich bin da immer ganz ehrlich. In den meisten Rechtsgebieten kennt man sich nicht vertieft aus. Bei komplexen Fragestellen ist es wichtig, sich beim Fachanwalt zu informieren. Der kennt sich in dem Fachbereich viel besser aus.“
Lea, Doktorandin und Goldwaage-Autorin
Ich probiere, Leuten die Angst zu nehmen
„Ich bin ganz ehrlich, ich bringe es oft nicht übers Herz, gar keinen Tipp zu geben.
Oft sind Menschen, die um Rat fragen wirklich unsicher oder durch ihr Anliegen sehr gestresst. Als JuristIn weiß ich ja, dass sich viele Dinge ganz unkompliziert lösen lassen und ein Schreiben vom Vermieter/ der Behörde/ einem Dritten nicht gleich einen riesigen Gerichtsprozess nach sich zieht. Daher beruhige ich oft Leute und probiere, ihnen die Berührungsängste mit rechtlichen Themen zu nehmen.
Meistens höre ich mir also den Fall in Ruhe an und sage dann, was ich selbst in dieser Situation machen würde – und das ist nicht selten selbst zur Anwältin zu gehen. „
Carla, Doktorandin und Goldwaage-Autorin
Eine kurze Recherche schadet nicht
„Die meisten Rechtsprobleme sind so spezifisch, dass ich auf die Schnelle keine eindeutige Antwort geben kann. Dem Fragenden teile ich dann mit, dass ich von dem Rechtsgebiet keine Ahnung habe.
Meistens lässt mich das Problem aber doch nicht mehr los und ich fange an zu recherchieren. Glücklicherweise sind noch keine Menschen auf mich zugekommen, die es mir nicht wert waren 😉 Ansonsten würde ich wohl bei meiner Ahnungslosigkeit bleiben.“
Stine, Referendarin und Goldwaage-Autorin
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Fast niemand übersteht die Examensvorbereitung ohne einen herben Schlag, eine mittelschwere Sinnkrise oder eine niedergeschlagene Phase. Unsere Autorin Carla erzählt in diesem Beitrag, wie sie mit Rückschlägen umgegangen ist und wieso es wichtig ist, dass du nicht aufgibst.
Ich erinnere mich noch sehr genau an einen Tiefpunkt meines Examensvorbereitung. Es war Frühling und ich hatte gerade mein Probeexamen geschrieben. Ich war mir schon währenddessen sicher, dass meine Ergebnisse nicht besonders gut sein konnten, aber die tatsächlichen Resultate waren ein Schlag ins Gesicht.
Selbst in meinen besseren Fächern hatte ich für mich enttäuschende Ergebnisse erzielt. Zu Hause las ich die Kommentare meiner KorrektorInnen und wurde von meinen Emotionen überrollt. Ich hatte die letzten Monate so viel gelernt, so viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt und nun das. War ich nicht klug genug? Hatte ich die falschen Inhalte gelernt? Hatte mein Korrektor schlechte Laune? Sollte ich das Examen überhaupt antreten?
Ich hatte mir zu Beginn meines Studiums vorgenommen, nie wegen der Uni zu weinen, doch nun stand ich hier und mir lief eine Träne die Wange herunter. Wozu tat ich mir dieses Studium eigentlich an?
Die Vorstellung, dass ich genau ein Jahr später glücklich und gelöst mein Zeugnis entgegennehmen würde, erschien mir fernliegend und unwahrscheinlich.
Leider bringt das Staatsexamen viele Studierende an ihre Belastungsgrenzen. (Wie so viele, bin ich davon überzeugt, dass das Examen zwingend reformbedürftig ist.)
Dennoch braucht jeder Examenskandidat und jede Kandidatin irgendeine Strategie, diese anstrengende Phase glimpflich zu überstehen. Einige suchen den Ausgleich im Sport, andere tauschen sich offen und ehrlich mit ihren FreundInnen aus.
Mir half daneben – und es ist mir ein bisschen peinlich das einzugestehen – der Podcast vom amerikanischen Self-Help-Guru Mel Robbins. Inzwischen sehe ich einige ihrer Aussagen und psychologischen Binsenweisheiten etwas kritischer. Dennoch gab es eine Folge, die mich durch den Tiefpunkt meiner Examensvorbereitung gebracht hat.
Darin erzählt die Podcastern die Geschichte der Sängerin Victoria Monet, die nach Jahrzehnten harter Arbeit für andere KünstlerInnen einen Grammy für Ihre eigene Musik gewann. Die Sängerin nutzt darin die Metapher einer Pflanze, die Stück für Stück wächst, bis ihre Zeit zur Blüte kommt. Etwas kitschig, ich weiß.
Aber es half mir, auch in den schwereren Zeiten mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht hilft dir die Podcastfolge ja auch (oder eine andere Metapher, ein Bild, ein Gedicht, ein Gebet, ein Zitat), dich wieder zu motivieren.
Zum Abschluss möchte ich dir umkommentiert ein paar Dinge nennen, die du dir immer wieder vor Augen führen solltest:
Ein verpatztes Examen ist noch lange kein verpatzter Lebensweg
Eine Prüfung ist immer nur eine Momentaufnahme, lass dich nicht von ihr definieren
Eine verpatzte Klausur sagt nichts über deine Skills oder deine Intelligenz aus
Fehler, die du im Voraus machst, passieren dir im Examen nicht mehr
Alle ExamenskandidatInnen – wirklich alle – denken, sie müssten mehr lernen
Es gibt nicht „die eine“ oder „die richtige“ Examensvorbereitung – du machst das schon gut
Es lohnt sich nicht, die schönen Dinge des Lebens dauerhaft hinten anzustellen. Lebe dein Leben auch während der Examensvorbereitung. Reise, triff deine Liebsten, genieße freie Zeit und tu Dinge, die du gerne machst.
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Juhu, wir freuen uns, euch zu verkünden, dass es eine neue Kategorie auf dem Blog gibt: Die Selbsthilfegruppe. In dieser teilen unsere AutorInnen mit euch ihre besten Tipps zu einem eher persönlichen Thema. Kurz und ehrlich geben wir euch Antworten, die wir selbst früher gerne bekommen hätten.
Heute gehen wir der Frage auf den Grund, wie man in einem fordernden und von Vergleichen geprägten und anspruchsvollen Umfeld wie der juristischen Ausbildung Selbstvertrauen gewinnt.
Kennst du eine der folgenden Situationen? Die Professorin stellt dir eine Frage in der Vorlesung und dir bleibt vor Schreck die Stimme weg. Dein erster Praktikumstag steht bevor und dir ist schon am Morgen ganz flau im Magen, weil du nicht weißt was dich erwartet. Oder: Eine wichtige mündliche Prüfung steht an und du würdest lieber im Erdboden versinken, als durch die Tür zu gehen und dich deinen PrüferInnen gegenüber zu stellen.
Das alles ist ganz normal – Aufregung gehört schließlich dazu. Allerdings willst du im Studium und Berufseinstieg sicher irgendwann Selbstvertrauen gewinnen. Du willst dich schwierigen Situationen stellen und dich diesen gewachsen fühlen, Prüfungssituationen betreten und denken: „Hier bin ich und ich habe juristisch einiges drauf.“
Das sind die Tipps unserer AutorInnen, damit du diesem Ziel etwas näher kommst:
Gute Vorbereitung spart eine Menge Nerven
Je besser ich vorbereitet bin, desto sicherer fühle ich mich. Wenn ich jede Situation schon einmal durchdacht habe, kann ich besser und schneller reagieren. Auf Dauer wird das sicher zu zeitintensiv, aber mit der Routine vergehen auch die Selbstzweifel.
Ansonsten mache ich mir auch gerne klar, wo meine Stärken liegen. Nicht jeder ist unglaublich extrovertiert – und das ist auch gut so. Man kann (manchmal) auch durch Zurückhaltung glänzen ;).
Stine, Referendarin und Goldwaageautorin
Finde deine Leute
Umgib dich mit Menschen, die dir auf Augenhöhe begegnen!
Leichter gesagt als getan (gerade unter JuristInnen 😉), denn oft kannst du dir deine ProfessorInnen, AG-LeiterInnen und AusbilderInnen ja nicht selbst aussuchen.
Aber bei den KommilitonInnen fängt es schon an. Suche dir eine Lerngruppe, in der ihr euch gegenseitig supportet und nicht bloß über Noten profiliert.
Und spätestens im Ref wirst du merken: wenn du hier auf VolljuristInnen triffst, die dir auf Augenhöhe begegnen, die dich als JuristIn wahrnehmen und nicht als kleinen, unerfahrenen Anfänger, fördert das das Selbstvertrauen enorm. Es kann so einfach sein, denn jeder fängt doch irgendwo mal an oder nicht?
Genau mit dieser Einstellung solltest du vielleicht auch später an die Jobsuche herangehen. Beziehe die Menschen, mit denen du künftig zusammenarbeiten sollst, als Kriterium mit ein. Suche dir ein Arbeitsumfeld, in welchem du für das was du tust geschätzt und wahrgenommen wirst und achte vielleicht nicht nur auf’s Einstiegsgehalt. Ich sage dir: Selbstbewusstseins-Boost incoming!
„Eine gesunde Portion „fake it til you make it“-Einstellung hilft über viele anfängliche Unsicherheiten hinweg. – Bis du plötzlich feststellst dass du du gar nichts vortäuschen musst, um mit diesen Situationen umgehen zu können.“
Lea, Doktorandin und Goldwaageautorin
Du kannst mehr, als du dir zugestehst
Erinnere dich daran: Du kannst sehr wohl schon einiges – und es ist noch kein Meister oder keine Meisterin vom Himmel gefallen.
Gerade, wenn du (wie ich) dich oft wie ein Impostor fühlst mache dir klar, dass du nicht durch Zufall hier gelandet bist. Du hast schon einiges geschafft und bist nicht auf den Kopf gefallen – was soll dir denn schon passieren?
Carla, Doktorandin und Goldwaageautorin
Merke dir, wer du außerhalb von Jura bist
Man lernt als Kind, das man Menschen nicht vergleichen soll. Im Jurastudium wird einem das regelmäßig wieder aberzogen. Beginnend mit ProfessorInnen wir einem regelmäßig gesagt, wie wenige das Studium überhaupt schaffen werden. Und die, die es schaffen, dürfen sich dann anhören, dass trotz eines soliden befriedigend im Examen viele Jobs für sie bereits nicht mehr offen stehen.
So fängt man an, sich selbst im permanenten Vergleich an täglichen Lernzeiten, der Note der Zwischenprüfung oder dem letzten Praktikum mit anderen zu vergleichen. Damit stresst man sich nicht nur, sondern reiht sich auch selbst ein in die Reihe „JuristInnen als austauschbare Subsumtionsmaschinen“.
Deshalb mein Hot Take: Behaltet eure nichtjuristischen Interessen und Hobbys bei. Denn die Erinnerungen und FreundInnen, die ihr darüber habt, kann euch auch eine schlechte Klausur nicht nehmen. Und bestenfalls sind das genau die Fähigkeiten, die euch später nicht nur auf dem Arbeitsmarkt von anderen abheben, sondern auch Spaß bei eurer zukünftigen Tätigkeit, die über die bestmögliche Normauslegung hinaus geht.
Wie so viele Studierende in Deutschland stellt sich unsere Autorin Carla gerne vor, wie es wohl wäre an einer Elite-Uni wie Harvard oder Oxford zu studieren. Also hat Sie einen Tag lang den Lernplan eines Harvard Studenten befolgt. Spoiler: Es war gar nicht so leicht.
Hand aufs Herz: Hast du nicht schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre in Oxford, Cambridge oder Harvard zu studieren? Hattest du Tagträume, wie du durch die altehrwürdigen Hallen schlenderst, in historischen Bibliotheken lernst oder an Vorlesungen im Stil des sokratischen Dialog teilnimmst? Ich schon. (Wobei seit der zweiten Präsidentschaft Donald Trump mein Interesse eher englischen Unis gilt…)
Mit diesem Promt habe ich die KI gebeten, mit einen Lernplan zu erstellen
Um mich ein wenig in das Gefühl hineinzuversetzen (und auch ein wenig, um aus einem Motivationstief auszubrechen) habe ich mir von KI einen Lernplan erstellen lassen – und diesen auch so gut es ging befolgt.
Das war der Promt, den ich der KI Claude gegeben habe:
„Stelle dir vor du bist ein Student der Harvard Law School an einem gewöhnlichen Lerntag. Plane einen Tag (mit Uhrzeit und Tätigkeit) an dem allerdings keine Vorlesungen stattfinden. Der Einzige feste Termin ist eine Ballettstunde um 18.00- 19.10“.
Der Vormittag:
Der Tagesplan begann zwar etwas eher als ich es gewohnt bin (normalerweise stehe ich zwischen 07.00 und 07.30 auf). Allerdings war ich motiviert, meinen Tag etwas eher zu beginnen. Blöd nur, dass ich am Abend zuvor erst gegen Mitternacht im Bett und dadurch hundemüde war.
Aber als der Wecker klingelte stand ich auf, kochte etwa einen Liter Kaffee, bereitete mein Frühstück vor und hörte parallel einen Podcast der New York Times.
Um 07.15 begann mein erster Lernblock. In den zwei Stunden widmete ich mich statt der Case Readings, die mir die KI vorgeschlagen hatte, Literatur für meine Dissertation.
Meine Konzentrationsfähigkeit war zwar mittelmäßig, aber es fühlte sich ziemlich gut an, bereits so früh am Morgen zwei Stunden gelesen zu haben.
Im Anschluss an die erste Session packte ich meine Sachen und fuhr in die Bibliothek. Dort widmete ich mich meiner zweiten Lerneinheit und spätestens jetzt holte mich die Müdigkeit endgültig ein. Aber ich hielt noch bis zum Mittag durch und genehmigte mir ein Essen in der Cafeteria.
Der Mittag (bzw. das erste mal Schummeln)
Nach meiner Mittagspause sah mein Plan einen Zeitslot von 45 Minuten vor, um mich organisatorischen Dingen zu widmen. Ich schrieb eine einzige Mail uns stellte dann fest, dass es gar nichts zu organisieren gab. Ich nutzte die Gunst der Stunde, um wieder mit dem Rad nach Hause zu fahren und einen kurzen Mittagsschlaf zu machen.
Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass der Mittagsschlaf meinen Tag rettete. Nach dem Nap setzte ich mich für den Lernblock 3 wieder an meinen heimischen Schreibtisch – und war endlich wach und wirklich konzentriert.
Auf den Lernblock 3 folgte eine Kaffeepause (die ich zugegebenermaßen nicht in der Bibliothek-Lounge sondern auf dem Sofa mit einer Folge Sex and the City verbrachte). Im Anschluss kostete es mich etwas Überwindung, mich für den Lernblock 4 noch einmal an den Schreibtisch zu setzen – aber da dieser nur 45 Minuten lang war, konnte ich mich überwinden.
Danach ging es zum Ballett .
Der Abend
Mein Abendplan sah nach dem Sport und Abendessen eine weitere einstündige Lerneinheit vor. Diese schwänzte ich – möchte aber zu meiner Verteidigung sagen, dass höhere Mächte im Spiel waren. Denn in Meiner Wohnung gab es am zweiten Tag in Folge kein warmes Wasser, sodass ich zum Duschen zu einer Freundin fahren musste. Das brachte den Abendplan gehörig durcheinander und als ich um kurz vor neun zu Hause war, entschied ich, schon zum letzten Punkt des Planes überzugehen: Entspannen und schlafen.
Mein Fazit
Der Tag war vor allem eins: abwechslungsreich. Die vielen kürzeren Lernsessions haben mir wirklich geholfen, mich zu konzentrieren und ich von Anzahl der Stunden nicht überwältigen zu lassen. Auch der erste frühe Lernblock trug dazu bei, dass ich mich motiviert fühlt und das Gefühl hatte, bereits früh am Morgen etwas geschafft zu haben. Ohne den Mittagsschlaf hätte ich den Tag allerdings nur halb so produktiv nutzen können.
Eine Routine für jeden Tag ist das in meinem Fall allerdings nicht – wir sind ja schließlich nicht in Harvard. Ein erfolgreicher Lerntag kann auch zwei Stunden später und mit einem etwas gemütlicherem Pensum stattfinden.
Disclaimer: Wir bei Goldwaage werden nicht müde zu betonen, dass eine gesunde Balance zwischen Studium und Freizeit für ein erfolgreiches Studium essentiell sind – und dass für die meisten Menschen die Konzentrations nach 4-6 Stunden erheblich nachlässt. Ein solcher Tagesplan passt da nicht wirklich rein. Dennoch finden wir es interessant, diese Art von Belastung einmal auszuprobieren.
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Viele Unis überlegen, das Hausarbeiten als Prüfungsleistung aufgrund der Nutzung von KI gänzlich abzuschaffen. Unsere Autorin Carla findet: das ist keine Lösung. Denn die Anforderungen an JuristInnen, gute Schriftsätze zu verfassen sind derzeit relevant wie noch nie.
Gute JuristInnen müssen gute Aufsätze schreiben können – ob mit oder ohne Unterstützung von KI. Deshalb sind hier meine vier Thesen, mit denen ich dafür plädiere, das Konzept „Hausarbeiten“ noch nicht ganz zu begraben.
1. .Heute Hausarbeiten zu schreiben ist nicht leichter als vor 5 Jahren
2. KI nicht zu nutzen ist realitätsfern
3. Eine Hausarbeit ist mehr als ein paar Seiten Fließtext
4. Es ist möglich, die Prüfungsleistungen an den Zeitgeist anzupassen
Hausarbeiten zu schreiben ist nicht leichter geworden – sondern anders
Ich habe im letzten Jahr mein Staatsexamen gemacht. Es ist also noch nicht sehr lange her, dass ich meine letzte Hausarbeit schreiben musste – damals noch gänzlich ohne KI und Sprachlernmodelle.
Natürlich will ich nicht von der Hand weisen, dass vieles auch leichter geworden ist: Sätze schöner formulieren, Gliederungen umstellen, ganze Textpassagen schreiben geht inzwischen in wenigen Sekunden.
Dennoch bin ich der Meinung, dass es heutzutage nicht unbedingt leichter ist, eine Hausarbeit zu verfassen. Die Schwierigkeiten liegen bloß an anderer Stelle.
Einerseits, weil die Fähigkeit, nach richtigen Quellen zu suchen, weniger geschult ist. Wer vor ein paar Jahren ein Thema recherchiert hat, schlug ein Lehrbuch auf. Heute fragen die meisten (ich auch!) KI. Das bedeutet aber, dass man wichtige Hinweise, die im Lehrbuch stehen, gerne übersieht.
Gleichzeitig war es früher normal, nach einer richtigen Quelle, die das eigene juristische Problem beleuchtete, lange zu suchen. Man stöberte in dutzenden Büchern und Zeitschriften nach möglichen Antworten. Heute gibt einem die KI häufig antworten – ohne sie jedoch mit juristischen Quellen zu belegen. Diese im Nachgang zu suchen, ist oft gar nicht so leicht. Hinzu kommt, dass man nicht mehr im Training ist, länger als ein paar Klicks zu warten, eine Antwort zu erhalten. Das frustriert.
Außerdem ist der Wust an falschen Information im Vergleich zu früher immens gestiegen. Schwierig ist heute nicht mehr, eine Quelle zu finden, sondern in all den schlechten oder falschen Quellen eine gute herauszusuchen.
KI nicht zu nutzen ist realitätsfern
Auch wenn es einige ProfessorInne nicht wahrhaben wollen: KI ist längst Bestandteil der juristischen und akademischen Arbeitswelt. Es wäre auch unwirtschaftlich und ineffizient, sich die riesigen Vorteile von KI im Berufsalltag nicht zunutze zumachen.
In großen Kanzleien werden hauseigene KIs längst für Recherchezwecke oder Sichtung großer Datensätze genutzt. Auch die JustizministerInnen des Bundes und der Länder haben bereits eine KI-Plattform für die Justiz angeregt. In der nicht-juristischen Forschung, beispielsweise den Naturwissenschaften, wird KI längst genutzt, um Datenanalysen zu beschleunigen.
KI aus dem Uni-Alltag zu verbannen ist also in etwa so, wie die Nutzung von beck-online zu untersagen und darauf zu bestehen, dass Studierende nur noch mit gedruckten Büchern arbeiten: Quatsch.
Eine Hausarbeit ist mehr als ein paar Seiten Fließtext
Solange die KI noch nicht in der Lage ist, den Gutachtenstil fehlerfrei einzuhalten, Lehrbücher zu durchstöbern und Fußnoten in richtiger Zitation zu setzen, ist das Verfassen einer Hausarbeit keinesfalls sinnlos.
Denn selbst wenn die KI gute Lösungsvorschläge macht, eine abgabefertige juristische Prüfungsleistung produziert sie (bisher!) noch nicht.
Die Fähigkeit, einen kohärenten Text zu produzieren, muss in der Uni auch trotz technischer Hilfsmittel vermittelt werden. Anders als in einer kurzen Klausur schult das Schreiben einer Hausarbeit, mehrerer Wochen an einem Text zu arbeiten und sich vertieft mit einem Thema auseinanderzusetzen.
Lange Schriftsätze zu verfassen ist ein essentielles Handwerkzeug eines jeden Juristen/ einer jeden Juristin. Es gänzlich von der universitären Ausbildung auszunehmen ist ein fataler Fehler.
Es ist möglich, Prüfungsleistungen an den Puls der Zeit anzupassen
Es ist richtig, dass es heute leichter denn je ist, Texte zu formulieren und schnelle Antworten zu finden. Allerdings stellen sich neue Herausforderungen, deren Lösungsansätze schon an Unis gelehrt werden sollten. Wie können Unis also mit der Nutzung von KIs umgehen, wenn sie das Konzept “Hausarbeit” noch nicht ganz begraben wollen:
KI verbieten
Die konservative Lösung wäre: Die Nutzung von KIs grundlegend verbieten und mit dem Nichtbestehen der Prüfung verbinden für den Fall, dass sie doch genutzt werden. Die Überprüfung der Nutzung von KI ist allerdings mit enormem Aufwand und Kosten verbunden, noch dazu sind die Ergebnisse eines KI-Scanners nur schwer nachzuvollziehen.
2. KI zulassen – und Prüfungsleistungen an die Anforderungen der Gegenwart anpassen
Statt KIs gänzlich zu verbieten oder Hausarbeiten aus der Studienordnung zu verbannen, könnte auch das Prüfkonzept angepasst werden. Wichtige akademische und juristische Grundlagen könnten – angepasst an den Zeitgeist – vermittelt werden.
Hier ein paar Beispiele für Herausforderungen, die auch in Prüfungsleistungen abgefragt werden könnten:
Halluzinationen: KI erfindet regelmäßig Urteile und Fundstellen, das sind sogenannte Halluzinationen. Diese von tatsächlichen Urteilen zu unterscheiden ist in der heutigen Zeit enorm wichtig. Nicht umsonst gibt es inzwischen eine Datenbank mit tatsächlichen Urteilen. Es wäre denkbar, das Auftauchen von nicht real existierenden Quellen und Urteilen mit direktem Nichtbestehen der Prüfung zu sanktionieren.
Quellen: Selbst die KIs der juristischen Datenbanken sind bisher nicht besonders gut darin, Aussagen an Quellen zu knüpfen. Aussagen der KI zu verifizieren erfordert also nach wie vor einen Rechercheaufwand.
Datenschutz: Im juristischen Alltag dürfen personenbezogene Daten (zB aus Mandaten oder Fällen) auf keinen Fall in öffentliche KIs eingespeist werden. JuristInnen, die diese Fehler begehen, riskieren verschiedene Sanktionen. Elemente des Datenschutzes könnten also auch in Hausarbeiten berücksichtigt werden oder die Hausarbeit zumindest mit dem Hinweis versehen werden, dass das Einspeisen personenbezogener Daten ein Berufsverstoß darstellen würde.
Wie seht ihr das? Sollten Hausarbeiten zukünftig abgeschafft oder aber Kisten als zugelassene Hilfsmittel gehandelt werden? Schreibt und gerne, zum Beispiel auf Instagram @goldwaage.jura.
Du suchst ein Geschenk für einen Jurastudierenden oder eine/n frisch gebackenen Juristen/in? Kein Problem! In diesem Post haben wir die besten Geschenkideen gesammelt.
(Disclaimer: Werbung wegen Markennennung. Alle Produkte wurden ohne Gegenleistung von uns empfohlen)
Kleine Aufmerksamkeiten
1. Care-Pakete (Insbesondere in Prüfungsphasen)
Eine unkomplizierte und günstige Geschenkidee ist ein kleines Care-Paket. Kaufe dem Beschenkten einfach ein paar leckere Snacks, vielleicht etwas Kosmetik, schreib eine kurze Karte und zack – hast du ein Geschenk, das jedem Empfänger ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.
2. Belletristik
Vielen Studis vergeht – vor allem in der Examensvorbereitung – irgendwann die Lust am Lesen in der Freizeit. Für die, die dennoch gerne mal ein wenig schmökern, gibt es jedoch eine riesige Auswahl an Literatur mit Jurabezug.
Klassiker sind unter anderem: Bernhard Schlink, Der Vorleser. Die verschiedenen Bücher von Ferdinand von Schirach, John Grisham, und viele weitere.
3. Kalender / Notizbücher
Natürlich lässt sich heutzutage alles digital organisieren. Viele Studis freuen sich jedoch auch über schöne Kalender oder Notizbücher um zu planen.
Für wen ist das geeignet? Mit netten Aufmerksamkeiten, die an den Charakter der beschenkten Person angepasst sind, macht man nie etwas falsch! Das gute an kleinen – nicht ganz auf Jura bezogenen Aufmerksamkeiten- ist, dass du nicht Gefahr läufst etwas zu schenken, das die Person nicht gebrauchen kann.
In den letzten Jahren hat sich ein richtiger Markt für Jura-Merchandise etabliert. Inzwischen gibt esTassen,Bekleidung,Schmuck und Zubehör wie zB. Taschen für große Gesetzestexte.
2. Merchandise aus Serien
Auch Fanartikel aus Suits, How to get away with murder oder anderen Anwaltsserien erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Einem großen Fan kann man damit sicher eine Freude machen.
Für wen ist das geeignet? Diese Art von Geschenk eignet sich meines Erachtens nach nicht für jeden Studi. Denn nicht jeder möchte auf dem Campus direkt anhand seiner Accessoires als JuristIn oder Jurastudi ausgemacht werden. Für alle anderen ist es eine nette Aufmerksamkeit.
Nützliche Geschenke
Studienmaterialien sind irre teuer. Wer nicht unbedingt ein kreatives, dafür aber sehr nützliches Geschenk machen möchte, kann zB Lernmaterialien schenken. Für Studis, die ja häufig nicht auf besonders große Ersparnisse zurückgreifen können, sind Lernunterlagen häufig kein schlechtes Geschenk.
Wohl kaum ein Student wird seine Studienzeit als durchgehend schön in Erinnerung haben. Leistungsdruck, Stress, Unzufriedenheit mit Ergebnissen gehören leider zum Studium genauso dazu wie die schönen ersten Frühlingstage auf dem Campus und die ein oder andere geschwänzte Vorlesung. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – bleiben viele Studis ihrer Alma Mater für immer verbunden. Ein Artikel aus dem Souvenirshop der Uni kann daher ein schönes Andenken an die Studienzeiten sein.
2. Das bestandene Examen feiern
Das Staatsexamen und den Übergang ins Berufsleben wollen die meisten Studis gebührend feiern, ganz egal ob durch Anstoßen nach der letzten Prüfung, eine richtige Party oder ein schönes Dinner im Restaurant.
Viele Absolventinnen bekommen von Ihren Angehörigen richtig großzügige Geschenke. Aber auch eine kleine Aufmerksamkeit kann wirklich eine Menge bedeuten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem selbstgebackenen Examens-Kuchen? Oder einer Einweg-Kamera, auf der die Momente nach der mündlichen Prüfung oder der Zeugnisverleihung festgehalten werden?
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Du hast gerade deine Examensvorbereitung begonnen und kriegst ständig ungefragte Ratschläge, wie eine Vorbereitung auszusehen hat? Wir sind der Meinung, dass nur du am besten weißt, welche Lernroutine zu dir passt. Deshalb stellen wir dir heute zehn Lernmöglichkeiten vor, aus denen du dir deine eigene Examensvorbereitung zusammenstellen kannst.
Kurz vorab noch etwas zur Routine:
Lernen ist höchst individuell. Es bringt wenig, sich ständig mit anderen ExamenskandidatInnen zu vergleichen (auch wenn es natürlich schwer ist, sich ganz davon frei zu machen).
Allerdings sind besonders die Parameter, hinsichtlich derer man sich vergleicht, wenig aussagekräftig. Möglicherweise verbringen andere Personen mehr Zeit in der Bibliothek als du – aber das heißt ja nicht, dass sie diese Zeit effizient nutzen.
Frag dich selbst diese 5 Dinge
Es ist vor allem hilfreich, seine eigenen Fähigkeiten zu kennen und eine Routine darum zu bauen. Hilfreich sind folgende Fragen:
Wie viele Stunden am Tag kannst du dich wirklich konzentrieren?
Zu welcher Uhrzeit bist du am fokussiertesten?
Lernst du lieber zu Hause oder in der Bibliothek?
Lernst du lieber alleine oder in der Gruppe?
Brauchst du eine rigide Routine oder nur einen losen Plan?
So erkennst du, ob deine Routine etwas taugt
Du erkennst eine gute Routine an drei Dingen:
Sie überfordert dich nicht.
Sie ist (auch an schlechten Tagen) einfach zu befolgen.
Sie bietet so viel Abwechslung, dass sie dich nicht langweilt, aber so viel Regelmäßigkeit, dass du messbare Fortschritte erzielst.
Von allen Methoden, die ich heute vorstelle, ist der Lernplan die einzige, die ich zwingend empfehle. Bei einer monate- bzw. jahrelangen Vorbereitung brauchst du einen roten Faden, an dem du dich orientierst. Das bedeutet keinesfalls, dass du einen rigoros getakteten Plan brauchst, der für jeden Tag eine Lerneinheit vorsieht – im Gegenteil. Was du aber brauchst ist eine Übersicht mit allen examensrelevanten Fächern, in dem die wichtigsten Themen aufgelistet sind. So hast du einen Überblick darüber, wie weit du schon gekommen bist und was noch vor dir liegt. Es lohnt sich zudem, Themen, die du dir kurz vor dem Examen noch einmal ansehen willst, rot zu markieren.
Du kannst dir den Plan selbst erstellen, oder aber auf Listen anderer zurückgreifend. Ich persönlich habe den Lernplan von Repetitorium Hofmann als sehr hilfreich empfunden.
2. Kurse
Die meisten Studierenden besuchen ein kommerzielles oder universitäres Repetitorium. Einerseits erklären dir dort Profis noch einmal den examensrelevanten Stoff, andererseits hast du dadurch schon eine Struktur an der Hand, mit der du einzelne Fächer wiederholst.
3. Karteikarten-Apps
Mittlerweile ist es wirklich kein Geheimtipp mehr: Aber spaced repetition, also regelmäßiges Wiederholen durch Abfragen, ist so ziemlich die effektivste Lernmethode. Dafür gibt es einige Karteikarten-Apps. Die wohl gängigste ist die Plattform “Anki”, für die verschiedene Anbieter bereits fertige Jura-Pakete anbieten. Das ist zwar nicht ganz billig, spart aber eine Menge Zeit in der Vorbereitung.
4. Karteikarten auf Papier
Neben digitalen Angeboten kann es auch hilfreich sein, einige Karteikarten schriftlich anzufertigen und z.B. unterwegs zu lernen. Mir persönlich hat es geholfen, die wichtigsten Schemata aller Fächer auf Karteikarten zu notieren und am Ende jedes Lerntages zwei, drei davon zu wiederholen.
5. Lernzettel und Mindmaps
Um gelerntes festzuhalten, kannst du dir Lernzettel oder Mindmaps erstellen. Mit der Hilfe von KI geht das inzwischen sogar ohne großen Zeitaufwand.
6. Klausuren schreiben
Hier dran führt in einer sinnvollen Examensvorbereitung (leider) kein Weg vorbei. Denn obwohl ich es ungerne zugebe: Probeklausren zu schreiben ist unglaublich effektiv. Du wendest den gelernten Stoff an, erschließt dir noch fremde Themen und bekommst vor allem eine Idee dafür, wie die 5 Stunden so ablaufen. Du wirst einen enormen Fortschritt verzeichnen, wenn regelmäßig, d.h. idealerweise wöchentlich, Klausuren schreibst.
7. Lerngruppe
Vielen Studierenden hilft es, in der Gruppe zu lernen. Im besten Fall trefft ihr euch zu zweit oder maximal zu viert und sprecht Fälle durch oder fragt euch den Stoff ab. Wichtig ist nur, dass ihr euch untereinander gut versteht und kein unnötiger Wettbewerb entsteht. Sobald sich jeder traut, auch mal eine “dumme” Frage zu stellen, habt ihr ein gutes Gruppenklima erreicht.
8. Podcasts
Als gute Ergänzung zu einem Lerntag bietet es sich an, Podcasts zu hören. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an spannend aufbereiteten Rechtsprechungs- und Lernpodcasts auf Spotify und Co. Dank KI kannst du dir jedoch auch zu deinem Wunschthema einen Podcast erstellen und so dein Wissen vertiefen.
9. Zeitungsartikel
Um bezüglich der Rechtsprechung auf dem neusten Stand zu bleiben, lohnt sich ab und an ein Blick in eine juristische Ausbildungszeitschrift. Diese stehen in der Regel über die Uni digital und analog zur Verfügung.
10. Abfragen lassen (von KI)
Du kannst deinen Lerntag abwechslungsreicher gestalten, indem du dich Gelerntes abfragen lässt. Wenn dir das unangenehm ist, besteht auch die Möglichkeit, dir von KI ein Quiz erstellen zu lassen und so dein Wissen zu testen.
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Wir wünschen dir viel Erfolg und starke Nerven für die Examensvorbereitung!
Noch vor kurzem war ChatGPT in aller Munde, inzwischen steht der KI-Assistent aber aus verschiedenen Gründen in der Kritik. Doch auf KI verzichten musst du deshalb auf keinen Fall! In diesem Beitrag stellen wir dir daher drei Plattformen vor, die dein Lernen und deine Recherche revolutionieren.
Was spricht gegen ChatGPT?
Der erste Hype um ChatGPT ist abgeflacht und vielen fallen immer merh Schwächen des KI-Assistenten auf. Da wären beispielsweise die sogenannten Halluzinationen, bei denen sich die KI Quellen und Fundstellen (zB von Gerichtsurteilen) einfach ausdenkt. Die KI ist zudem darauf ausgelegt, deine Aussagen zu bestätigen. ChatGPT bastelt Antworten, die dir als User gefallen, aber nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Viele Nutzer stören sich zudem daran, dass der Chef von Open AI, dem Unternehmen hinter ChatGPT, 25 Millionen Dollar für Trumps Wahlkampf gespendet hat.
Es wird also Zeit, den Blick auf andere Plattformen zu werfen, die dein Jurastudium auf ein neues Level haben können.
1. Perplexity
Auf den ersten Blick unterscheidet sich Perplexity optisch kaum von ChatGPT. Anders als ChatGPT basiert die KI aber auf vielen verschiedenen Sprachmodellen. Während ChatGPT als Kommunikationstool oft lange Dialoge mit seinen Nutzern hält, ist Perplexity als Recherchetool darauf ausgelegt, kurze Antworten mit der Angabe von Quellen zu geben.
Besonders praktisch: Die KI hat einen Suchmodus namens “Lerne Schritt für Schritt”, in der sie Sachverhalte detailliert erklärt. Die KI kann dir zudem Quizzes erstellen, indem du dein Wissen überprüfen und den Schweregrad der Fragen anpassen kannst.
2. Notebook LM
Ich wünschte, dieses Tool hätte es schon viel früher gegeben – ich hätte Unmengen an Zeit gespart! Bei Notebook LM kannst du dir Dokumente oder Suchanfragen als Audio, Video, Mindmap, Bericht oder Karteikarte zusammenfassen lassen. Die Qualität der Unterlagen überzeugt, insbesondere die Audiodateien sind von Lernpodcasts kaum zu unterscheiden. In der Bezahlversion gibt es zudem die Möglichkeit, Infografiken und Tabellen zu erstellen. Die App verlinkt außerdem, welche Quellen sie als Grundlage benutzt.
Besonders praktisch: Mit der KI kannst du in kürzester Zeit Lernmaterialien erstellen, die auf dich und deinen Lernstil zugeschnitten sind.
3. Beck-Chat
Die KI von beckonline ist ein guter Startpunkt für eine Recherche. Sie benutzt nur Quellen, die auf der Plattform existieren und verlinkt diese. Allerdings lohnt es sich, die Quellen zu prüfen, denn bei besonders seltenen Fragen liest die KI Dinge in ihre Quellen hinein, die dort nicht unbedingt stehen. Für die klassischen Fragen aus dem Studium, zu denen viel Literatur existiert, eignet sie sich jedoch allemal.
Besonders praktisch: Du findest in kürzester Zeit eine Menge zitierfähiger Fundstellen aus dem deutschen Recht – ein Gamechanger für Haus- und Seminararbeiten.
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Kennst du das: Du startest motiviert in ein neues Semester, hast viele gute Vorsätze und plötzlich beginnt die Klausurenphase – und nichts geht mehr. Du kannst dich nicht konzentrieren und auch die Lust, ein bestimmtes Rechtsgebiet zu lernen, bleibt aus. Das muss nicht so bleiben! In diesem Beitrag hat unsere Autorin Carla 6 Tipps für dich, wieder mehr Spaß am Lernen zu finden.
1. Entwickle eine gute Strategie
Zunächst ist es hilfreich, dass du dir eine Strategie überlegst. Plane nicht nur, was du lernst, sondern auch, wie du lernst – vielleicht sogar heruntergebrochen auf jeden einzelnen Lerntag. Am besten beginnst du mit einer Übersicht über dein Klausurthema. Als Anhaltspunkt können Fallbücher helfen, aber auch Vorlesungsskripte und zB. Mindmaps wie diese von Juralib.*
Sobald du eine Übersicht hast, überlege dir eine Strategie, wie du dir den Stoff aneignen willst. Erfahrungsgemäß eignet sich eine Mischung aus verschiedenen Lernmethoden. Du könntest zB. Fälle lösen, einzelne Streitstände in Lehrbüchern oder Zeitschriften nachlesen und besonders wichtige Themen mit Karteikarten wiederholen.
Wenn du eine Strategie entwickelt hast, heißt es: Routinen festlegen. Es hilft ungemein, nicht jeden Tag aufs neue zu überlegen, was du wann lernst. Überlege dir einen täglichen Ablauf, der dich zwar fordert aber machbar ist. Du könntest zB. morgens eine halbe Stunde Karteikarten lernen, mittags zwei kleine Fälle lösen und im Anschluss einzelne Themen mittels Lehrbuch oder Podcast vertiefen. Wichtig ist nur, dass du dir realistische Ziele setzt. Nichts ist demotivierender, als ein viel zu langer Lernplan, der schon ab dem ersten Tag nicht umgesetzt werden kann.
2. Tausche langweilige Routinen aus
Fühlst du dich festgefahren? Oder gelangweilt? Wenn jeder deiner Lerntage gleich aussieht und dir das die Motivation raubt, bringe ein bisschen Abwechslung in deinen Alltag.
Wie wäre es, statt zu Hause mal in der Bibliothek zu lernen – oder umgekehrt? Vielleicht kannst du vor deinem Lerntag morgens einen kleinen Spaziergang einplanen, um einen klaren Kopf zu bekommen? Oder dir am Abend davor ein leckeres Mittagessen vorbereiten? Du könntest auch deine Lernzeiten umstellen – vielleicht hilft es ja, ein bisschen früher oder sogar später anzufangen. Dabei ist es gar nicht wichtig, deinen ganzen Lerntag auf den Kopf zu Stellen. Kleine, gezielte Veränderungen machen deinen Tagesablauf wieder spannender und helfen so, wieder mehr Freude im Alltag zu haben.
3. Kleine Erfolge feiern
Um die Motivation nicht zu verlieren, ist es wichtig, sich regelmäßig seine kleinen Erfolge vor Augen zu führen – und sich auch zu belohnen. Gönn dir zB. nach einem anstrengenden Lerntag einen gemütlichen Abend mit FreundInnen oder ein langes Bad. Wichtig ist, nicht nur die Meilensteine, wie die bestandene Klausur, zu feiern. Auch kleine Erfolge, wie die Lösung eines besonders kniffligen Falls, die kurze Lernsession trotz fehlender Motivation oder der gelernte Karteikartenstapel, verdienen Anerkennung. Du könntest dir auch täglich drei kleine Etappenziele setzen, die du als Erfolg anerkennst. So hast du bildlich vor Augen, was du geschafft hast.
4. Geteiltes Leid,…
Das Jurastudium gilt oft als Einzelkampf – das muss es aber gar nicht sein. Es hilft ungemein, sich mit anderen auszutauschen: ob über leidige Erfahrungen, Lerntipps oder fachliche Inhalte. Ganz egal, ob du eine Lerngruppe gründest oder nur mal einen kurzen Plausch mit anderen Studierenden hältst, es lohnt sich immer, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Schnell wirst du merken, dass alle Studierenden vor ähnlichen Problemen stehen. Diese nicht alleine lösen zu müssen, nimmt eine unglaubliche Last von den Schultern.
5. Mach mal Pause!
Häufig ist der Grund für deine fehlende Motivation nicht, dass du zu wenig machst, sondern zu viel. Das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage, sich dauerhaft zu konzentrieren und neue Inhalte aufzunehmen. Wenn du merkst, dass du dich tagelang nicht konzentrieren kannst, brauchst du vielleicht einfach eine Lernpause.
Ähnlich, wie Sportler wöchentlich ein oder mehrere Restdays benötigen, braucht auch dein Gehirn regelmäßig Pausen. Klappe also deine Bücher zu und beschäftige dich bewusst ein oder mehrere Tage nicht mit Jura. Schiebe dein schlechtes Gewissen beiseite – du kannst früh genug wieder mit einem frischem und erholten Geist mit dem Lernen anfangen.
6. Mach es dir gemütlich
Zwischen all den Erwartungen an uns selbst, unsere Leistungen und unsere Produktivität, kann der Sinn Ästhetik gerne mal auf der Strecke bleiben. Aber warum eigentlich?
Es lernt sich doch viel besser, wenn es um dich herum sauber und gemütlich ist. Wenn du zu Hause lernst, nimm dir Zeit, deinen Schreibtisch aufzuräumen, zünde dir eine Kerze an und bereite dir einen Tee oder Kaffee zu. Wenn du in der Bibliothek lernst, höre vielleicht ein gemütliches Study-Asmr über Kopfhörer. Das alles hilft dabei, Lernen mit Gemütlichkeit zu verknüpfen und die Hemmschwelle, Zeit am Schreibtisch zu verbringen zu senken.
Was sind deine besten Tipps für Lernmotivation? Teile sie gerne hier mit uns oder auf Instagram @goldwaage.jura.
*Dies ist eine unbeauftragte und unbezahlte Empfehlung. Ich bin lediglich seit meiner Exaensvorbereitung großer Fan der Website.
Dieser Beitrag ist Teil II der Serien “Den eigenen Weg gehen im Jurastudium”. In diesem Beitrag stellt sich unsere Autorin Carla die Frage, wie du herausfindest, was „dein eigener Weg“ überhaupt ist. Hier gelangst du zu Teil I der Serie.
Viele Studierende sind zögerlich, ungewöhnliche Wege zu gehen – aus Angst den hohen Anforderungen des Studiums nicht gerecht zu werden. Dohch was ist überhaupt „dein Weg“?
Wenn ich in diesem und dem anderen Beitrag von “deinem Weg” spreche, meine ich, dass du dein Studium,
deine Auslandsaufenthalte
deine Lernmethoden,
deine Arbeitsweise
deine Examensvorbereitung
deine Freizeitgestaltung
die Wahl deiner Praktika,
deines Wahl deines Referendariats
die Wahl deiner Karriere
selbst wählen und gestalten kannst – auch wenn deine Entscheidungen unkonventionell sind.
Hier ein Beispiel: In der Examensvorbereitung ist es die gängigste Methode, sich bei einem Repetitorium anzumelden und angeleitet von einem Volljuristen den examensrelevanten Stoff zu wiederholen. Tausende Studierende erlangen auf diese Weise jährlich ihr Examen. Dementsprechend mutig musst du sein, wenn du dich entscheidest, dich ohne Repetitorium aufs Examen vorzubereiten.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass du dich regelmäßig fragst: War das eine Fehlentscheidung? Habe ich den gleichen Stoff gelernt wie die KommilitonInnen im Rep? Mache ich etwas falsch? (An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass zwar nicht ich, aber mehrere der Goldwaage-AutorInnen sich ohne Repaufs Examen vorbereitet haben und dieses mit Bravour bestanden haben. – Falls du dir also gerade diese Fragen stellst, trau dich!)
Woher weißt du, was dein Weg ist?
Vorab lohnt sich zu erwähnen: Den einen Weg gibt es nicht. Im Jurastudium genauso wenig wie im Leben abseits davon. Es gibt fast immer dutzende Möglichkeiten, an ein Ziel zu gelangen. Daher lasse dich nicht von der Suche nach “dem einen richtigen Weg” oder “der richtigen Methode” ablenken.
Ein paar Faktoren, die du bei der Suche nach deinem Weg berücksichtigen kannst sind:
Interessen, die du bereits hast
Bauchgefühl
Ausprobieren
mit Leuten reden, die diese Erfahrung gesammelt haben
Mut
Interesse und Bauchgefühl
Einige der Punkte sind recht selbsterklärend. Ein riesiges Interesse an True Crime verleitet dich vielleicht dazu, den Schwerpunkt Kriminologie zu wählen. Ein Bauchgefühl, dass du Italienisch lernen willst, bringt dich dazu, dich für ein Erasmussemester in Rom einzuschreiben. Diese Art von Entscheidungsfindung ist unkompliziert und meiner Erfahrung nach wahnsinnig wertvoll.
Trial and Error
Die meiste Erfahrung sammelst du jedoch, indem du dich ausprobierst. Traue dich, immer wieder neue Dinge auszuprobieren und evaluiere im Anschluss, wie sie dir gefallen oder geholfen haben.
In Bezug auf Lerntipps, lohnt es sich beispielsweise, regelmäßig zu analysieren: Wie kannst du dir Dinge am besten merken, zu welchen Zeiten am Tag kannst du dich am besten konzentrieren, lernst du am besten zu Hause oder in der Bibliothek?
Mit Leuten reden
Bei ungewöhnlichen Schritten hilft es ungemein, mit Leuten zu reden, die diese Wege bereits gegangen sind. Falls du niemanden kennst, suche Online nach Erfahrungsberichten oder nutze KI um eine kleine Kosten-Nutzen-Abwägung darzustellen.
Mut, Entscheidungen zu fällen
Zuletzt bleibt zu sagen: Trau dich! Es gehört immer etwas Mut dazu:Mut, abseits der gewöhnlichen Pfade zu gehen und Mut, Entscheidungen zu fällen.
Aber ich verspreche dir: Ab dem Moment, wo du für dich eine Entscheidung getroffen hast, wird dein Weg entstehen und du wirst eine gewisse Klarheit empfinden.
Mir großer Sicherheit haben die Leute in deinem Umfeld dazu eine Meinung – aber die hätten sie auch, wenn du dich anders entschieden hättest.
Wenn dir der Beitrag gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen KommilitonInnen und folge uns auf Instagram @goldwaage.jura.