Lies das, wenn du dich festgefahren in deiner Examensvorbereitung fühlst

Fast niemand übersteht die Examensvorbereitung ohne einen herben Schlag, eine mittelschwere Sinnkrise oder eine niedergeschlagene Phase. Unsere Autorin Carla erzählt in diesem Beitrag, wie sie mit Rückschlägen umgegangen ist und wieso es wichtig ist, dass du nicht aufgibst.

Ich erinnere mich noch sehr genau an einen Tiefpunkt meines Examensvorbereitung. Es war Frühling und ich hatte gerade mein Probeexamen geschrieben. Ich war mir schon währenddessen sicher, dass meine Ergebnisse nicht besonders gut sein konnten, aber die tatsächlichen Resultate waren ein Schlag ins Gesicht.

Selbst in meinen besseren Fächern hatte ich für mich enttäuschende Ergebnisse erzielt. Zu Hause las ich die Kommentare meiner KorrektorInnen und wurde von meinen Emotionen überrollt. Ich hatte die letzten Monate so viel gelernt, so viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt und nun das. War ich nicht klug genug? Hatte ich die falschen Inhalte gelernt? Hatte mein Korrektor schlechte Laune? Sollte ich das Examen überhaupt antreten?

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Ich hatte mir zu Beginn meines Studiums vorgenommen, nie wegen der Uni zu weinen, doch nun stand ich hier und mir lief eine Träne die Wange herunter. Wozu tat ich mir dieses Studium eigentlich an?

Die Vorstellung, dass ich genau ein Jahr später glücklich und gelöst mein Zeugnis entgegennehmen würde, erschien mir fernliegend und unwahrscheinlich.

Leider bringt das Staatsexamen viele Studierende an ihre Belastungsgrenzen. (Wie so viele, bin ich davon überzeugt, dass das Examen zwingend reformbedürftig ist.)

Dennoch braucht jeder Examenskandidat und jede Kandidatin irgendeine Strategie, diese anstrengende Phase glimpflich zu überstehen. Einige suchen den Ausgleich im Sport, andere tauschen sich offen und ehrlich mit ihren FreundInnen aus.

Mir half daneben – und es ist mir ein bisschen peinlich das einzugestehen – der Podcast vom amerikanischen Self-Help-Guru Mel Robbins. Inzwischen sehe ich einige ihrer Aussagen und psychologischen Binsenweisheiten etwas kritischer. Dennoch gab es eine Folge, die mich durch den Tiefpunkt meiner Examensvorbereitung gebracht hat.

Darin erzählt die Podcastern die Geschichte der Sängerin Victoria Monet, die nach Jahrzehnten harter Arbeit für andere KünstlerInnen einen Grammy für Ihre eigene Musik gewann. Die Sängerin nutzt darin die Metapher einer Pflanze, die Stück für Stück wächst, bis ihre Zeit zur Blüte kommt. Etwas kitschig, ich weiß.

Aber es half mir, auch in den schwereren Zeiten mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht hilft dir die Podcastfolge ja auch (oder eine andere Metapher, ein Bild, ein Gedicht, ein Gebet, ein Zitat), dich wieder zu motivieren.

Zum Abschluss möchte ich dir umkommentiert ein paar Dinge nennen, die du dir immer wieder vor Augen führen solltest:

  • Ein verpatztes Examen ist noch lange kein verpatzter Lebensweg
  • Eine Prüfung ist immer nur eine Momentaufnahme, lass dich nicht von ihr definieren
  • Eine verpatzte Klausur sagt nichts über deine Skills oder deine Intelligenz aus
  • Fehler, die du im Voraus machst, passieren dir im Examen nicht mehr
  • Alle ExamenskandidatInnen – wirklich alle – denken, sie müssten mehr lernen
  • Es gibt nicht „die eine“ oder „die richtige“ Examensvorbereitung – du machst das schon gut
  • Es lohnt sich nicht, die schönen Dinge des Lebens dauerhaft hinten anzustellen. Lebe dein Leben auch während der Examensvorbereitung. Reise, triff deine Liebsten, genieße freie Zeit und tu Dinge, die du gerne machst.

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