Lies das, wenn du dich festgefahren in deiner Examensvorbereitung fühlst

Fast niemand übersteht die Examensvorbereitung ohne einen herben Schlag, eine mittelschwere Sinnkrise oder eine niedergeschlagene Phase. Unsere Autorin Carla erzählt in diesem Beitrag, wie sie mit Rückschlägen umgegangen ist und wieso es wichtig ist, dass du nicht aufgibst.

Ich erinnere mich noch sehr genau an einen Tiefpunkt meines Examensvorbereitung. Es war Frühling und ich hatte gerade mein Probeexamen geschrieben. Ich war mir schon währenddessen sicher, dass meine Ergebnisse nicht besonders gut sein konnten, aber die tatsächlichen Resultate waren ein Schlag ins Gesicht.

Selbst in meinen besseren Fächern hatte ich für mich enttäuschende Ergebnisse erzielt. Zu Hause las ich die Kommentare meiner KorrektorInnen und wurde von meinen Emotionen überrollt. Ich hatte die letzten Monate so viel gelernt, so viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt und nun das. War ich nicht klug genug? Hatte ich die falschen Inhalte gelernt? Hatte mein Korrektor schlechte Laune? Sollte ich das Examen überhaupt antreten?

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Ich hatte mir zu Beginn meines Studiums vorgenommen, nie wegen der Uni zu weinen, doch nun stand ich hier und mir lief eine Träne die Wange herunter. Wozu tat ich mir dieses Studium eigentlich an?

Die Vorstellung, dass ich genau ein Jahr später glücklich und gelöst mein Zeugnis entgegennehmen würde, erschien mir fernliegend und unwahrscheinlich.

Leider bringt das Staatsexamen viele Studierende an ihre Belastungsgrenzen. (Wie so viele, bin ich davon überzeugt, dass das Examen zwingend reformbedürftig ist.)

Dennoch braucht jeder Examenskandidat und jede Kandidatin irgendeine Strategie, diese anstrengende Phase glimpflich zu überstehen. Einige suchen den Ausgleich im Sport, andere tauschen sich offen und ehrlich mit ihren FreundInnen aus.

Mir half daneben – und es ist mir ein bisschen peinlich das einzugestehen – der Podcast vom amerikanischen Self-Help-Guru Mel Robbins. Inzwischen sehe ich einige ihrer Aussagen und psychologischen Binsenweisheiten etwas kritischer. Dennoch gab es eine Folge, die mich durch den Tiefpunkt meiner Examensvorbereitung gebracht hat.

Darin erzählt die Podcastern die Geschichte der Sängerin Victoria Monet, die nach Jahrzehnten harter Arbeit für andere KünstlerInnen einen Grammy für Ihre eigene Musik gewann. Die Sängerin nutzt darin die Metapher einer Pflanze, die Stück für Stück wächst, bis ihre Zeit zur Blüte kommt. Etwas kitschig, ich weiß.

Aber es half mir, auch in den schwereren Zeiten mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht hilft dir die Podcastfolge ja auch (oder eine andere Metapher, ein Bild, ein Gedicht, ein Gebet, ein Zitat), dich wieder zu motivieren.

Zum Abschluss möchte ich dir umkommentiert ein paar Dinge nennen, die du dir immer wieder vor Augen führen solltest:

  • Ein verpatztes Examen ist noch lange kein verpatzter Lebensweg
  • Eine Prüfung ist immer nur eine Momentaufnahme, lass dich nicht von ihr definieren
  • Eine verpatzte Klausur sagt nichts über deine Skills oder deine Intelligenz aus
  • Fehler, die du im Voraus machst, passieren dir im Examen nicht mehr
  • Alle ExamenskandidatInnen – wirklich alle – denken, sie müssten mehr lernen
  • Es gibt nicht „die eine“ oder „die richtige“ Examensvorbereitung – du machst das schon gut
  • Es lohnt sich nicht, die schönen Dinge des Lebens dauerhaft hinten anzustellen. Lebe dein Leben auch während der Examensvorbereitung. Reise, triff deine Liebsten, genieße freie Zeit und tu Dinge, die du gerne machst.

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So achtest du auf dich – auch in stressigen Phasen des Jurastudiums

Eine der wichtigsten Lernstrategien im Jurastudium betrifft nicht Karteikarten, Lernpläne oder die perfekte Klausurtaktik. Sie betrifft den Umgang mit Leistungs- und insbesondere Notendruck, mit der Stoffmenge, der langen Studiendauer und natürlich mit der Unvorhersehbarkeit der Examensklausuren und der mündlichen Prüfung. In diesem Beitrag erklärt die unserer Autorin Lea, wie das geht.

Die Bedeutung, die der Examensnote für den späteren beruflichen Weg zugeschrieben wird, ist im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen immens. Das erzeugt Druck kann motivierend sein, wirkt oft aber auch belastend. Gleichzeitig braucht niemand Juristinnen und Juristen, die noch vor dem eigentlichen Berufsstart kurz vor dem Burnout stehen.

Natürlich wird psychische Belastbarkeit später Teil des Berufsalltags sein und das Studium bereitet darauf in gewisser Weise auch vor. Trotzdem ist es wichtig, sich frühzeitig mit Strategien auseinanderzusetzen, wie man auf die eigene psychische Gesundheit achtet. Denn mentale Gesundheit ist nichts, was man mal eben für 1,5 Jahre Examensvorbereitung „hintenanstellt“ und danach problemlos wieder hervorholt.

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Hier sind drei Dinge, die dabei helfen können, selbstachtsamer durchs Jurastudium zu gehen:

Hab Mitgefühl mit dir selbst

Viele Studierende sind ihr eigener härtester Kritiker. Vielleicht kennst di das ja auch: Man setzt sich selbst Maßstäbe, die man vermutlich nie an Freunde oder Familie anlegen würde. Läuft eine Klausur schlecht oder versteht man ein Thema nicht sofort, werden häufig direkt die eigenen Fähigkeiten infrage gestellt.

Dabei hilft es oft, bewusst einen Schritt zurückzutreten. Würdest du mit einer befreundeten Person genauso sprechen, wie du gerade mit dir selbst sprichst? Vermutlich nicht. Gerade wenn etwas nicht gelingt, sollte man versuchen, nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen. Manchmal hilft es auch, sich aktiv Rückmeldung von nahestehenden Personen einzuholen, weil die eigene Wahrnehmung unter Stress oft deutlich negativer ausfällt als die Realität.

Plane aktiv Auszeiten ein

Kaum jemand ist dauerhaft leistungsfähig, und selbst wenn, ist die Frage, wie erstrebenswert das eigentlich wäre. Pausen sind kein Zeichen von Faulheit, sondern notwendig für ein funktionierendes Ressourcenmanagement.

Immer wieder heißt es, das Jurastudium sei ein Marathon. Und wie bei einem Marathon kann man nicht dauerhaft sprinten, ohne irgendwann an Geschwindigkeit zu verlieren. Deshalb sind längere lernfreie Zeiten wichtig: Urlaub, freie Wochenenden oder einfach Tage, an denen man bewusst nicht lernt. Nicht nur zur Erholung, sondern auch, damit Wissen sich setzen kann und das Gehirn überhaupt die Möglichkeit hat, Verbindungen zu bilden.

Auch im Alltag sind unrealistische Erwartungen oft eher kontraproduktiv. Aktive Lernzeiten von acht oder mehr Stunden täglich sind für die wenigsten langfristig realistisch. Entsprechend bringt es wenig, sich einen Lernplan zu schreiben, der schon beim Erstellen kaum erfüllbar wirkt und am Ende nur Frust auslöst, weil die Stoffmenge nicht schaffbar war.

Hilfreicher ist meist eine individuelle Planung, die sich an den eigenen produktiven Lernzeiten orientiert und genügend Abwechslung enthält: Wiederholung, Auffrischung, Falltraining, aber eben auch Zeit für eine entspannte Mittagspause oder ein Kaltgetränk am Abend mit Freunden. Gerade in der Examensvorbereitung kann das helfen, Studium und Sozialleben zumindest ansatzweise miteinander zu vereinen, ohne dass man wochenlang nur noch zwischen Bibliothek und Schreibtisch existiert.

Hinterfrage Lernroutinen -was hilft dir wirklich?

Nicht jede Lernmethode funktioniert für jede Person gleich gut. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich regelmäßig zu fragen: Was stresst mich eigentlich konkret und gibt es Möglichkeiten, das zu verändern?

Vielleicht merkst du, dass dir Lerngruppen nicht guttun, weil ihr mehr redet als arbeitet und du dadurch unzufrieden nach Hause gehst. Dann kann eine andere Gruppendynamik helfen. Oder vielleicht funktioniert Lernen allein für dich tatsächlich besser. Andersherum kann es aber auch sein, dass dir gerade der Austausch fehlt und das Lernen als „Einzelkämpfer“ in der eigenen Wohnung auf Dauer eher belastend als produktiv ist.

Das Schwierige am Jurastudium ist auch, dass es die eine perfekte Lernmethode nicht gibt. Einerseits ist das beängstigend, weil es keine allgemeingültige Anleitung zum Erfolg gibt. Andererseits liegt genau darin auch eine Freiheit. Du kannst lernen, wie es für dich funktioniert. Diese Flexibilität werden viele später im Berufsleben vermutlich nicht mehr in gleichem Maße haben.

Und genau deshalb darfst und solltest du Dinge verändern. Gefällt dir ein Repetitor nicht, kannst du den Anbieter wechseln oder später einen anderen Kurs besuchen. Merkst du, dass du zwar von morgens bis abends in der Bib sitzt, aber trotzdem kaum etwas schaffst, liegt das möglicherweise nicht an mangelnder Disziplin, sondern an einem unrealistischen Lernplan oder daran, dass du mehr Pausen brauchst, als du dir zugestehst.

Gleichzeitig gehört es auch dazu, eigene Grenzen anzuerkennen. Nicht nur zeitlich, sondern auch fachlich. Es ist kaum möglich, jedes Rechtsgebiet gleich gut zu beherrschen und ist wahrscheinlich auch gar nicht der Anspruch. Sich wochenlang an einem Thema festzubeißen, das man in diesem Moment einfach nicht versteht, kann mental enorm belastend sein und gleichzeitig wertvolle Zeit kosten. Zu erkennen, dass man an einem Punkt gerade nicht weiterkommt und später nochmal darauf zurückkommen muss, ist keine Schwäche, sondern oft die sinnvollere Entscheidung. Man ist mehr als das Studium. Und eine einzelne Wissenslücke wird einem nicht das Examen kosten.

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Die psychische Gesundheit wirkt weit über das Studium hinaus. Sie beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere Beziehungen und letztlich auch unsere Lebensqualität. Gerade deshalb ist es wichtig, selbstachtsames Lernen nicht als „Luxus“, sondern als festen Bestandteil des Studiums zu begreifen. Denn am Ende sollte man nicht nur das Examen bestehen, sondern auch noch etwas von dem Leben danach haben.

Worauf achtet ihr, um eure psychische Gesundheit auch in stressigen Phasen auf einem guten Level zu halten?


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Die 4 größten Konzentrationskiller im Jurastudium – du kennst sie alle

Im Jurastudium brauchen wir vor allem eins: Konzentration – und insbesondere in der Examensvorbereitung ganz schön viel davon. Blöd nur, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne in Zeiten von Social Media oftmals nicht mal mehr länger als 30 Sekunden reicht. In diesem Beitrag geht unsere Autorin Sophia den vier größten Konzentrationskillern auf den Grund. Und ja, du wirst dich wahrscheinlich in (fast) jedem dieser Punkte wieder erkennen. 

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1. Das Smartphone – dein größter Feind

Du wolltest nur mal kurz auf die Uhr schauen oder nur eben diese eine Nachricht beantworten? Eine halbe Stunde später weißt du, was deine ehemalige Schulfreundin heute morgen gefrühstückt hat und was irgendeine Influencerin gestern bei dm gekauft hat, weißt aber immer noch nicht, was ein Verwaltungsakt ist. 

Das Problem ist nicht das Smartphone an sich. Das Problem ist, dass unser Gehirn dieses kurzfristige Dopamin mehr liebt als das Auswendiglernen von Definitionen. 

Die Lösung: Schalte dein Smartphone in den Flugmodus oder sogar ganz aus, lege es in einen anderen Raum oder lösche Instagram und co. temporär von deinem Handy. Glaub mir – all das habe ich schon durch. Es hilft aber tatsächlich. Du musst es nur tun (und du wirst es überleben). 

2. „Ich mach kurz Pause“

Die klassische Lüge: „Ich lerne noch diesen Abschnitt und mache dann fünf Minuten Pause.“ Aus fünf Minuten werden 45, aus 45 Minuten wird ein Kaffee und ein Snack, dazu dann eine kurze Folge der Lieblingsserie und plötzlich ist eigentlich schon wieder Zeit für’s Abendbrot. 

Pausen sind extrem wichtig. Aber unkontrollierte Pausen sind getarnte Prokrastination. Besonders gefährlich werden sie, wenn du von Zuhause aus lernst. Wenn du feststellst, dass du immer wieder in diese Falle tappst, probiere es doch zumindest mal aus, in der Bib zu lernen. 

3. Perfektionismus – der heimliche Produktivitätskiller

„Ich fange erst an, wenn ich alles perfekt vorbereitet habe.“

Der Arbeitsplatz muss ordentlich sein, die krakeligen Mitschriften aus der Vorlesung müssen nochmal in Schönschrift abgeschrieben werden, der Lernplan muss zu 100 % eingehalten werden, sonst kannst du wieder von vorne anfangen. Spoiler: all diese vermeintlichen Vorbereitungshandlungen fühlen sich zwar produktiv an, gelernt hast du aber immer noch nicht. 

Denk immer daran: nicht alles perfekt sein. Der eine Tag läuft besser, der andere schlechter aber sei nicht so hart zu dir selbst. Auch mit krakeligen Mitschriften kann man lernen und dein Lernplan muss auch noch nicht bis zum letzten Tag vor der ersten Examensklausur genau durchgeplant sein.  

4. Müdigkeit – nicht zu unterschätzen

Insbesondere in der Examensvorbereitung denken wir ständig, wir machen viel zu wenig und müssten eigentlich gerade am Schreibtisch sitzen. Wenn du aber übermüdet bist, bringt dir auch der beste Lernplan nichts. Im Jurastudium geht es darum, das Gelernte zu verstehen und anzuwenden. Das funktioniert nicht mit drei Stunden Schlaf und dem vierten Energy.

Solltest du an diesem Punkt sein und dir die Frage stellen, ob du früh aufstehen solltest, um weiter zu lernen oder lieber ein paar Stunden länger liegen bleibst: Bleib liegen. Diese Zeit mag sich wie verschwendete Lernzeit anfühlen, kommt dir und deiner Konzentration am Ende jedoch bloß zugute. 

Fazit: Konzentration ist kein Zufall

Die schlechte Nachricht zuerst: All diese Konzentrationskiller verschwinden nicht von allein. Du musst selbst aktiv werden und etwas ändern. 

Die gute Nachricht: Du kannst sie ziemlich gut kontrollieren, wenn du sie erst einmal erkannt hast. Manchmal reicht es schon, das Handy auszuschalten, einen klaren (aber nicht zu perfekten) Plan zu haben und sich realistische Lernziele zu setzen. Und plötzlich läuft es besser, als du gedacht hättest. 

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Wie viele Stunden solltest du im Jurastudium täglich lernen? (Und wie viel ist zu viel?)

Kaum ein Thema ist umstrittener im Studium: Wie viel Zeit sollte man mit lernen verbringen? Und wie viel ist zu wenig? Unsere Autorin Stine geht in diesem Beitrag den Mythen rund um die richte Lernzeit auf den Grund.

Du kennst ihn doch auch. Diesen einen Typen in der Bib. 

Er sitzt schon da, wenn du kommst. Und ist immer noch da, wenn du gehst.

Aber du bist nach 5 Stunden nicht mehr wirklich aufnahmefähig. Ganz egal, wie wichtig die kommende Prüfung oder das Examen ist.

Spoiler: Das ist ganz normal.

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Und der eine Typ in der Bib kämpft höchstwahrscheinlich mit dem gleichen Problem, würde es nur nie zugeben.

Daher stellt sich die Frage: Wie viel Lernzeit ist wirklich effektiv?

Irgendwann ist die Aufnahmekapazität einfach aufgebraucht. Und zwar nicht nach 12 Stunden, sondern bei den meisten deutlich früher. 

Allgemeingültige Aussagen lassen sich zwar nicht treffen, aber Forschungen zur Lern- und Aufmerksamkeitsleistung deuten darauf hin, dass eine effektive Lernzeit bei einem durchschnittlichen Menschen eher im Bereich von 4 bis 6 Stunden netto pro Tag liegt.

Warum nur vier bis sechs Stunden?

Das hat unter anderem einen biologischen Hintergrund. Das menschliche Gehirn arbeitet nicht linear, sondern unterliegt natürlichen Schwankungen in Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit.

In der Psychologie spricht man von kognitiver Ermüdung. Ein Zustand, in dem deine mentale Leistungsfähigkeit messbar sinkt.

Mehr Zeit bedeutet also nicht automatisch mehr Wissen. Oft bedeutet es einfach nur, dass du länger arbeitest, aber weniger effizient aufnimmst.

Je anspruchsvoller die Aufgabe, desto schneller tritt dieser Effekt ein. Das Wiederholen von Karteikarten ermüdet also weniger stark als das Erarbeiten von neuem Stoff. Das sollte man bei seiner Zeitplanung immer beachten. 

Was wirklich funktioniert

Viel wichtiger als die Lernzeit ist das Wie des Lernens.

Forschende zeigen, dass bewusstes, fokussiertes Üben in klar abgegrenzten Zeitblöcken deutlich effektiver ist als stundenlanges, halbkonzentriertes Arbeiten.

Auch aus der Forschung des Psychologen Anders Ericsson wird deutlich, dass hohe Leistungsfähigkeit vor allem durch gezieltes, strukturiertes Training entsteht, nicht durch möglichst lange Anwesenheit am Schreibtisch.

Pausen sind kein Luxus

Pausen fühlen sich oft wie verlorene Zeit an.

Sind sie aber nicht!

Studien zeigen, dass das Gehirn Informationen gerade in Ruhephasen verarbeitet und festigt. Ohne Pausen sinkt daher nicht nur die Konzentration und Motivation, sondern auch die langfristige Speicherung im Gedächtnis, also genau das, worauf es in Prüfungen und letztlich dem Examen ankommt.

Stunden zählen bringt wenig

Daraus folgt, dass das reine Zählen von Lernstunden nur bedingt aussagekräftig ist und in vielen Fällen sogar kontraproduktiv sein kann.

Entscheidend ist nicht die Quantität der Zeit, sondern die Qualität der kognitiven Verarbeitung innerhalb dieser Zeit.

Sinnvoller ist es daher, in klar definierten Lernintervallen zu arbeiten, insbesondere für Aufgaben mit offenem Ende. Methoden wie die Pomodoro-Technik sind so beliebt, weil sie Struktur, Fokus und regelmäßige Pausen fördern. Bei dieser Technik lernst du in festen Intervallen, beispielsweise 25 Minuten und machst im Anschluss fünf Minuten Pause.

Realistisch planen statt vergleichen

Um effektiv zu lernen, ist es von zentraler Bedeutung, die eigene kognitive Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen. e

Nur wenn du weißt, wo deine individuelle Aufnahmekapazität liegt, kannst du deine Lernzeit sinnvoll strukturieren.

Auch der Vergleich mit anderen bringt selten viel. Von außen lässt sich nicht beurteilen, ob tatsächlich produktiv gearbeitet wird oder ob lediglich Zeit verbracht wird. Außerdem ist jeder Mensch individuell, für alle funktioniert etwas anderes am besten. 

Fazit

Effektives Lernen bedeutet nicht, möglichst lange durchzuhalten. Es heißt die eigene Energie sinnvoll einzusetzen. 

Gerade für das 1. Staatsexamen muss das Erlernte auch im Langzeitgedächtnis bleiben, abgesessene Stunden reichen also nicht. Durchgemachte Nächte funktionieren also spätestens in der Examensvorbereitung nicht mehr. 

Also organisiere deine Lernalltage anhand deiner individuellen Möglichkeiten und lass dich nicht beirren von dem Typen der vielleicht auch einfach seit acht Stunden Block Blast spielt.

Wie gehst du mit langen Lerntagen um?

Was funktioniert bei dir und was gar nicht?

Für mehr Lerntipps und Erfahrungen rund ums Studium, Referendariat und den Berufsalltag folge @goldwaage auf Instagram.


Ericsson, K. A., Krampe, R. T., & Tesch-Römer, C. (1993). The Role of Deliberate Practice in the Acquisition of Expert Performance. Psychological Review.

Pashler, H. et al. (2007). Organizing Instruction and Study to Improve Student Learning. Psychological Science in the Public Interest.

Boksem, M. A. S., & Tops, M. (2008). Mental fatigue: costs and benefits. Brain Research Reviews.

Cepeda, N. J. et al. (2006). Distributed Practice in Verbal Recall Tasks. Psychological Bulletin.

Jura, mein Leben oder Jura und mein Leben? Warum eine gesunde Work-Life-Balance kein Luxus, sondern notwendig ist 

„Jura ist kein Studium, sondern ein Lebensstil“ – Sätze wie diesen hört man oft bereits in den ersten Wochen des Studiums. Gesetzestexte, Hausarbeiten, Praktika, Klausurenphasen und das allgegenwärtige Staatsexamen scheinen schnell den gesamten Alltag einzunehmen. Doch genau hier stellt sich die entscheidende Frage: Ist Jura mein Leben – oder ist Jura ein Teil meines Lebens? Dieser Frage geht unsere Autorin Sophia im heutigen Blogpost auf den Grund.

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Als ich vor ein paar Tagen wieder einmal dabei war, mir meine tägliche Dosis Social Media Content abzuholen, scrollte ich durch Instagram und das erste Reel, das mir vorgeschlagen wurde startete mit den Worten: „Wisst ihr, was im Jurastudium wirklich underrated ist? Normale Leute, mit denen man eine normale Unterhaltung führen kann, bei der es nicht nur um Jura geht.“ Und irgendwie habe ich mich dabei ertappt, diesen Gedanken auch schon mal gehabt zu haben. Manchmal ist man beim Mittagessen in der Mensa oder bei der Houseparty mit Kommilitoninnen einfach nur dankbar dafür, wenn es mal nicht um Jura geht und ich glaube, so geht es Vielen.

Wenn Jura das ganze Leben bestimmt

Das Jurastudium ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Klausuren, Hausarbeiten und das Hinarbeiten aufs Staatsexamen können schnell den gesamten Alltag einnehmen. Freizeit fühlt sich dann wie verlorene Zeit an, Pausen machen permanent ein schlechtes Gewissen, soziale Kontakte und Hobbys geraten in den Hintergrund. Auf Dauer führt dieser Druck jedoch oft zu Erschöpfung und sinkender Motivation, was sich ironischerweise dann eher negativ auf die Lernleistung auswirkt.

Jura UND mein Leben – ein gesunder Ansatz

Eine gesunde Work-Life-Balance bedeutet nicht, weniger engagiert zu sein. Sie bedeutet vielmehr, Jura als wichtigen Teil des Lebens zu sehen, vielleicht sogar als Leidenschaft, aber eben nicht als den einzigen Teil des Lebens. Erfolg im Studium und im Beruf entstehen nicht nur durch lange Lernzeiten, sondern auch durch Konzentration, mentale Stärke und Ausgleich.

Wer regelmäßig Pausen einplant, Sport treibt, Freundschaften pflegt und Zeit für sich selbst nimmt, schafft die Grundlage für nachhaltige Leistungsfähigkeit. Ein Spaziergang, ein Abend mit Freunden oder ein Wochenende ohne Gesetzestexte sind keine verlorene Zeit. Auch auf Urlaube sollte man nicht verzichten, nur weil man Jura studiert. All das sind Investitionen in die eigene Energie und Motivation.

Die Illusion der ständigen Produktivität

In der juristischen Ausbildung herrscht oft das Gefühl, man müsse 24/7 produktiv sein. Lernpläne, Repetitorien und der ständige Vergleich verstärken diese Wahrnehmung. Doch wer kann schon dauerhaft auf Höchstleistung arbeiten? Superhelden vielleicht. Aber das sind wir nicht (auch, wenn manch ein Jurist sich als Superheld sehen mag).

Man sollte sich bewusst machen: Qualität ist wichtiger als Quantität. Vier konzentrierte Lernstunden können oft wertvoller sein als zehn Stunden am Schreibtisch ohne Fokus. Eine strukturierte Planung mit festen Lernzeiten und klar definierten Pausen hilft dabei, produktiv zu bleiben und gleichzeitig gesund zu leben. Und Gesundheit ist meiner Meinung nach das A und O. Das habe ich zum Glück aus meiner Vorbereitung auf’s erste Examen mitgenommen: Ich würde nie wieder Jura über meine Gesundheit stellen. Wenn mein Körper gerade nicht kann, dann zwinge ich ihn auch nicht, nur weil ein Staatsexamen kurz bevor steht.

Grenzen setzen lernen

Ein wichtiger Schritt zu einer gesunden Work-Life-Balance ist es, sich selbst Grenzen setzen zu können. Das bedeutet zum Beispiel:

– feste Lernzeiten statt rund um die Uhr Lernen  

– bewusste Freizeit ohne schlechtes Gewissen  

– realistische Ziele statt Perfektionismus  

– Zeit für Familie, Freunde und Hobbys  

– ausreichend Schlaf und Bewegung  

Grenzen zu setzen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstmanagement und Verantwortung gegenüber der eigenen Gesundheit.

Warum eine Work-Life-Balance gerade für Juristen so wichtig ist

Der juristische Beruf (angefangen mit der Ausbildung) ist langfristig anspruchsvoll – egal ob in Kanzlei, Unternehmen, Verwaltung oder Justiz. Wer schon im Studium lernt, auf sich selbst zu achten, entwickelt wichtige Fähigkeiten für das spätere Berufsleben: Stressmanagement, Belastbarkeit, Zeitmanagement und Selbstfürsorge (und neben der Examensnote werden diese Fähigkeiten für Arbeitgeber immer relevanter).

Eine gesunde Balance sorgt nicht nur für bessere Leistungen, sondern auch für mehr Zufriedenheit und langfristige Motivation. Jura kann ein erfüllender und spannender Lebensweg sein – aber nur, wenn genügend Raum für das eigene Leben bleibt.

Fazit: Jura ist ein Teil deines Lebens – nicht dein ganzes Leben

Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob Jura wichtig ist, sondern welchen Platz Jura im eigenen Leben einnehmen soll.  Jura darf fordern, aber es sollte nicht alles bestimmen. Erfolg entsteht nicht durch Selbstaufgabe, sondern durch Balance.

Jura mein Leben oder Jura und mein Leben? Meine Antwort ist klar: Jura und mein Leben. Denn nur wer auch lebt (und ab und zu mal eine Unterhaltung führt, bei der es nicht um Jura geht), bleibt im Jurastudium als auch im Beruf langfristig erfolgreich.

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Examensbaukasten: So gestaltest du eine Routine fürs 1. StEx, die zu dir passt

Du hast gerade deine Examensvorbereitung begonnen und kriegst ständig ungefragte Ratschläge, wie eine Vorbereitung auszusehen hat? Wir sind der Meinung, dass nur du am besten weißt, welche Lernroutine zu dir passt. Deshalb stellen wir dir heute zehn Lernmöglichkeiten vor, aus denen du dir deine eigene Examensvorbereitung zusammenstellen kannst.

Kurz vorab noch etwas zur Routine:

Lernen ist höchst individuell. Es bringt wenig, sich ständig mit anderen ExamenskandidatInnen zu vergleichen (auch wenn es natürlich schwer ist, sich ganz davon frei zu machen).

Allerdings sind besonders die Parameter, hinsichtlich derer man sich vergleicht, wenig aussagekräftig. Möglicherweise verbringen andere Personen mehr Zeit in der Bibliothek als du – aber das heißt ja nicht, dass sie diese Zeit effizient nutzen.

Frag dich selbst diese 5 Dinge

Es ist vor allem hilfreich, seine eigenen Fähigkeiten zu kennen und eine Routine darum zu bauen. Hilfreich sind folgende Fragen:

  • Wie viele Stunden am Tag kannst du dich wirklich konzentrieren?
  • Zu welcher Uhrzeit bist du am fokussiertesten?
  • Lernst du lieber zu Hause oder in der Bibliothek?
  • Lernst du lieber alleine oder in der Gruppe?
  • Brauchst du eine rigide Routine oder nur einen losen Plan?

So erkennst du, ob deine Routine etwas taugt

Du erkennst eine gute Routine an drei Dingen:

  1. Sie überfordert dich nicht.
  2. Sie ist (auch an schlechten Tagen) einfach zu befolgen.
  3. Sie bietet so viel Abwechslung, dass sie dich nicht langweilt, aber so viel Regelmäßigkeit, dass du messbare Fortschritte erzielst.
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10 Inspirationen, für deine Lernroutine

1. Lernplan

    Von allen Methoden, die ich heute vorstelle, ist der Lernplan die einzige, die ich zwingend empfehle. Bei einer monate- bzw. jahrelangen Vorbereitung brauchst du einen roten Faden, an dem du dich orientierst. Das bedeutet keinesfalls, dass du einen rigoros getakteten Plan brauchst, der für jeden Tag eine Lerneinheit vorsieht – im Gegenteil. Was du aber brauchst ist eine Übersicht mit allen examensrelevanten Fächern, in dem die wichtigsten Themen aufgelistet sind. So hast du einen Überblick darüber, wie weit du schon gekommen bist und was noch vor dir liegt. Es lohnt sich zudem, Themen, die du dir kurz vor dem Examen noch einmal ansehen willst, rot zu markieren.

    Du kannst dir den Plan selbst erstellen, oder aber auf Listen anderer zurückgreifend. Ich persönlich habe den Lernplan von Repetitorium Hofmann als sehr hilfreich empfunden.

    2. Kurse

    Die meisten Studierenden besuchen ein kommerzielles oder universitäres Repetitorium. Einerseits erklären dir dort Profis noch einmal den examensrelevanten Stoff, andererseits hast du dadurch schon eine Struktur an der Hand, mit der du einzelne Fächer wiederholst. 

    3. Karteikarten-Apps

    Mittlerweile ist es wirklich kein Geheimtipp mehr: Aber spaced repetition, also regelmäßiges Wiederholen durch Abfragen, ist so ziemlich die effektivste Lernmethode. Dafür gibt es einige Karteikarten-Apps. Die wohl gängigste ist die Plattform “Anki”, für die verschiedene Anbieter bereits fertige Jura-Pakete anbieten. Das ist zwar nicht ganz billig, spart aber eine Menge Zeit in der Vorbereitung. 

    4. Karteikarten auf Papier

    Neben digitalen Angeboten kann es auch hilfreich sein, einige Karteikarten schriftlich anzufertigen und z.B. unterwegs zu lernen. Mir persönlich hat es geholfen, die wichtigsten Schemata aller Fächer auf Karteikarten zu notieren und am Ende jedes Lerntages zwei, drei davon zu wiederholen. 

    5. Lernzettel und Mindmaps

    Um gelerntes festzuhalten, kannst du dir Lernzettel oder Mindmaps erstellen. Mit der Hilfe von KI geht das inzwischen sogar ohne großen Zeitaufwand. 

    6. Klausuren schreiben

    Hier dran führt in einer sinnvollen Examensvorbereitung (leider) kein Weg vorbei. Denn obwohl ich es ungerne zugebe: Probeklausren zu schreiben ist unglaublich effektiv. Du wendest den gelernten Stoff an, erschließt dir noch fremde Themen und bekommst vor allem eine Idee dafür, wie die 5 Stunden so ablaufen. Du wirst einen enormen Fortschritt verzeichnen, wenn regelmäßig, d.h. idealerweise wöchentlich, Klausuren schreibst. 

    7. Lerngruppe

    Vielen Studierenden hilft es, in der Gruppe zu lernen. Im besten Fall trefft ihr euch zu zweit oder maximal zu viert und sprecht Fälle durch oder fragt euch den Stoff ab. Wichtig ist nur, dass ihr euch untereinander gut versteht und kein unnötiger Wettbewerb entsteht. Sobald sich jeder traut, auch mal eine “dumme” Frage zu stellen, habt ihr ein gutes Gruppenklima erreicht. 

    8. Podcasts

    Als gute Ergänzung zu einem Lerntag bietet es sich an, Podcasts zu hören. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an spannend aufbereiteten Rechtsprechungs- und Lernpodcasts auf Spotify und Co. Dank KI kannst du dir jedoch auch zu deinem Wunschthema einen Podcast erstellen und so dein Wissen vertiefen. 

    9. Zeitungsartikel

    Um bezüglich der Rechtsprechung auf dem neusten Stand zu bleiben, lohnt sich ab und an ein Blick in eine juristische Ausbildungszeitschrift. Diese stehen in der Regel über die Uni digital und analog zur Verfügung.

    10. Abfragen lassen (von KI)

    Du kannst deinen Lerntag abwechslungsreicher gestalten, indem du dich Gelerntes abfragen lässt. Wenn dir das unangenehm ist, besteht auch die Möglichkeit, dir von KI ein Quiz erstellen zu lassen und so dein Wissen zu testen. 

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    Wir wünschen dir viel Erfolg und starke Nerven für die Examensvorbereitung!

    So hast du KI noch nie genutzt – 5 Funktionen, die dir das Jurastudium extrem erleichtern 

    Auch, wenn die Nutzung von künstlicher Intelligenz beim Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten oder bei der juristischen Recherche ihre Schwachpunkte hat, gibt es viele tolle Funktionen, die dir das Lernen echt erleichtern können. Unsere Autorin Sophia stellt dir in diesem Beitrag fünf KI-Funktionen vor, mit denen du beim Lernen viel Zeit sparen kannst. 

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    1. Podcasts

    Du hörst in deiner Freizeit gerne Laber-Podcasts? Warum nicht auch zum Lernen?

    Wie wir alle wissen, kann es helfen beim Lernen nicht nur ein Skript oder Lehrbuch nach dem anderen zu lesen, sondern auch mal mit jemandem über die Lerninhalte zu sprechen oder sie sich von jemandem erklären zu lassen. Im Zeitalter der KI gibt es sogar die Möglichkeit, sich ein Podcast-Skript erstellen zu lassen und dies in einen Podcast umwandeln zu lassen. Beispielsweise kannst du ChatGPT1 bitten, dir ein Skript zum Thema Vertragsschluss zu erstellen oder du nimmst direkt das Skript aus der BGB AT – Vorlesung. Dies kannst du dann zum Beispiel mit NotebookLM2 in einen Podcast umwandeln lassen. Dann kannst du ganz ohne schlechtes Gewissen deinen Schreibtisch verlassen, dir deine Kopfhörer schnappen und bei einem Spaziergang in der Sonne, auf dem Laufband im Gym oder auf der Picknickdecke im Park deinen persönlichen Lernpodcast hören. 

    2. Karteikarten

    Du bist der Lerntyp, der stundenlang Karteikarten schreibt und nach dem Schreiben dann keine Zeit mehr für den wichtigen Part – das eigentliche Lernen hat?

    Dann lass dir aus deinen Mitschriften oder den Unterlagen der Vorlesung doch einfach digital Karteikarten erstellen. Bestimmt hast du schon mal von Anki gehört. Bei Anki kannst du dir selbst Karteikarten erstellen, die du dann systematisch in Stapeln lernen kannst oder bereits erstellte Stapel käuflich erwerben. Nun gibt es z.B. den sogenannten AnkiBuddy3. Hier kannst du ganz einfach eine Datei, wie z.B. die Powerpoint der Vorlesung Sachenrecht hochladen und die KI erstellt dir hieraus in Sekundenschnelle personalisierte Karteikarten nach deinen Vorstellungen.

    3. Lernpläne

    Du startest in die Examensvorbereitung und brauchst einen Lernplan, der auf dich, deinen Kalender und deinen Lerntyp abgestimmt ist?

    Die Lernpläne, die im Internet existieren, sind um ehrlich zu sein teilweise sehr erschlagend, unübersichtlich und nicht besonders realistisch, wenn man neben dem Studium noch ein Sozialleben haben möchte. Auch hier kann dir die KI helfen. Bitte die KI deiner Wahl, dir einen Lernplan pro Woche, pro Monat oder für die gesamte Zeit deiner Examensvorbereitung zu erstellen. Gib an, an welchen Tagen und zu welchen Tageszeiten du lernen möchtest, wann du Probeklausuren schreiben möchtest und lade den Pflichtfachstoff deines Bundeslandes hoch. Zusätzlich kannst du der KI deines Vertrauens verraten, was für ein Lerntyp du bist und mit welchen Methoden du am effektivsten lernst. Dann bekommst du vielleicht sogar noch ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg und schon hast du einen Erfolgsplan bis zum 1. Staatsexamen. Den musst du dann im Optimalfall nur noch einhalten – dabei kann dir die KI noch nicht helfen…

    4. Korrekturlesen

    Du hast eine Hausarbeit oder eine Seminararbeit geschrieben und bist dir unsicher, was Rechtschreibung und Formulierungen angeht?

    Nicht jeder hat eine Lehrerin als Mutter, so wie ich, die damals in meiner allerersten Anfängerhausarbeit beim Korrekturlesen sogar Rechtschreibfehler im Sachverhalt markierte oder an den Rand schrieb: „das ist kein Deutsch“. Ich musste ihr dann erstmal erklären, dass der Sachverhalt nicht von mir, sondern vom zuständigen Lehrstuhl stammt und, dass wir Juristen das nun mal so sagen… naja, Lehrer halt. Mittlerweile müssen wir zu Glück, nicht mehr das eigene Umfeld 30 Seiten juristischer Sprache quälen, sondern können ganz einfach die KI unsere Texte auf Grammatikfehler überprüfen lassen. Hierzu gibt es zahlreiche KI-tools, die ich hier jetzt nicht alle aufzählen werde. 

    5. Zusammenfassungen

    Dein Prof oder AG-Leiter haben dir zum „Nachlesen bei einem Glas Wein“, so wie es mein ehemaliger Repititor zu sagen pflegte einen 50-Seiten langen Aufsatz mitgegeben und du willst bei dem Glas Wein lieber die neueste Folge Trash-TV gucken anstatt tiefer ins Gesellschaftsrecht einzutauchen?

    Dann lass dir den Aufsatz doch einfach mithilfe von KI zusammenfassen und du bist trotzdem in der nächsten AG-Stunde bestens informiert. Auch YouTube-Videos lassen sich mittlerweile mithilfe von KI-tools zusammenfassen. Selbst in meinem Mail-Programm kann ich mir seit neuestem meine eingegangenen Mails zusammenfassen lassen. Auch, wenn ich das etwas übertrieben finde. Wer schreibt schon Mails im Umfang eines 50-seitigen Aufsatzes? Und mal ehrlich: ein kleines bisschen Eigeninitiative wird von uns trotz all der Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz immer noch erwartet. 

    Lernst du schon mithilfe von KI? Wenn die der Beitrag gefallen hat, teile ihn gerne mit KomillitonInnen und folge Goldwaage auf Instagram. 

    1. https://use.ai/de ↩︎
    2. https://notebooklm.google ↩︎
    3. https://ankibuddy.com/ ↩︎



    Diese Fehler verraten, dass du ChatGPT für deine Hausarbeit nutzt

    KI als Recherchetool zu nutzen, ist an den meisten Unis nicht verboten. Brenzlig wird es erst, wenn ein Großteil deiner Hausarbeit von einer KI verfasst wird. In diesem Beitrag erklärt dir unsere Autorin Stine, woran man einen von ChatGPT erstellten Text enttarnen kann.

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    Manchmal steht man vor juristischen Fragestellungen im Studium und findet einfach keinen Einstig in die Materie. Da kommt einem schnell in den Sinn die allwissende KI zu fragen. Meistens klingen die Antworten bei dem ersten Lesen auch so überzeugend, dass man sich fragt: „wozu überhaupt noch anstrengen?“. Und weil es so viel einfacher ist, liegt der Wunsch nahe, die Hausarbeit doch gleich vollständig von einer KI schreiben zu lassen. Warum das gerade mit Hilfe von ChatGPT im Jurastudium keine gute Idee ist, erzähle ich dir jetzt. 

    Spiegelstriche

    Noch nie habe ich in meinen juristischen Hausarbeiten oder anderen verschriftlichten Werken mit Spiegelstrichen gearbeitet. Frage ich aber ChatGPT nach einer besseren Formulierung, baut das Programm in nahezu jeden Absatz mindestens einen ein. Manchmal ist das ganz sinnvoll, meist tut es aber auch ein Komma.

    Quellen

    ChatGPT kann keine zuverlässige Quellenarbeit im Jurastudium ersetzen. Wer einer Angabe dieser KI ohne eigene Recherche glaubt, ist meist schon durchgefallen. Das Programm vertauscht Absätze, Seitenzahlen, Gerichte und kann Primär- nicht von Sekundärquellen unterscheiden. Gar nicht so selten existieren die angegebenen Quellen überhaupt nicht. Weist man das Programm darauf hin, dass die Quelle in dieser Form nicht existiert, denkt es sich kurzerhand einen neuen Fundort aus. 

    Zweifelhafte juristische Schlüsse

    Dieser Fehler zeigt besonders deutlich, warum KI (noch) keine Juristen ersetzen kann. Insbesondere ChatGPT kann nicht juristisch „denken“. Trotzdem liest man regelmäßig gut klingende und sauber argumentierte Schlussfolgerungen aus Urteilen oder Gesetzeswortlauten, die bei genauerer Betrachtung wenig Sinn ergeben. Dementsprechend sollte man jede juristische Behauptung von ChatGPT überprüfen. 

    In meinem Fall hat die KI sich einmal eine zivilprozessrechtliche Maxime ausgedacht. Kurz war ich davon sehr überzeugt und hätte mich beinahe vor meinem ausbildenden Richter lächerlich gemacht. Ein Glück bin ich dem Ganzen noch rechtzeitig auf die Schliche gekommen. 

    Kein Faktencheck

    ChatGPT checkt keine Fakten. Gerade bei juristischen Fragestellungen fällt auf, dass das Programm im Wesentlichen auf freizugängliche Quellen zurückgreift. Inhalte hinter Paywalls bleiben außen vor. Dadurch gibt die KI ungefiltert alle im Internet frei zugänglichen Meinungen wieder, ohne deren Qualität oder Tragfähigkeit zu prüfen. Das Bild, dass das Programm von bestimmten Ansichten zeichnet, weicht daher häufig signifikant vom tatsächlichen Meinungsbild in Fachliteratur und Rechtsprechung ab. Das liegt an der Arbeitsweise der KI. Diese filtert die gefundenen Informationen gerade nicht nach wissenschaftlicher Qualität, sondern eher nach quantitativen Kriterien.

    Überperfekte Sprache

    Fragt man die KI wie sie eine Formulierung findet oder ob sie Verbesserungsvorschläge hat, antwortet diese häufig mit nahezu gleichlautenden Sätzen, die nur geringfügig abweichen. Selbst Sätze die ChatGPT erstellt hat, werden wieder abgeändert. Ob das immer zur Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit des Geschrieben beiträgt, wage ich zu bezweifeln. 

    In erster Linie führt es eher zur Verunsicherung derjenigen, die ohnehin schon nach der „schönsten“ Formulierung suchen. Teilweise kann das Programm wirklich gut formulieren, aber man sollte sich nicht von den eigenen stilistischen Ansprüchen abbringen lassen. Manchmal kritisiert ChatGPT nur, weil keine Vorschläge keine Option sind. 

    Außerdem lassen überperfekte Formulierungen schnell auf die Nutzung von KI schließen. Vor allem orthographische und stilistische Fehler unterlaufen schließlich jedem Menschen.

    Screenshot

    Fehlende Entscheidungsfreude

    ChatGPT bezieht nie Stellung. Bei der Nutzung des Programms fällt die sprachliche Vorsicht auf. Klare juristische Aussagen findet man selten. Stattdessen wird fast alles relativiert. Das klingt zunächst wissenschaftlich, stellt aber keine klare Entscheidung in den Mittelpunkt. 

    Gerade in Hausarbeiten im Jurastudium wird erwartet, dass man eine klare Position. Die Texte wirken zwar sauber formuliert, bleiben aber inhaltlich unentschlossen. 


    Sich Inspiration von ChatGPT für die Hausarbeit oder andere juristische Fragestellungen zu holen kann sinnvoll sein, sollte aber niemals ungeprüft übernommen werden. Teilweise ist die KI so überzeugt von ihrer eigenen Ansicht, dass sie auch auf mehrmaligen Hinweis nicht davon abrückt. Das sollte dich jedoch nicht beirren. Besonders in letzter Zeit habe ich häufiger das Gefühl, dass ich in juristischen Fragestellungen klüger bin als ChatGPT und dass zumindest meine Quellenarbeit, die des Programms um Meilen übertrifft. Gleiches gilt übrigens für die Planung von Reisen 😉

    Welche Fehler hast du schon mal mit ChatGPT gemacht? 

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    Künstliche Intelligenz für die Recherche? Wie die KI unsere juristischen Fähigkeiten auf die Probe stellt

    In Zeiten, in denen Künstliche Intelligenz juristische Hausarbeiten bestehen soll und juristische Datenbanken beginnen, KI-Tools einzusetzen müssen wir uns fragen: Wie sehr bereichert die KI uns in unserer rechtlichen Recherche wirklich? Verlieren wir durch sie unseren juristischen Scharfsinn? Diesen Fragen geht unsere Autorin Sophia in diesem Beitrag auf den Grund. 

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    Eine Zeit vor KI

    Ich habe mein Studium abgeschlossen, bevor Künstliche Intelligenz durch die Decke ging. 

    Bevor Videos von trampolinspringenden Kaninchen existierten und bevor ich mir ständig die Frage stellen musste, ob das, was ich vor mir habe, nun real oder KI-generiert ist. Um eine Hausarbeit zu schreiben, hatte ich die dürftige Auswahl unserer Bib, die juristischen Datenbanken und Online-Suchmaschinen zur Verfügung. Ich hatte keinen „KI-Buddy“, dem ich den Sachverhalt präsentieren konnte und der mir daraufhin in Sekundenschnelle eine vollständige Falllösung ausspuckte. 

    Erst in der Zeit meiner Examensvorbereitung bekam ich in meinem Umfeld mit, dass plötzlich die KI statt Google gefragt wurde, dass man die KI bloß mit ein paar Informationen zu seinem Lerntyp füttern brauchte und diese einem einen vollständigen und personalisierten Erfolgsplan zum Bestehen des 1. Staatsexamens ausspuckte.

    Plötzlich konnte durch die Nutzung von KI enorm viel Zeit gespart werden. Innerhalb von Sekunden waren Lernzettel oder Karteikarten geschrieben und man hatte vermeintlich die Antworten auf jede seiner Fragen. 

    Ich bemerkte zwar im privaten Bereich, wie künstliche Intelligenz langsam die Google-Suche ablöste, doch bei der Nutzung zur juristischen Recherche blieb ich skeptisch. 

    Urteile schreiben mit Hilfe von KI?

    Als ich dann Mitte letzten Jahres ins Referendariat startete wurde ich direkt ins kalte Wasser geworfen. Ich sollte plötzlich und ohne viel theoretischen Vorwissens zivilrechtliche Urteile für meinen Ausbilder verfassen. So begann auch ich für die juristische Recherche statt Google, die KI zu fragen. 

    Ich war zunächst begeistert darüber, wie schnell sie mir Antworten auf meine Fragen lieferte. Schön übersichtlich, durchnummeriert und mit Beispielen. Doch, wie sagt man so schön? Zwei Juristen – drei Meinungen? Schnell musste ich feststellen, dass die KI nur wahrscheinlichkeitsbasiert die Fähigkeiten eines „zweiten“ Juristen simuliert. Stellt man einfache Fragen wie: „wie lautet die zivilrechtliche Definition zum Schaden?“ ist die KI hilfreich und spuckt ziemlich sicher eine richtige Antwort aus. Fragt man allerdings nach ihrer Einschätzung zu einer rechtlichen Fragestellung, so entwickelt sie hierzu eine Meinung anhand aller Meinungen mit denen sie jemals „gefüttert“ wurde. Sie erfindet Gerichtsurteile, Aktenzeichen und verkauft ihre Meinung, wie es jeder Jurist und jede Juristin tun würde, als die Richtige. 

    Ehrlich gesagt bereitete mir die KI irgendwann nur mehr Aufwand als hätte ich direkt selbstständig nach vergleichbaren Gerichtsurteilen und Beschlüssen gesucht. Ständig ertappte ich mich dabei, wie ich eine Frage stellte, daraufhin eine Antwort ausgespuckt bekam und direkt ein Störgefühl in mir hochkam: „hm, stimmt das wirklich so?“ , „ist das nicht eigentlich anders?“, „komisch, würde ich irgendwie anders einschätzen.“

    Ein Training für unser Problembewusstsein

    Man könnte meinen, die Nutzung von KI lässt uns unseren juristischen Scharfsinn verlieren. Erst neulich las ich von einer Studie, die aufzeigte, wie sehr die Hirnaktivität durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz abnehmen soll. 1

    Doch ich bin der Meinung die KI fordert unser juristisches Problembewusstsein bei geschickter Nutzung geradezu heraus. Es ist, als würde man sich mit einem juristischen Gegenüber unterhalten, das seine ganz eigene Ansicht hat. Man darf nur nicht alles glauben, was die KI einem erzählt. Wie gesagt: zwei Juristen – drei Meinungen. Es gibt zu jeder juristischen Fragestellung unterschiedlichste Antworten und wie wir alle wissen „kommt es drauf an“. Die KI mag hier zwar oft inhaltlich keine größere Unterstützung bieten als der Blick in ein höchstrichterliches Urteil. Dennoch fordert sie uns heraus. Sie bringt uns dazu, konkreter zu hinterfragen, schärft unser Problembewusstsein und hilft uns unsere ganz eigene Ansicht zu entwickeln. Und DARAUF kommt es doch an.

    Ein positiver Ausblick?

    Zugegebenermaßen habe ich die jüngst veröffentlichte KI-Funktionen der beiden großen juristischen Datenbanken noch nicht getestet und kann daher nur von meiner Erfahrung mit den gängigen, kostenlosen KI-Tools sprechen. Ich werde dem Ganzen jedoch mal eine Chance geben und vielleicht wird durch sie die KI-gestützte Recherche ja gerade auf ein ganz neues Level gehoben? Es bleibt also spannend, die Entwicklungen zu verfolgen. Urteile erfinden werden sie zumindest hoffentlich nicht. 😉

    Nutzt du Künstliche Intelligenz für die rechtliche Recherche? Teile gerne deine Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema mit uns auf Instagram @goldwaage.jura .

    1. https://www.media.mit.edu/publications/your-brain-on-chatgpt/ ↩︎

    Vom ersten Semester bis zum Examen – wie läuft das Jurastudium ab?

    Du hast gerade mit dem Jurastudium begonnen und hast trotz diverser Einführungsveranstaltungen keine Ahnung wie das Ganze jetzt abläuft? Oder du bist bereits im Hauptstudium und lebst immer noch von Tag zu Tag ohne einen richtigen Plan zu haben? Mit diesem Beitrag gibt dir unsere Autorin Sophia einen roten Faden an die Hand, damit du in Zukunft den Durchblick hast. 

    Photo by Tatiana Syrikova on Pexels.com

    1. Die ersten Wochen als StudentIn

    In den ersten Wochen gibt es neben dem aufregenden neuen Studentenleben auch ein paar organisatorische Dinge, die du erledigen solltest:

    • Immatrikulation abschließen (inklusive Zahlung des Semesterbeitrags)
    • Uni-Accounts aktivieren
    • Studien- und Prüfungsordnung lesen (ja, wirklich! Hier steht schon ganz viel Wertvolles drin, damit du den Überblick behältst)
    • Stundenplan erstellen (hierfür haben die meisten Unis Musterstudienpläne anhand derer du deinen perfekten Stundenplan erstellen kannst)
    • Herausfinden:

             •       Wie funktioniert die Kurs- und Klausuranmeldung?

             •       Gibt es Anmeldefristen für AGs, VKs oder Tutorien?

             •       Welche Leistungsnachweise sind Pflicht und was ist freiwillig?

    2. Grundstudium (1.–4. Semester): Orientierung und Grundlagen

    Im Grundstudium lernst du die Basics und legst damit ein wichtiges Fundament für dein Studium. Noch in der Examensvorbereitung oder schließlich in der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung wird dir jeder sagen, dass es vor allem auf die Basics und ein gutes juristisches Handwerkszeug ankommt und da haben sie recht.

    Inhalte typischerweise:

    • BGB AT, Schuldrecht AT
    • Grundrechte
    • Staatsorganisationsrecht
    • Strafrecht AT
    • Grundlagen des Rechts

    Diese Inhalte erarbeitest du dir in den Vorlesungen und den dazugehörigen Arbeitsgemeinschaften (AGs) bzw. Vorlesungsbegleitenden Kolloquien (VKs).

    Was du erledigen musst:

    • Kurse & AGs/VKs rechtzeitig anmelden 
    • Leistungsnachweise (Kleine Scheine) erwerben (meist durch Klausuren + Hausarbeiten)

    Hier lohnt es sich mal bei Tutoren oder älteren StudentInnen nachzufragen, ob sie AG- oder VK-Leiter empfehlen können. Wenn du dich frühzeitig anmeldest, hast du es außerdem in der Hand, wann deine AG oder dein VK stattfindet und du schaffst es eventuell den Freitag oder Montag für ein langes Wochenende freizuhalten 😎

    Zwischenprüfung:

    Die Zwischenprüfung wird meist nach dem 3. oder 4. Semester relevant und besteht je nach Uni aus einer bestimmten Anzahl von Klausuren (und Hausarbeiten). An meiner Uni war der Begriff Zwischenprüfung damals z.B. etwas irreführend. Bei uns handelte es sich nicht um eine gesonderte Prüfung, sondern das Ergebnis der Zwischenprüfung setzte sich aus den Ergebnissen der Prüfungsleistungen der ersten vier Semester (Kleine Scheine und Grundlagenschein) zusammen. Auch hierfür lohnt sich wieder ein Blick in die Studien- und Prüfungsordnung deiner Uni.

    3. Hauptstudium (5.-7. Semester): Vertiefung und Schwerpunkt

    Inhalte typischerweise:

    • Schuldrecht BT
    • Sachenrecht
    • Verwaltungsrecht AT/BT
    • Strafrecht BT
    •  Schwerpunktbereich (z. B. Wirtschaftsrecht, Kriminologie, Europarecht)

    Schwerpunktbereich: 

    4. Examensvorbereitung: Der Endgegner

    Wann anfangen?

    • realistisch ca. ab dem 6./7. Semester
    • Dauer: ca. 12-18 Monate (kann man sehr individuell gestalten)

    Optionen:

    Was jetzt wichtig ist:

    • Lernplan erstellen
    • Regelmäßig Probeklausuren schreiben
    • Stoff systematisch wiederholen

    5. Anmeldung zum Staatsexamen: Formales nicht unterschätzen

    Die Anmeldung zum Examen ist verbunden mit viel Papierkram und hier ist es von Vorteil, wenn man bereits während des Studiums alle wichtigen Unterlagen in einem Ordner sammelt und sich erinnert wo man damals das Abizeugnis verstaut hat.

    Wann, wie, wo?

    • bis ca. 3 Monate vor den schriftlichen Examensprüfungen
    • meist auf Website des Justizprüfungsamtes (JPA) deines Bundeslandes veröffentlicht
    • in manchen Bundesländern kommt das JPA auch für einen Anmeldetermin vor Ort an die Uni
    • ansonsten postalische Anmeldung unter Zusendung des Antragsformulars und aller erforderlichen Unterlagen (Originale, die du verschickst bekommst du meist nach dem Examen wieder zurückgeschickt – vergewissere dich hierbei aber am besten bei deinem JPA)

    Typischerweise benötigte Unterlagen:

    • Leistungsübersichten
    • Leistungsnachweise (Große Scheine, evtl. Fremdsprachen- oder Rhetorikschein)
    • Immatrikulationsbescheinigung
    • Schwerpunktnachweise (falls schon absolviert)
    • Nachweis über Praktika (hier legen die Prüfungsämter oft sehr penibel Wert auf die genaue Anzahl der absolvierten Praktikumstage. Beachte dies also bereits, wenn du dir nach den jeweiligen Praktika diese schriftlich bescheinigen lässt)
    • Abiturzeugnis
    • Tabellarischer oder sogar handschriftlicher Lebenslauf (dieser wird deinem Prüfer bei der mündlichen Prüfung vorgelegt)

    6. Nach dem ersten Examen: Kurzer Ausblick

    • Referendariat (Zweites Staatsexamen)
    • Berufsstart
    • Promotion
    • LL.M.

    Aber: Eins nach dem anderen 😉

    Das Jurastudium wirkt oft chaotisch und unübersichtlich, ist aber mit dem richtigen Überblick gut zu strukturieren. Wer sich mit der Studien- und Prüfungsordnung auseinandersetzt, Fristen und Voraussetzungen im Blick behält und sich rechtzeitig Gedanken über das Examen macht, nimmt sich viel Stress. Wie so oft im Leben es ist außerdem gut, sich einfach mal mit anderen auszutauschen, die vielleicht schon etwas weiter im Jurastudium sind oder das Ganze schon hinter sich haben. 

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