Mein Praktikum beim Strafverteidiger

Ich habe den ganzen September in der Kanzlei eines Strafverteidigers verbracht. Heute erzähle ich euch davon, was ich im Rahmen meines Praktikums dort gesehen und gelernt habe.

Die ersten Tage

Das erste, was ich an Tag eins meines Praktikums erlebt habe, war ein Mandantengespräch. Es war kein gewöhnliches, da es um den Vorwurf der Vergewaltigung ging. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, war das nicht der einfachste Start, aber dennoch fand ich es nicht verkehrt, einmal so ins kalte Wasser geworfen zu werden. Nach diesem Gespräch war ich nämlich hellwach und realisierte, dass wirklich sehr lehrreiche und interessante Wochen auf mich warten.

Ich freute mich zuallererst sehr darüber, dass ich ein eigenes Büro mit einem großen Schreibtisch und zwei Computer-Bildschirmen überlassen bekam. Dadurch hatte ich die Freiheit, ungestört zu arbeiten und nicht zwischen Tür und Angel zu sitzen. Ich hatte auch mein eigenes Telefon, um mit den MandantInnen in Kontakt zu treten.

Mein Büro

Die Rechtsanwaltsfachangestellte der Kanzlei half mir in diesen ersten Tagen ungemein, in den Arbeitsalltag zu finden und die nötigen Grundkenntnisse im Büro zu erlangen – selbst wenn es nur um den Umgang mit dem Drucker zum Scannen und Faxen ging. Sie war sehr geduldig und gelassen und erklärte mir Aufgaben gerne doppelt, falls ich beim ersten Mal nicht alles verstanden hatte. Langsam, aber sicher bekam ich meine ersten Aufgaben übertragen, von denen ich gleich ausführlicher berichte.

Wie mein Alltag aussah

Insgesamt waren wir mehrmals die Woche und manchmal sogar mehrmals am Tag bei unterschiedlichen Gerichtsterminen in ganz Mecklenburg-Vorpommern und einmal in Niedersachsen. Mein Lieblingsgericht ist übrigens das Amtsgericht Güstrow gewesen, weil es von innen wunderschön ist und tolle, farbenfrohe Gerichtssäle vorzuweisen hat.

Was noch beinahe jeden Tag auf meiner To-Do-Liste stand, war die ganz normale Büroarbeit. In einer Kanzlei umfasst das: Ermittlungsakten von Staatsanwaltschaft und Polizei scannen, Post stempeln, sortieren und bearbeiten, Schreiben an MandantInnen vorbereiten, mit Gerichten telefonieren, Kostenrechnungen erstellen und vieles mehr. Das erste Mal, als ich mit einer Richterin telefoniert habe, war sehr aufregend, weil ich mit ihr einen Verhandlungstermin vereinbaren durfte. Diese objektiven Kleinigkeiten wirken am Anfang des Praktikums trotzdem sehr spannend, weil man doch viel Verantwortung übertragen bekommt. Wenn du die Akte nicht richtig einscannst, können dem Anwalt am Ende wichtige Informationen für die Verteidigungsstrategie fehlen. Wenn du den Termin falsch vereinbarst und es eine Terminkollision gibt, lässt du MandantIn und alle Anwesenden im Gericht hängen.

Wie ich mit Mandanten und Mandantinnen umgegangen bin

Die meisten StraftäterInnen, die ich kennenlernte, waren halbwegs sympathisch und durchweg freundlich. Einige waren ruhig und schüchtern, andere laut und chaotisch, aber im Grunde war hier auch ein Querschnitt durch die gesamte Gesellschaft zu sehen. Das Bild vom „bösen Kriminellen“, welches in vielen Köpfen so verfestigt ist, habe ich schnell verworfen, weil ich den jeweiligen Hintergrund und die Geschichte zu jeder Tat erfuhr. Einige MandantInnen von uns waren in der Kindheit auf die schiefe Bahn geraten und hatten nie die Chance, etwas aus ihrem Leben zu machen. Manchmal ging mir deren Situation so nahe, dass ich ein Problem damit hatte, die nötige professionelle Distanz aufzubauen und mich von den Gefühlen der Personen abzugrenzen. Wenn die Mandantin vor euch sitzt und aus Verzweiflung weint, müsst ihr auch mit solchen Situationen zurechtkommen und Menschlichkeit beweisen, indem ihr sie beruhigt und ihr Perspektiven für die Zukunft aufzeigt. Als StrafverteidigerIn muss man also nicht nur durchsetzungsfähig und gut in Jura, sondern auch empathisch sein und Sicherheit vermitteln können.

Einige MandantInnen waren z.B. Russisch-Muttersprachler und so hatte es sich angeboten, dass ich mit ihnen auf Russisch gesprochen habe, um eine Ebene zu ihnen aufzubauen. Ich habe unterschätzt, was es für einen Unterschied ausmacht, wenn ein Mensch sich richtig gehört und verstanden fühlt. Wenn ihr also einmal die Möglichkeit habt, euch auf der Muttersprache der MandantInnen zu unterhalten, werdet ihr merken, wie sehr das beiderseits die Laune hebt und auch die professionelle Beziehung zueinander stärkt.

Meine Highlights

Besonders gut an dem Praktikum fand ich, dass ich wirklich überall eingebunden wurde und der Anwalt sogar meinen größten „Wunsch“ erfüllt hat, und zwar den Besuch in der JVA. Den Artikel dazu findet ihr hier. Wir waren ständig unterwegs und haben unterschiedliche Städte gesehen, was mir unheimlich viel Spaß bereitet hat. Jede Woche gab es neue Locations, neue Erledigungen und Herausforderungen.

Es war auch sehr sinnvoll, dass ich manchmal Rückschläge im Verteidigungsalltag miterlebte und lange Tage mitmachte, die über reguläre acht Stunden hinausgingen. Nur so konnte ich mir ein realistisches Bild vom Beruf machen. Jetzt weiß ich genau, dass Strafverteidigung definitiv in die engere Berufsauswahl gelangt, wenn ich mit dem Studium fertig bin. Es ist so ein mobiler und abwechslungsreicher Job, welcher einem (wie ich finde) viel zurückgibt. Man hat jeden Tag die Chance, jemandem zu helfen oder für Gerechtigkeit zu sorgen. Wenn wir auf dem Weg zu entscheidenden Terminen waren, hatte ich immer das Gefühl, etwas sehr Sinnvolles und Erfüllendes mitzuerleben. Dann war es auch kein Problem, auch mal um 5 Uhr morgens aufzustehen, da man weiß, dass man das für eine sehr wichtige Sache tut und wirklich gebraucht wird.

Fazit

Abschließend kann ich ein Praktikum in diesem Bereich wirklich allen empfehlen – auch (und vielleicht erst recht dann,) wenn man sich im Studium eher nicht mit Strafrecht anfreunden kann. Man lernt jeden Tag mindestens eine neue Sache aus der StPO und sieht diese dann angewandt im Gerichtssaal. Ich habe auch einen anderen Blick und Motivationskick in Bezug auf das Studium erhalten, aber davon werde ich euch noch bald in einem separaten Artikel erzählen…

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Mein Vormittag im Gefängnis

Heute, an einem Freitagmorgen, klingelt mein Wecker um 05:45 Uhr. Eigentlich stehe ich nie so früh auf, aber heute lag ich schon seit 04:00 Uhr wach im Bett.

Heute geht es zum ersten Mal in eine JVA für mich.

Der Strafverteidiger, bei dem ich mein Praktikum mache, hatte mich im Vorfeld extra im Gefängnis anmelden müssen. „Einfach so mitzukommen“ ist bei den strengen Sicherheitsvorkehrungen kaum möglich.

Um 07:00 Uhr morgens treffen wir uns vor der Kanzlei und fahren los: etwa zwei Stunden dauert die Fahrt in die Justizvollzugsanstalt. Pünktlich um 09:00 Uhr sind wir da und laufen zum Eingang – der Strafverteidiger tiefenentspannt und ich sichtlich nervös. Von außen ist die JVA fast unscheinbar. Wäre ich hier lediglich vorbeigefahren, hätte ich die hohen weißen Mauern vielleicht noch für einen Fabrikkomplex gehalten. Erst als wir auf dem Innenhof sind, sehe ich auch stellenweise Stacheldrahtzaun, der über den Mauern gespannt ist.

picture by Isabella Mendes, https://www.pexels.com/de-de/foto/98c-platte-auf-zaun-340585/

Angekommen im Empfangsraum geben wir erst einmal unsere Ausweise ab. Wir erhalten ein Besucherkärtchen und einen Schlüssel für unseren Spind. Ein Justizvollzugsbeamter führt uns in den nächsten Raum, in dem wir die Gelegenheit haben, unsere Taschen in den Spind zu legen. Alle unsere Wertsachen, Schmuck und den Inhalt unserer Taschen füllen wir in einen blauen Korb. Danach werden wir einzeln in einen Raum geführt, in dem ein Ganzkörper-Metalldetektor steht. Ich muss meine Schuhe ausziehen, auf die gelb markierten Flächen im Detektor treten und meine Arme heben. Meine Schuhe werden durchsucht und der Inhalt meiner Taschen wird begutachtet.

Wir werden in den nächsten Gebäudekomplex geführt und mein erster Eindruck des Besuchergebäudes ist, dass es mich an ein Kinderkrankenhaus erinnert. Es riecht gut hier, irgendwie sauber; die Wände sind orange gestrichen und mit farbenfrohen Bildern bedeckt. So habe ich es mir hier nicht vorgestellt. Der Beamte öffnet jede Tür und verschließt jede Tür einzeln und wir werden in einen engen Korridor geführt. Vor dem Besprechungsraum schaue ich durch die Tür hinein und denke: „Jetzt geht es also los“. Wegen der Infektionsgefahr erhalten wir keinen offenen Besprechungsraum, sondern einen, in dem der Mandant uns hinter einer Glasscheibe gegenübersitzen wird.

Der Besprechungsraum beinhaltet auf unserer Seite einen kleinen Raum mit einem Tisch und drei Stühlen. Auf der anderen Seite der Glasscheibe ist der Raum des Mandanten. Zur Verständigung gibt es eine Gegensprechanlage, die von allein funktioniert, also ohne einen Knopf beim Sprechen drücken zu müssen.

„Unser“ Mandant ist noch nicht da, deshalb setzen wir uns und warten. Währenddessen schaut sich der Strafverteidiger noch einmal die Akte an und geht Zeugenaussagen durch. Der Vorwurf an unseren Mandanten wiegt relativ schwer. Aufgrund der hohen Straferwartung (über drei Jahre) und der daher vermuteten Fluchtgefahr nach § 112 II Nr. 2 StPO sitzt er nun in U-Haft. Ich höre den Mandanten, noch bevor ich ihn tatsächlich sehe. Das Geräusch von Fußfesseln, die über den Boden schleifen, höre ich zum ersten Mal, aber kann es dennoch direkt zuordnen. Er tritt hinein und setzt sich. Er ist groß, breit gebaut, tätowiert und trägt einen dunkelblauen Gefängnisanzug. Sein Aussehen wirkt respekteinflößend auf mich. In den folgenden anderthalb Stunden geht der Strafverteidiger mit ihm die Akte durch, liest ihm die Zeugenaussagen vor, zeigt ihm die Bildbände der Polizei und bespricht den bevorstehenden Gerichtstermin. Der Mandant sieht abgeschlagen und erschöpft aus. Ich merke ihm an, dass er jetzt gerne woanders wäre. Er ist sehr freundlich, aufgeschlossen und respektvoll. Ich merke, dass ich will, dass ihm geholfen wird und sage zum Abschluss ein paar aufmunternde Worte. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er jetzt ein wenig Menschlichkeit gebrauchen könnte – jemanden, der ihn nicht behandelt wie einen gefesselten Kriminellen, sondern wie einen ganz normalen Menschen, der sich in einer misslichen Lage befindet. Ob er das, was ihm vorgeworfen wird, tatsächlich getan hat, weiß ich nicht und vielleicht wird sich das beim Gerichtstermin auch nicht zweifelsfrei bestätigen oder dementieren lassen.

Während ich im Besprechungsraum sitze, sehe ich andere Häftlinge mit Handschellen vor dem Raum entlanggehen, vermutlich auch zu Terminen mit ihren AnwältInnen. Einige sind noch sehr jung und schauen mich im Vorbeigehen durch das Sichtfenster in der Tür an. Wir verabschieden und von dem Mandanten und werden auf exakt demselben Weg wieder hinausgeleitet. Dadurch, dass es so viele Gebäudekomplexe gibt, kommt man als Besucher gar nicht dazu, den Zellentrakt oder den Hof der Häftlinge zu sehen. Dass man nicht in Ruhe herumspazieren und sich umschauen darf, ist ja klar.

Am Eingang erhalte ich meinen Personalausweis zurück und gehe durch das Tor an die frische Luft. Ich muss erstmal tief durchatmen und fühle mich befreit. Auf der Rückfahrt denke ich unentwegt an unseren Mandanten: wie er jetzt zurückgeführt wurde und was wohl beim Gerichtstermin passieren würde. Es sind eine Menge Zeugen und Zeuginnen geladen, daher wird es wohl eine lange Verhandlung. An das Opfer denke ich eher weniger – vielleicht, weil ich doch unserem Mandanten glaube und nicht davon ausgehe, dass die ihm vorgeworfene Tat auch wirklich in der Form stattgefunden hat. Ich merke, wie schwer es mir fällt, eine professionelle Distanz zu halten, weil ich noch so sehr unter dem bedrückten Eindruck stehe, den der Mandant auf mich gemacht hat.

Im Verlauf der Fahrt stelle ich fest, dass mich dieser Tag heute wohl noch länger beschäftigen wird. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die bevorstehende Verhandlung und hoffe, dass dort viele der offenen Fragen, die geblieben sind, noch beantwortet werden können.

Legal Bookclub: Elemente einer Theorie der Menschenrechte

Ein Aufsatz von Amartya Sen (Unbezahlte Werbung)

Ein theoretisches Konzept für Menschenrechte entwickeln – das ist das Ziel, das der Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen in seinem Aufsatz anstrebt.

Sen sieht Menschenrechte als moralische Forderungen nach bestimmten, grundsätzlichen Freiheiten. Seinen Ansatz begründet Sen auch durch Bezugnahme auf andere Philosophen wie Adam Smith, John Rawls, Karl Marx und vielen andere.

„Eine Theorie der Menschenrechte lässt sich vernünftigerweise nicht auf das juristische Modell beschränken, in das es oft gepresst wird“

Amartya Sen

Sens Text ist dank seiner wissenschaftlichen Tiefe keine leichte Lektüre – aber dennoch sehr lesenswert. Der Autor regt zu einem rationalen bzw. „vernünftigen öffentlichen“ Diskurs an. Er ermutigt die Lesenden, möglichst objektiv über Menschenrechte nachzudenken und angesichts der globalen Herausforderungen weder zu resignieren, noch sich für alles verantwortlich zu fühlen.

Für seine Forschung wurde Sen 1998 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Fünf Dinge, die ich bei meinem Praktikum gelernt habe

Ich bin derzeit in meiner dritten Woche im Anwaltspraktikum – und habe einiges dazu gelernt. Hier sind fünf meiner größeren und kleineren Erkenntnisse. 

1.So viele Überraschungen 

Eigentlich logisch, dass der Tag eines Stafverteidigers nicht in so geregelten Bahnen abläuft wie der von Studierenden. Dennoch war ich von der Alltagsspontanität überrascht.

Während Gerichtstermine wie in den Stein gemeisselt sind, verändern sich andere Aufgaben ständig: Hier kommt die Mail einer Mandantin an, die unbedingt Hilfe braucht, dort klingelt das Telefon mit einem neuen Mandat und irgendwo ist auch noch eine Hausdurchsuchung, die begleitet werden soll. Es ist quasi vorhersehbar, dass etwas unvorhergesehenes passiert – und darauf reagiert werden muss.

2.So viel zu lesen

Ein Großteil der anwaltlichen Tätigkeit spielt sich auf dem Papier ab. Eigentlich logisch: Verträge, Mahnungen, Klagen, Protokolle, Urkunden, Akten – all das sind Schriftdokumente, die gelesen oder geschrieben werden müssen und deswegen viel Arbeitszeit in Anspruch nehmen. 

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3. So viele Gesetze 

Auch das war mir eigentlich schon lange bewusst: Das “echte Jura” besteht nicht nur aus BGB, Strafgesetzbuch, Prozessordnungen und Grundgesetz. Im Berufsalltag spielen – je nach Spezialisierung – ganz andere Vorschriften eine große Rolle, von denen man (bzw. ich) im Studium noch nie gehört hat. 

4. So viele Orte 

Je nach Berufsfeld kann sich der Arbeitsalltag eines Anwaltes an vielen verschiedenen Orten abspielen. Da wären neben der Arbeit in der Kanzlei beispielsweise Außentermine, Gerichtstermine, Besuche der MandantInnen in der JVA zu nennen. 

5. So viel neues

Selbst erfahrene JuristInnen müssen sich in Fälle neu einarbeiten und lernen dabei teilweise einiges dazu. Besonders spannend finde ich, wie JuristInnen unterschiedlicher Spezialisierungen zusammen arbeiten, wenn sie merken, dass ein Kollege/eine Kollegin in einem Rechtsgebiet versierter ist als er/ sie.

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Jura Basics: Wie liest man eine Akte?

Bei meinem allerersten Praktikum war ich überfordert. Ohne weitere Erklärung wurde mir eine Akte auf den Tisch gelegt. “Bitte lesen und eine Anklage vorbereiten” waren die Worte des Anwalts. 

Im Nachhinein habe ich verstanden, dass die Aufgabe nicht ganz angemessen war (ich war im dritten Semester). Inzwischen bin ich einige Semester weiter und habe mehr über die Arbeit mit Akten gelernt.

Was ist eine Akte?

Eine Akte ist die Sammlung aller für den juristischen Tatbestand wichtiger Dokumente. Traditionell ist das ein Papphefter voller Dokumente, vermehrt sind die Daten aber auch online, in einer sogenannten E-Akte gespeichert. 

In einer Akte können also Mails, Briefe, eventuelle Anzeigen oder Klagen, der Schriftverkehr des Mandanten/ der Mandantin mit der anderen Partei, Fotos, usw. sein. 

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Wie sind Akten sortiert?

Akten werden chronologisch geführt. Dabei liegen die neuesten Dokumente in der Regel ganz vorne, die ältesten ganz hinten in der Akte. Fange also beim  Lesen der Akte hinten an. 

Alle Schreiben sind im Regelfall mit einem Datum versehen. Oft befindet sich auch ein Stempel mit dem Datum des Eingangs auf dem jeweiligen Papier. Daran kannst du dich orientieren.

Je nach Kanzlei und Umfang des Falles sind Akten außerdem in verschiedene Abschnitte unterteilt. Hier hilft es, sich nach kanzleiinternen Sortierungen zu erkundigen.

Wie erfasst man den Sachverhalt einer Akte?

Um dir den Sachverhalt zu erschließen, ist es bei kleineren Akten sinnvoll, diese im ganzen einmal durchzulesen. Auf den ersten Blick ist es in der Regel nicht einfach, den Fall komplett zu verstehen. Eventuell musst du ihn aus den einzelnen Schreiben herleiten.

Bei sehr umfangreichen Akten ist es sinnvoll, nach detaillierten Schreiben, wie Anklageschriften, zu suchen, die den Sachverhalt wiedergeben.

Bei komplizierten Sachverhalten bist du außerdem gut beraten, dir Notizen, Zeichnungen oder z.B. einen Zeitstrahl anzufertigen.

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Sehr viel mehr gehört zum Lesen der Akten nicht dazu. Je mehr Erfahrung du im Aktenlesen hast, desto schneller werden sich dir die Sachverhalte erschließen. 

Wenn du ganz neu im Umgang mit Akten bist, scheue dich nicht, deinen Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin um Tipps oder eine kurze Erklärung des Falles zu fragen. 

Bewirb dich- wie du die Angst vor einem anspruchsvollen Praktikum überwindest

Tag eins meines Praktikums. Ich bin nervös und mir ist flau im Magen. Ich hab das schließlich noch nie gemacht. Ich gebe mir einen Ruck und betrete die Kanzlei. Ein Sprung ins kalte Wasser.

Ging es dir auch schon so?

Kennst du Gedanken wie: Da brauche ich mich gar nicht bewerben, die nehmen mich eh nicht. Oder: Ich kann doch noch gar nichts?

Es ist schon ein starker Kontrast zwischen Hörsaal-Alltag und dem juristischen Berufsleben. Im Studium lernen wir den ganzen Tag Jura-Theorie. Deshalb ist es kein Wunder, dass uns die Praxis zu Beginn einschüchtert.

Viele Studierende neigen aufgrund dieser fehlenden Praxiserfahrung dazu, ihr Praktikum so schnell wie möglich irgendwo abzuarbeiten (oder den Nachweis von einem bekannten Juristen ausfüllen zu lassen, ohne je dessen Kanzlei betreten zu haben). Jeder regelt das eben auf seine Weise.

Aber vielleicht verpasst der ein oder andere dadurch eine Chance.  

Denn: Natürlich wissen die erfahrenen ArbeitgeberInnen (die ja selbst Jura studiert haben), dass Studierende keine fertig ausgebildete Fachkräfte sind. Sie tolerieren Nachfragen also nicht nur – sie erwarten sie. Sie kalkulieren kleine Fehler ein, die AnfängerInnen machen. Und sie wissen auch, dass du natürlich nicht alle Rechtsgebiete fehlerfrei beherrschst.

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Daneben (so habe ich das jedenfalls schon häufig mitbekommen) neigen viele Studierende dazu, bei Praktika tief zu stapeln.

Sie wollen eigentlich in eine große Kanzlei, in Medienhäuser, oder zu hohen Gerichten – aber schicken ihre Bewerbungen nie ab, aus Angst, eine Absage zu bekommen oder sich im Falle einer Zusage ganz schrecklich zu blamieren.

Mir selbst ging es genauso. Deswegen habe ich mein erstes Praktikum bei einem sehr netten Anwalt in freundlichem Umfeld gemacht und dort gemerkt: So schlimm ist es ja gar nicht. Anschließend war ich schon etwas selbstbewusster und habe mich in einer relativ großen Kanzlei beworben.

Das ist eine gute Möglichkeit, sein Selbstbewusstsein zu stärken. Klar – irgendwann muss jeder ins kalte Wasser springen. Aber wer sagt, dass es gleich der Atlantik sein muss?

Gerade wenn du am Anfang deines Studiums stehst, trau dich und bewirb dich. Ein Praktikum kann wirklich viel Spaß machen und ungemein bereichernd sein. 

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, oder du Fragen zum Thema Praktikum hast, schau gerne in der eigens dafür erstellten Rubrik vorbei oder schreib uns auf Instagram @goldwaage.jura .

Jura lernen für Null Euro

Zu Beginn dieses Monats habe ich ein Experiment gestartet. Ich wollte wissen, wie weit ich beim Lernen komme, ohne auch nur einen Euro auszugeben. [Unbezahlte Werbung wegen Nennung von Plattformen]

Kurz vorweg: es gibt drei Dinge, ohne die auch der sparsamste Studierende kaum herum kommt. Das sind ein Laptop, Gesetzbücher und Schreibmaterialien für die Klausur. Diese Dinge lasse ich in meinem Experiment außen vor, weil sie einmalige, sehr essentielle Anschaffungen sind.

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Darüber hinaus gibt es allerdings eine ganze Fülle an Gadgets, Büchern, Lernmaterialien und Angeboten, die du kaufen kannst und für die ich eine kostenfreie Alternative gefunden habe. 

Viele Studierende lassen sich von gutem Marketing leiten und kaufen deshalb Produkte, die sie nicht wirklich brauchen – von denen sie sich aber bessere Lernerfolge erhoffen. 

Das ist oftmals nicht notwendig, denn:

Die tollste Lernausstattung bringt nichts, wenn du nicht lernst.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du auch mit einfachen und kostenfreien Lernutensilien richtig gute Leistungen erzielen kannst – ohne dafür Geld auszugeben. 

Kostenlose Fallbücher 

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In meinen ersten Semestern habe ich viel Geld in verschiedene Fallbücher investiert. Auch wenn ich das Lernen mit Fällen als absolut notwendig erachte, würde ich rückblickend davon abraten, alle Fallbücher selbst zu kaufen. Denn: Im Regelfall benutzt du diese Bücher ein Mal und danach stehen sie im Regal. Alternativ zum Kauf kannst du selbstverständlich in die Bibliothek gehen, wo du immer die neuesten Auflagen vieler Fallbücher finden solltest. Außerdem gibt es den JuS-Klausurenfinder, bei dem du mit einem Beck-Zugang nützliche Materialien finden kannst.

Ich bin auf eine weitere Alternative gestoßen, für die du weder einen Beck.online-Zugang benötigst, noch Geld ausgeben musst:

Die Saarheimer Fälle sind eine digitale Fallsammlung mit über einhundert Fällen zum öffentlichen Recht. Sie wird von zwei Professoren betrieben. Auf der Website findest du die Fälle nach Rechtsgebieten untergliedert, außerdem ist der Schwierigkeitsgrad angegeben, sowie eine ausführliche Lösung mit Verweisen zur Rechtsprechung.

Eine praktische Übersicht über die relevantesten Fälle und Urteile, inklusive Skizze und Fallösung gibt es auf iurastudent.de in der Kategorie „Leading Cases“.

Kostenlose Vorlesungen

Seit einigen Jahren gibt es viele, durchaus gute, aber leider kostenpflichtige Online-Plattformen, die dir Jura-Stoff beibringen wollen. Ich selbst habe einige davon bereits ausprobiert und war wirklich angetan – nur der Preis, der in den meisten Fällen monatlich zu entrichten ist, hat mich gestört.

Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es auf YouTube ganz umsonst qualitativ hochwertige Vorlesungen gibt. 

Martin Fries ist Professor an der LMU und hat seine Vorlesungen hochmodern aufbereitet in seinem Jurapodcast online für jeden zugänglich gemacht. Auf seiner Website findet man Video-Vorlesungsreihen im Privatrecht und übersichtliche Skripten.

Paragraph 31 hat auf seinem YouTube Kanal kurze Videos im Stil einer Vorlesung. Seine Videos gibt es zu den verschiedensten Rechtsgebieten. Besonders Praktisch: Die einzelnen Videos sind thematisch in Playlists sortiert, sodass man sich große Themenfelder ganz unkompliziert Stück für Stück erarbeiten kann.

Kurz Erklärt ist der Podcast von Basti und Kourosh. Neben Interviews nehmen die beiden regelmäßig auch Folgen im Rahmen eines „Examenskurses“ auf. Darin besprechen sie ausführlich, aber immer sehr unterhaltsam, die examensrelevantesten Probleme.

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Kostenlose Jura-Zeitschriften

Auch hier ist zu erwähnen, dass du als Student von deiner Uni Bibliothek aus natürlich Zugriff auf juristische Zeitschriften und Online-Datenbanken hast. 

Darüber hinaus gibt es jedoch auch einige Zeitschriften, die generell frei im Internet zur Verfügung stehen. 

Die Zeitschrift für das juristische Studium (ZJS) erscheint alle zwei Monate neu, mit Aufsätzen zum Privat-, Straf-, und Öffentlichen Recht. Die Artikel können kostenlos aufgerufen und heruntergeladen werden.

Die Zeitschrift für internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS) beinhaltet Aufsätze rund ums deutsche und internationale Strafrecht und erscheint monatlich.

Falls du weitere hilfreiche und kostenlose Angebote kennst, schreib uns gerne auf Instagram @goldwaage.jura – wir würden diese Liste gerne verlängern.

Wie ich eine Hausarbeit innerhalb von 10 Tagen geschrieben habe

Meine Last-Minute-Tipps, wenn die Zeit drängt

Vielleicht warst du schon einmal in der Situation, dass nicht mehr viel Zeit bis zur Abgabe einer Hausarbeit blieb, du aber unbedingt noch mitschreiben wolltest (oder musstest).

In genau dieser Lage habe ich mich in den letzten Semesterferien auch befunden. Ich konnte krankheitsbedingt eine Klausur nicht mitschreiben und musste sie zum Ende der Semesterferien nachschreiben. Nach einer kurzen Regenerationsphase blieb etwas mehr als eine Woche für die Hausarbeit für Vorgerückte in Strafrecht übrig. Diese Zeit habe ich dann vollumfänglich genutzt und – der Transparenz halber – am Ende 6 Punkte erhalten.

Hier sind meine Last-Minute-Tipps für deine Hausarbeit:

Disclaimer: Falls du wenig bis gar kein Vorwissen auf dem Rechtsgebiet besitzt, würde ich dir eher raten, in den nächsten Semesterferien stattdessen zwei Hausarbeiten zu schreiben und dir jetzt die Zeit zu nehmen, überhaupt in das Thema einzusteigen und erst einmal für die Klausuren zu lernen. Falls du jedoch schon einen groben Überblick hast und es dir zutraust: go for it!

  1. Suche dir Hilfe

Dieser Punkt ist keinesfalls ironisch gemeint: Suche dir fremde Hilfe. Zuallererst habe ich sehr viel moralische Unterstützung und Motivation von meinem Umfeld erhalten. Meine FreundInnen haben mir versichert, dass ich die Hausarbeit noch schaffen kann und ich die Zeit trotz dessen, dass ich ziemlich erschöpft war, noch nutzen soll. Außerdem haben mir KommilitonInnen angeboten, bei Nachfragen erreichbar zu sein und meine Hausarbeit auf Rechtschreibfehler etc. zu korrigieren. Ohne diese Unterstützung hätte ich es alleine vermutlich entweder gar nicht oder nur sehr knapp geschafft. Außerdem hat mir die Studierendenplattform Jodel auch ein wenig weitergeholfen, da ich dort Diskussionen anderer KomilitonInnen über die Hausarbeit Wochen später noch nachverfolgen konnte und so wertvolle Schlüsse für mich ziehen konnte. (Unbezahlte Werbung)

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2. Besprich die Lösungsskizze mit KomilitonInnen

Nach einer Blitzrecherche habe ich mich im nächsten Schritt mit KomilitonInnen zusammengesetzt und über unsere Lösungsskizzen diskutiert. So konnte ich sichergehen, dass ich keinen großen Schwerpunkt übersehen habe. 

3. Starte keine Planänderungen mehr

Sobald deine Lösungsskizze steht, solltest du die Zeit nutzen, um alles „runterzuschreiben“ und mit Quellen zu belegen. Große Kursänderungen und tagelanges Grübeln über den Sachverhalt werden dir hier wertvolle Zeit stehlen. Bleib bei dem, was du dir vorgenommen hast und schreibe drauf los. Eine andere Lösung gibt es hier nicht. 

4. Halte die Form penibel ein

Wenn du inhaltlich bereits wenig Mühe in deine Hausarbeit investieren konntest, sollte dir das bei den Formvorgaben der Dozierenden auf keinen Fall auch noch passieren. Die korrigierende Person wird schnell merken, dass du unter Zeitdruck gearbeitet hast, wenn elementare Standards wie die Nummerierung oder das Literaturverzeichnis nicht ordnungsgemäß angelegt wurden. Hier zählt also definitiv der erste Eindruck. Kauf dir einen neuen Schnellhefter, achte darauf, dass deine Blätter nicht geknickt sind und kontrolliere unbedingt auf Rechtschreibfehler. 

5. Bleibe konzentriert, aber ruhig 

Dass du in diesen ein bis zwei Wochen nicht viel Freizeit haben wirst, kannst du dir vermutlich denken. Ich habe fast die komplette Bearbeitungszeit in der Bibliothek gesessen und danach zu Hause weitergearbeitet. Was ich aber vermieden habe, war es, mich verrückt zu machen. Auf den letzten Metern wird es dir nichts mehr bringen, dir selbst Vorwürfe zu machen („Wieso habe ich nicht früher angefangen?“) oder dir Horrorszenarien auszumalen („Wenn ich jetzt durchfalle, werde ich das nächste Semester nicht schaffen“). Ich würde dir auch davon abraten, Kaffee und Energy-Drinks in Massen zu konsumieren, weil sie ab einem bestimmten Punkt zu Herzrasen, innerer Unruhe und schlechterer Konzentration führen können. Versuche, trotz allem so viel zu schlafen, wie dein Körper es normalerweise braucht und spare lieber an anderen Ecken Zeit, z.B. könntest du wenig bis gar nicht kochen oder den Wochenputz ausfallen lassen. Das alles kannst du nach der Abgabe immer noch nachholen.

Falls du jetzt also tatsächlich in dieser Lage stecken solltest – halte durch und bleib dran, es lohnt sich! 

Empfehlen würde ich diese Taktik dennoch keinem. Sie ist sowohl mental als auch körperlich wirklich eine Herausforderung.

Hast du noch mehr Tipps für eine Last-Minute-Hausarbeit? Dann teile uns das doch gerne auf Instagram über @goldwaagejura mit.

5 Anhaltspunkte die zeigen, dass du besser in Jura bist, als du denkst

“Ich bin richtig gut in Jura!” ist ein Satz, den wohl die wenigsten Jurastudierenden so von sich geben würden. Im Gegenteil. Die meisten Studierenden haben ein geringes Selbstbewusstsein, was die eigenen Leistungen angeht. Nicht wenige fortgeschrittene Studierende haben sogar das Gefühl, noch fast gar nichts gelernt zu haben (oh hey Impostor-Syndrom). 

In diesem Beitrag habe ich deswegen fünf Indikatoren gesammelt, anhand derer ich selbst probiere, meine Leistungen einzuordnen. Vielleicht helfen sie dir ja auch.

*Vorab bleibt aber zu sagen: Es geht im Studium nicht nur um tolle Noten und darum, in der  Regelstudienzeit zu bleiben. An vorderster Stelle sollte natürlich Interesse am Fach und vor allem die eigene mentale Gesundheit stehen

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Warum es so schwer ist, sich selbst einzuschätzen

Es ist nicht verwunderlich, dass Studierende bei der Selbsteinschätzung besonders tief stapeln. Anders als in der Schule bekommt man (ausgenommen von Korrekturhinweisen an Klausuren) kaum persönliches Feedback. Stattdessen wird von vielen Professoren regelmäßig betont, wie hoch die Durchfallquote im Examen im letzten Jahr wieder war und dass es für die Prüfungen niemals (!) ausreicht, nur den Vorlesungsstoff zu lernen.

Das kombiniert mit einer, sagen wir, intransparenten Notengebung, macht die Einschätzung wirklich nicht leicht. 

Wie du dich trotzdem selbst einschätzen kannst 

Dennoch solltest du den Kopf nach einer vergeigten Klausur oder bei Anflügen von Tiefstapelei nicht in den Sand stecken.

1.Noten im Kontext bewerten

Natürlich sind Noten als Indikator nicht zu ignorieren. Wichtig ist nur, sie im Kontext zu beurteilen. Zum einen, weil Noten Momentaufnahmen sind. Wenn du eine Klausur gerade so bestehst, heißt das noch lange nicht, dass du das gelernte Fach kaum verstanden hast. Leider wird oft heruntergespielt, dass Klausurergebnisse mit der persönlichen Tagesform zusammenhängen. Außerdem hängt die Punktzahl immer etwas vom Wohlwollen der Korrigierenden ab.

Vor allem aber ist eine Note alleine noch nicht wirklich aussagekräftig. Hier ein Beispiel:

Du schreibst zwei Klausuren und erzielst jedes Mal vier Punkte. Bei der ersten Klausur liegt der Notendurchschnitt bei 7,0. Bei der zweiten Klausur liegt der Durchschnitt bei 3,0. 

Bist du jetzt besser oder schlechter? Schwer zu sagen, denn die Note ist ja dieselbe. Das verdeutlicht, dass eine Note alleine nicht viel aussagt. 

2.Zeitraum

Ein weiterer Punkt, der von vielen zur Selbsteinschätzung genutzt wird, ist die Studienzeit. Auch hier bedeutet es nicht, dass wer schnell ist, auch gut ist. Oder wer sich viel Zeit nimmt, leistungsschwach ist.

Aber als Daumenregel gilt:  Wenn du ohne große zeitliche Schwierigkeiten deine Zwischenprüfung o.ä. bestanden hast, bist du sehr wohl ein fähiger Jurastudent bzw. eine fähige Jurastudentin.

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3.Systemverständnis

ProfessorInnen reden oft vom “Juristischen Bauchgefühl”, das sich über die Semester entwickelt. Damit meinen sie die Eigenschaft, unbekannte Sachverhalte intuitiv richtig einzuschätzen – ohne dass du dafür alle Anspruchslagen auswendig können musst. Ein bloßes Systemverständnis löst natürlich noch keine Klausuren, hilft aber, Wissen weiter auszubauen.

4.Vorher/ Nachher 

Ich persönlich vergesse oft, wie viel ich im Studium schon bewusst und unterbewusst gelernt habe. Erst im Gespräch mit Nicht-JuristInnen (“Totschlag ist doch fahrlässiger Mord, oder?!”) merke ich, wie viel Grundlagenverständnis ich mir angeeignet habe. Weil der ständige Vergleich mit anderen (Nicht)-JuristInnen aber auf lange Sicht nicht wirklich zielführend ist, hier ein anderer Vorschlag: Versetze dich zurück in dein erstes Semester. Wie viel wusstest du zu diesem Zeitpunkt? Welche Fächer brachten dich besonders zum Grübeln – und wie sieht es jetzt aus? Mit ziemlicher Sicherheit bist du jetzt viele Schritte weiter!

5. Spaß

Natürlich ist das Studium nicht nur spaßig. In meinem Umfeld kenne ich fast niemanden, der nicht mindestens ein Mal darüber nachgedacht hat, aufzuhören. 

Wenn du aber grundsätzlich Interesse und Freude an juristischen Themen hast und dich nicht ständig davor graust, die Bibliothek zu betreten, deutet auch das darauf hin, dass du besser bist, als du vielleicht denkst.

Wir hoffen, der Beitrag hat dir gefallen. Schreibe uns gerne deine Meinung auf Instagram @goldwaage.jura. Falls du gerade noch nach etwas mehr Motivation suchst, lies dir doch den Artikel „Sechs Strategien, dich wieder für Jura zu begeistern“ durch.

Kein Urlaub? Kein Problem! Wie du das Beste aus deinen Semesterferien machen kannst

Sich komplett frei nehmen – ein Luxus der Jurastudierenden oft nicht vergönnt wird. Kaum ist das Semester vorbei stehen Prüfungen, Praktika und Hausarbeiten an. 

In diesem Post will ich dir vier Tipps geben, wie du deine Vorlesungsfreie Zeit trotzdem genießen kannst. 

  1. Feste Arbeitszeit bestimmen 

Das klingt zunächst widersprüchlich, hilft aber ungemein. Lege Zeiten fest, in denen du arbeitest und vor allem auch Zeiten, in denen du nicht arbeitest. 

Du kannst beispielsweise die Vier-Stunden-Technik benutzen, dir freie Tage fest einplanen oder täglich nicht länger als bis 16:00 arbeiten. Dadurch vermeidest du Überarbeitung und vergisst nicht, deine Semesterferien auch zu genießen. 

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  1. Unternimm etwas 

Wer sagt, dass du immer verreisen musst, um einen unvergesslichen Sommer zu haben? Manchmal erwarten dich tolle, abwechslungsreiche Erlebnisse direkt vor deiner Haustür. 

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Besuch der Familie, einem Picknick im Park, einem Ausflug ins Schwimmbad/ Museum/ Kino, einer Kanu-Tour, einem Open-Air-Konzert, einer Grillparty mit FreundInnen oder einen paar Stunden mit einem guten Buch in einem Café? 

  1. Gib die Hausarbeit ab

Besonders zu Beginn des Studiums ist die Verlockung groß, über die gesamten Semesterferien eine Hausarbeit zu verfassen. Das Problem: Bei effizienter Arbeit braucht kein Studierender so viel Zeit – wer dennoch die Abgabe herauszögert, hat ständig eine Deadline im Hinterkopf und kann nie richtig abschalten. Besser ist aus meiner Sicht deswegen: Entweder früh mit der Bearbeitung anfangen und dann einige Wochen vor der Abgabefrist abzugeben – oder etwas später mit der Bearbeitung anzufangen und dafür ein paar Wochen abzuschalten.

  1. Mach mal nichts

Kennst du das Gefühl, beim Nichtstun deine Zeit zu verschwenden? Ich selbst erwische mich regelmäßig dabei, mir eine To-Do-Liste für ein eigentliche freies Wochenende zu erstellen. Kaum habe ich nichts vor, fällt mir ein: Der Tiefkühler muss abgetaut, der Kleiderschrank aussortiert, die Oma angerufen und das Fahrrad aufgepumpt werden.

Mein Tipp: Solche Kleinigkeiten können sich schnell ansammeln und wieder für Alltagsstress sorgen. Wer richtig abschalten will, sollte deswegen entweder einen “Admin-Day” einführen, an dem einmal alle dieser Aufgaben in einem Rutsch erledigt werden- oder Fünfe gerade sein lassen und die Erledigung dieser Kleinigkeiten auf unbestimmte Zeit vertagen. 

Wie holst du das Beste aus deinen Semesterferien? 

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