In vier Schritten zur gelungenen Anfängerklausur

Mit der richtigen Strategie bestmögliche Ergebnisse erzielen (Teil 1/3)

Ich bin durch meine allererste Klausur im Studium durchgefallen. Rückblickend war das kein Wunder. Obwohl ich damals der Meinung war, top vorbereitet gewesen zu sein, machte ich vieles falsch. Ich lernte ohne Plan einige Schemata und Definitionen auswendig und hoffte auf das Beste.

Inzwischen bin ich einige Semester weiter und habe eine Strategie entwickelt, mit der ich den relevanten Stoff in der Vorbereitung ausreichend vertieft lerne und meine persönlichen Bestleistungen erzielen konnte.

In diesem Beitrag habe ich probiert, die für mich wesentlichen Bestandteile der Klausurvorbereitung, sowie ein paar Literaturtipps zu sammeln. Der Beitrag soll vor allem die Vorbereitung auf Anfängerklausuren abdecken, ein weiterer Post zum Lernen für Fortgeschrittenenklausuren, sowie dem Klausurschreiben selbst wird in Kürze folgen.

*Disclaimer: Lernen ist ein sehr individueller Prozess. Daher deckt der Blogpost meine eigenen persönlichen Erfahrungen ab, die selbstverständlich von Erfahrungen anderer abweichen können.

Schritt 1: Mache dich mit dem Stoff vertraut

Zunächst solltest du dich mit dem relevanten Stoff auseinander setzen. Für einen guten Einstieg ins Thema bieten sich natürlich die Vorlesungen deiner Uni an. Falls du Vorlesungen verpasst hast oder dir der Lehrstil deiner Dozierenden nicht gefallen sollte, gibt es glücklicherweise auch tolle Angebote online. So findest du z.B. von Prof. Martin Fries ganze Vorlesungsreihen im Privatrecht kostenlos auf Youtube. Noch dazu gibt es eine Fülle an hilfreichen Podcasts online.

Falls Zuhören nicht dein Ding ist, kannst du dich auch ins Thema einlesen. Besonders in den ersten Semestern würde ich persönlich jedoch nicht empfehlen, nur mit Literatur zu lernen. Lehrbücher sind in der Regel extrem umfangreich und machen es schwer, die richtigen Schwerpunkte in der Vorbereitung zu setzen. Hilfreich sind Lehrbücher, wenn sie gezielt genutzt werden, dich vertieft mit einem Thema auseinander zu setzen.

Photo by Julia M Cameron on Pexels.com

Schritt 2: Erstelle dir einen Plan

Nimm dir im nächsten Schritt Zeit, einen Lernplan, oder zumindest eine Übersicht mit den relevanten Klausurthemen zu erstellen. Das kostet im ersten Moment etwas Zeit, wird sich im Nachhinein auszahlen, wenn du nicht ins Blaue hinein lernst, sondern strukturiert vorgehen kannst.

In einem älteren Beitrag habe ich bereits erklärt, wie ich für die Anfängerklausuren gelernt habe. Für die Fortgeschrittenenklausuren habe ich meinen Lernplan auf Excel erstellt, um dort meinen Lernfortschritt farblich zu markieren. Einer derartige Planung ist aber wirklich kein Muss, sondern lediglich meine Art, mich vorzubereiten. Vielen Studierenden genügt auch eine ganz normale To-Do-Liste.

Schritt 3: Verschriftliche das Wichtigste

Eine meiner Lehrerinnen sage früher immer „Von der Hand in den Verstand“, wenn wir etwas abschreiben mussten. Damals nervte mich dieser Satz, heute weiß ich, das es stimmt: Was ich einmal aufgeschrieben habe, vergesse ich so schnell nicht mehr. Deswegen würde ich immer empfehlen, dir in einer Art, die dir gefällt, Notizen zu machen. Dabei ist es egal, ob du die nur das wichtigste auf Karteikarten notierst, oder dir eigene ausführlichere Skripte schreibst, Mindmaps erstellst, usw… Hauptsache ist, dass du am Ende eine schriftliche Übersicht über das Thema hast.

Meine Mindmaps für Privatrecht

Schritt 4: Übe was das Zeug hält

Dann heißt es: Üben! All das Zuhören und Aufschreiben hat wenig Sinn, wenn du nicht selbst das Gelernte reproduzierst. Denn das menschliche Gehirn lernt am Besten, wenn wir etwas selbst wiedergeben. In Jura bietet es sich an, Fälle zu lösen.

Es gibt eine Fülle an Fallbüchern. Besonders in den ersten Semestern kann ich empfehlen, kürzere Fälle zu lösen, anstatt sich gleich an langen, schweren Fällen die Zähne auszubeißen. Der Vorteil: Du kannst in kleinen Schritten die wichtigsten Grundlagen und Probleme lernen und dich Stück für Stück an ausführliche Lösungen herantasten.

Buchempfehlung zum Üben [unbeauftragte Werbung]: Die Reihe „Die Fälle“ vom „Fall Fallag“ bietet zu fast jedem Rechtsgebiet Fallbücher. Anhand kleiner Fälle kann man so alle wesentlichen Probleme und Schemata üben und hat ständig kleine Erfolgserlebnisse. Die Bücher richten sich wegen ihres Umfangs besonders an Studierende in niedrigen Semestern, sind aus meiner Erfahrung aber wirklich ein guter Einstieg. Ein weiterer Klassiker der leicht zugänglichen Fallbüchern sind die Bücher von Winfried Schwabe. Diese sind etwas ausführlicher als „Die Fälle“, aber in einem leicht verständlichen Stil gehalten. Sie eignen sich auch für Klausuren in späteren Semestern.

Andere Wiederholungsmöglichkeiten, wie das Karteikartenabfragen, Fälle in Lerngruppen zu besprechen, etc. sind ebenfalls tolle Optionen – aber nicht zwingend notwendig. In der Klausur wird schließlich nur eins erwartet: Dass du im sauberen Gutachtenstil einen Fall löst. Deswegen sollte ein Großteil deiner Vorbereitung der Schritt Nr. 4 sein.

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