Hat man sich einmal für eine Promotion entschieden und eine Betreuung gefunden, steht meist schon grob das Rechtsgebiet fest – manchmal sogar eine erste thematische Richtung. Doch wie beginnt man mit der konkreten Themensuche? Und woran erkennt man, ob sich ein Thema für eine Dissertation eignet?
Das Beruhigende ist: Anders als bei einer Seminararbeit steht dir eine erfahrene Betreuungsperson zur Seite. Auch wenn sie sich typischerweise nicht im Detail mit deinem konkreten Thema auskennt, kann sie doch einschätzen, ob sich daraus wissenschaftlicher Mehrwert gewinnen lässt. Ebenso hilft sie dabei, das Themas so zuzuspitzen, dass es weder zu weit ausholt noch am Ende nur Stoff für einen Aufsatz bietet.
Die Wege zur Themenfindung sind so vielfältig wie die Themen selbst.
Ein klassischer Ansatz ist der Blick in Zeitschriften und Kommentare. Dort finden sich immer wieder Hinweise auf ungelöste Probleme oder offene Meinungsstreitigkeiten. Im zweiten Schritt ist allerdings zu schauen, ob das Thema nicht bereits zur Genüge ausgeschöpft ist, weil der Streit schon seit Jahren oder Jahrzehnten bestehen und eher als „akademischer Natur“ bezeichnet werden könnte.
Hat man im Rahmen von Praktika, beruflicher Tätigkeiten, Ehrenamt etc. Einblicke in die praktische Rechtsanwendung und trifft so auf ein Anwendungsproblem, kann sich aus diesem konkreten Beispiel eine tolle Möglichkeit für die Auseinandersetzung mit einem größeren, dahinterstehenden Problem ergeben.
Auch aus persönlichen Gesprächen mit etwa deiner Betreuungsperson, anderen DoktorandInnen, PraktikerInnen oder FreundInnen können Impulse für das Thema kommen. Oder aber ein Bereich deiner Seminararbeit, auf das du gestoßen warst, ist noch nicht erforscht und bietet sich als Thema an.
Die „füllenswerte Lücke“
Ausgehend von diesen Zugängen stellt sich irgendwann die zentrale Frage: Was soll die Dissertation eigentlich leisten?
Im Idealfall stellt sich eine konkrete übergeordnete Frage, für die man eine Hypothese aufstellen kann und die als Grundlage der Dissertation dient. Und genau hier taucht sie wieder auf: die berühmte „Lücke“, die es zu füllen gilt.
In der Vorstellung soll diese Lücke etwas sein, das wissenschaftlich relevant, noch nicht entdeckt, gedacht oder bearbeitet wurde. Fehlt sie, wirkt das eigene Thema schnell unzureichend.
Doch mit Blick auf unser gewachsenes und gelebtes Rechtssystem, zeigt sich schnell ein anderes Bild. Kaum ein Bereich ist wirklich unbearbeitet. In Aufsätzen, Kommentaren, Sammelwerken , etc. wurde bereits vieles diskutiert, eingeordnet oder zumindest angedeutet. Manche Fragen sind durch Rechtsprechung oder Gesetzgebung längst weiterentwickelt worden.
Die große, offensichtlich offene Lücke, die nur darauf wartet, endlich geschlossen zu werden, ist wohl eher ein Mythos.
Was stattdessen zählt
Was stattdessen erwartet wird, ist oft weniger spektakulär – und gleichzeitig anspruchsvoller: ein Thema aus einer eigenen Perspektive zu betrachten.
Das kann bedeuten, Zusammenhänge neu herzustellen, bekannte Probleme konsequent weiterzudenken oder unterschiedliche Diskussionsstränge miteinander zu verknüpfen. Häufig geht es nicht darum, etwas völlig Neues zu „erfinden“, sondern Bestehendes neu zu durchdringen und in einen anderen Kontext zu stellen.
Gerade in der Phase der Literaturrecherche und bei der Erstellung eines Exposés oder einer Gliederung entsteht dabei oft ein unangenehmes Gefühl: das Gefühl, nichts Neues mehr beitragen zu können.
Auch mir geht es regelmäßig so. Beim Lesen denke ich oft, dass andere das Thema bereits präziser, klarer und umfassender formuliert haben. Dass ich eigentlich zu spät dran bin. Und vielleicht ist dieses Gefühl auch wenig überraschend – schließlich stammen viele Beiträge von Personen, die sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte mit genau diesem Thema beschäftigt haben und als Koryphäen auf ihrem Gebiet gelten.
Vielleicht muss man die „füllenswerte Lücke“ also ein Stück weit entzaubern.
Sie ist nichts, was man während der Recherche plötzlich findet wie einen verborgenen Schatz. Vielmehr entsteht der wissenschaftliche Mehrwert einer Dissertation durch den eigenen Zugriff auf das Thema mittels des gewählten Zuschnitts, der Perspektive und der Art der Auseinandersetzung.
Die Leistung besteht daher nicht zwingend darin, eine offensichtlich leere Stelle zu füllen. Sondern viel mehr darin, as Thema mit einen neuen Zugriff zu durchdringen.
KI kann man in fast jedem Kontext benutzen. Auch im Rahmen vom wissenschaftlichen Arbeiten lässt sie sich an verschiedenen Stellen einsetzen. Neben dem klassischen Optimieren von Formulieren, könnte man sie auch im Schritt davor – der Gliederung – verwenden. In diesem Beitrag zeigt dir unsere Autorin Lea, wie das geht.
Wissenschaftliches Arbeiten setzt neben der Themensuche (oder bei Seminararbeiten dem schon vorgegebenen Thema) voraus, dass man das Thema logisch aufbaut und den roten Faden durch die Arbeit laufen lässt. Neben der Materialsuche ist die Gliederung somit der zentrale Schritt, auf dem das Ergebnis aufbaut.
Nicht verwunderlich ist es daher, dass man gerade beim Gliederungsprozess an die ein oder andere Grenze stößt oder mit Unsicherheiten zu kämpfen hat. Typische Fragen können dabei sein: ziehe ich einen allgemeinen Punkt vor die Klammer (also in den Grundlagenteil); habe ich alle relevanten Aspekte bedacht; wie vermeide ich unnötige Wiederholungen und viele mehr.
Der Einsatz von KI kann daher – in geeignetem Maße – sinnvoll sein. Im Folgenden stelle ich ein paar Einsatzfelder vor mit einer Einschätzung, was gut funktioniert und wo die KI an Grenzen stößt.
1. Themenüberblick verschaffen und Material sammeln
Steht man noch ganz am Anfang seiner Arbeit, hat sein Forschungsfeld aber bereits gefunden, möchte und muss man nun die inhaltliche Ausrichtung näher konkretisieren. Dazu bietet es sich an, zunächst einmal selbst ohne großen fachlichen Hintergrund, ganz klassisch zu brainstormen z.B. in Mindmaps oder Tabellen. Anschließend kann man die Fragen, die man sich selbst gestellt hat, auch der KI stellen. Hier geht es eher darum möglichst viele Ideen zu sammeln und dafür auch gern auf das Wissen aus allen möglichen Quellen und Datenbanken zugreifen zu können.
Runter gebrochen könnte man es damit vergleichen, als würde man in einer größeren Gruppe Ideen sammeln, anstatt die KI zu fragen. Man setzt also auf Schwarmintelligenz.
2. Material sortieren
Im nächsten Schritt muss man sich mit den gesammelten Ideen auseinandersetzen. Nicht jeder Vorschlag, den die KI macht ist sinnvoll oder gar direkt verständlich. Die Aufgabe ist es dann also, für sich zu entscheiden, welche Vorschläge Teil der Materialsammlung werden und welche nicht. Dazu bedarf es meist einer kurzen Recherche und Einordnung in das Themenfeld. Und diese Einordnung führt weiter in die grobe Unterteilung der Hauptkapitel der wissenschaftlichen Arbeit. Dazu werden im nächsten Schritt durch die KI Oberbegriffe und zentrale Aspekte aus dem gesammelten Material bildet. Auch hier bieten sich visuellen Darstellung, welche die KI erstellen kann, ganz gut an.
3. Erstellung der Gliederung aus der Materialsammlung
3.1. KI-gestützte Gliederungserstellung
Ist man an diesem Punkt anbekommt, lässt man sich gern dazu verleiten, die KI nun auch die Gliederung erstellen zu lassen (unter Hinweis darauf den roten Faden zu beachten). KI denkt jedoch (noch) nicht selbstständig und basiert die Ergebnisse auf Wahrscheinlichkeiten. Eine wissenschaftliche Arbeit sollte aber gut durchdacht sein. Die von der KI vorgeschlagene Gliederung sollte daher höchstens als Ausgangspunkt betrachtet werden. Trügerisch ist hier häufig, dass das Ergebnis der KI auf den ersten Blick gut aussieht. Doch spätestens dann, wenn man die Überschriften mit Inhalt füllen muss, stößt man an Grenzen. Bis zu dieser Erkenntnis hat man aber wertvolle Zeit verloren, die gerade bei den Seminararbeiten besonders kostbar ist.
Hilfreich kann es daher sein, die Vorschläge der KI immer weiter zu verfeinern. Das kann gelingen, indem man die Gliederung der KI selbst durchdenkt und immer gezieltere Fragen stellt. Vielen fällt es leichter Bestehendes zu verbessern, anstatt selbst von Null Neues zu schaffen. Das wird durch den Einsatz von KI möglich. Wichtig ist aber auch hier, dass man im Hinterkopf behält, dass man selbst die höheren Kompetenzen als die KI hat und gegebenenfalls auch alles Vorgeschlagene unbrauchbar verwerfen muss.
3.2. KI als Sparringspartner
Neben der Möglichkeit, dass KI grundsätzlich die Gliederung erstellt, besteht natürlich auch der traditionelle Weg, es selbst zu machen. Wie anfangs gesagt, kann es aber passieren, dass man irgendwann auf Grenzen und Unsicherheiten stößt. Nach der Sichtung von Literatur z.B. hat man häufig viel Wissen und steht dann vor dem Problem es zu ordnen. Hier kann es hilfreich sein, der KI den eigenen Knoten im Kopf darzustellen. Das hilft zum einen, die eigenen Gedanken zu sortieren, weil man sie verschriftlicht und dadurch teils der Knoten schon gelockert oder gelöst wird. Und zum anderen, indem die KI die Gedanken für einen sortiert. Auch hier kann man dann immer genauer sein Störgefühl beschreiben oder kleinteiliger Nachfragen. Nach der Methode erstellt man die Gliederung zu größerem Teil selbst und nimmt nur ausgewählte von der KI eingebrachte Element mit auf.
Ein wichtiger Aspekt der Gliederung – neben dem roten Faden – sind prägnante Überschriften. Gemeint sind damit solche, die verständlich auf den Punkt bringen, worum es im kommenden Abschnitt geht und somit den roten Faden der Arbeit erkennen lassen. Fehlt einem die nötige Kreativität, kann es auch hier sinnvoll sein, seine eigenen Überschriften von der KI optimieren zu lassen. Damit jedoch der angestrebte Zweck erreicht werden kann, ist es meist notwendig, der KI kurz zu beschreiben, worum es in dem Abschnitt gehen wird. Teils werden auch hier mehrfache Nachfragen und Verfeinerungen notwendig sein.
5. Tücken
Wirklich tückisch kann es sein, dass man zu Beginn schon zu stark auf die KI baut. Entweder um Zeit zu sparen oder aus Unsicherheiten und deshalb direkt auf die KI zurückgreift. Die Gefahr ist dann groß, dass man sich nicht intensiv genug mit seinem Thema auseinandersetzt und daher gar nicht so recht weiß, worüber man überhaupt schreibt oder wesentliche Aspekte übersieht. Um dieses Gefühl zu vermeiden, bietet es sich an, dass man zunächst eine ganz simple Ideensammlung ohne Einsatz von KI macht, dann in die Literaturrecherche startet. Während man überblicksartig liest, Themenfelder ausmacht und diese festhält. Und anschließend erst die KI mit einbezieht.
6. Fazit
Gliedern ist eine Fertigkeit und bedarf viel Übung. Studium und Promotion sind als Qualifikationsphasen gerade dazu da, diese zu erwerben. Deshalb ist ein Rückgriff auf die KI immer mit Bedacht zu wählen. Es wäre jedoch auch nicht sonderlich zukunftsgewandt, würde man sich den Möglichkeiten, die KI mit sich bringt, verwehren. In unterstützender Funktion, z.B. als Gedankenanstoß oder zur Verfeinerung der eigenen Ideen kann der Einsatz von KI daher sehr sinnvoll sein und den Gliederungsprozess effizienter gestalten.
Hast du KI schon mal zum Gliedern von Seminararbeiten, Aufsätzen, etc. genutzt? Teile gern deine Erfahrungen mit uns und der Community auf Goldwaage.jura bei Instagram.
Über das Jurastudium gibt es so manche (Vor-)Urteile. Spielt man ernsthaft mit dem Gedanken, Jura zu studieren, stößt man zweifelsohne auf den ein oder anderen Mythos. Vor allem sein Ruf als trockenes, lernintensives und mit enormen Belastungen verbundenes Studium eilt Jura voraus. In diesem Beitrag geht unsere Autorin Lea den hartnäckigsten Klischees auf den Grund.
Wie toll es doch wäre, wenn tatsächlich alles im Gesetz stünde. Das hätte mir unzählige Stunden des Auswendiglernens von Streitständen erspart. Tatsächlich ist es aber so, dass die abstrakt-generellen Normen, d.h. Vorschriften die auf unzählige Fälle anwendbar sind, teils auslegungsbedürftig sind. Nur so gelingt es in der Rechtsanwendung „gerechte“ Lösungen zu finde.
In der Konsequenz bedeutet es dann aber auch, dass es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten mit entsprechenden Argumentationen gibt. Je weiter man in der juristischen Ausbildung voranschreitet, desto leichter mag es einem fallen, diese Interpretationen selbst zu entwickeln. Bis dahin bleibt einem aber selten etwas anders übrig, als die bestehenden Meinungen auswendig zu lernen. Der Gesetzeswortlaut an sich ist dafür zwar eine gute Grundlage, aber meist nicht ausreichend. Nicht grundlos dürfen im Zweiten Staatsexamen Kommentare bei der Bearbeitung der Klausuren verwendet werden.
Im Ergebnis kommen wir JuristInnen mit dem Gesetzestext allein ungefähr so weit, wie die NaturwissenschaftlerInnen mit dem angedruckten Periodensystem.
2. Jura ist furchtbar trocken
Wohl DIE Aussage über das Jurastudium ist, dass es super trocken ist. Ehrlich gesagt, weiß ich bis heute nicht so genau, was damit eigentlich gemeint ist. Bezieht man es darauf, dass man viel Theorie und (vermeintlich) abstrakte Streitstände lernt, so mag das wohl sein. Doch die Streitstände sind typischerweise der Praxis entsprungen oder ihr zumindest angelehnt, weil sie im Rahmen eines realen Sachverhaltes aufgetaucht sind. Auch steht durch die Bearbeitung von Fällen und der Erstellung von Gutachten als Prüfungsleistungen stetig die Anwendung der Gesetze und des juristischen Handwerkzeugs im Vordergrund.
Die Vermittlung von theoretischem Wissen steht zwar im Mittelpunkt des Studiums. Den Vorwurf es sei so „trocken“, könnte man dann wohl jedoch an jedes beliebige Studienfach richten, da dies charakteristisch für das Studieren an sich ist. Der großen Unterschied zum Jurastudium könnte jedoch in der Masse an Stoff liegen, die man im Laufe des Jurastudiums zu bewältigen hat.
3. Nur mit Prädikatsexamen kann man Karriere machen
Auch der Mythos, dass man nur mit einem Prädikat, d.h. mindestens 9 Punkten im Examen, Karriere machen kann, hält sich wacker. Die Durchschnittsergebnisse beider Examina zeigen aber deutlich, dass das in der Praxis faktisch nicht (mehr) so ist. Und auch der stetige „Juristenmangel“ – durch Pensionierungswellen und demographischen Wandel – tut sein übriges dafür, dass man „auch“ mit einem Examen unterhalb des Prädikats eine breite Auswahl auf dem Arbeitsmarkt und damit zur beruflichen Selbstverwirklichung hat. Die Aussage, dass man entweder Taxifahrer oder reich wird, ist tatsächlich nur ein Mythos. Dies dürfte hoffentlich dem ein oder anderen den Druck hinsichtlich der Examensnote etwas nehmen.
4. Jurastudierende sind EinzelkämpferInnen
Irgendwann im Studienverlauf hört man davon, dass Hausarbeiten geklaut, Zeitschriften versteckt oder Seiten herausgerissen werden. Wie viel da tatsächlich dran ist oder ob es zu großen Teilen nur Urban Legends sind, lässt sich schwer sagen. Jedoch bilden sich schon früh im Studium Freundschaften oder auch Lerngruppen. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass wenn man die für sich „richtigen“ KommilitonInnen gefunden hat, man sich gegenseitig unterstützt und motiviert. Sicherlich mag es den ein oder anderen Studierenden geben, der egozentrisch sein mag, doch auch das ist kein Alleinstellungsmerkmal für JuristInnen.
Auch die Vorstellung, dass man extrem intelligent sein oder ein einser Abischnitt haben muss, um das Examen zu bestehen, hält sich beständig.
Wer diesen Schnitt erreicht hat, hat zwar bereits in der Schule gezeigt, dass er oder sie diszipliniert viele Themenbereiche erarbeiten kann. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass das ein Garant oder gar die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Jurastudium ist. Jura ist ein Marathon, bei dem man sich über Jahre stetig bereit gefächertes Wissen aneignet. Dafür braucht es vor allem Durchhaltevermögen und hohe intrinsische Motivation. Auch ein Schüler, der sein Abi mit einer Null-Bock-Einstellung bestanden hat und dann aber seine Leidenschaft für Jura entdeckt, wird das Studium (besser) meistern können, als ein/e AbiturientIn mit einem Schnitt von 1,0.
6. Mut zur Lücke
Allein die im Studium und Examen vorausgesetzte Stoffmenge sorgt dafür, dass es faktisch unmöglich ist, alles im Detail zu beherrschen. Folglich ist es unverzichtbar, schon früh den Stoff zu priorisieren und herauszufinden, was „relevant“ ist. „Mut zur Lücke“ als Motto im Studium ist daher meiner Ansicht nach Interpretationssache. Versteht man es so, dass man sich Themen gar nicht anschaut, kann man damit ziemlich auf die Nase fallen. Beherzigt man es jedoch, indem man nicht allzu streng mit sich selbst ins Gericht geht und es als in der Natur der Sache liegend ansieht, dass man nicht alles gleich gut können kann, kann es ein gesunder Weg sein, mit den Erwartungen und dem Druck, den das Studium mit sich bringt, umzugehen.
Fazit
Über das Jurastudium existieren weit mehr, als die hier angesprochenen Mythen. Doch wirklich viel, scheint an diesen nicht dran zu sein. Jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst entscheiden, wie er sich das Studium gestaltet, und damit auch, wieweit eines dieser Mythen auf ihn oder sie und sein oder ihr Studium zutrifft.
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Einen Doktorvater, bzw. eine Doktormutter zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Unsere Autorin Lea hat für dich einen Fragebogen entwickelt, anhand dessen du herausfinden kannst, welche Art der Betreuung für dich die richtige ist.
Neben der Entscheidung deines konkreten Promotionsthemas, ist die Wahl für eine Betreuungsperson entscheidend. Sie kann nicht nur über die Note, sondern auch das Gelingen oder gar Scheitern der Promotion entscheiden.
Umso maßgeblicher ist es, die vermeintlich richtige Wahl für das Betreuungsverhältnis zu treffen.
Den wohl häufigsten Tipp, den ich dazu bekommen habe, war, dass ich mit den wissenschaftlichen Mitarbeitenden oder DoktorandInnen sprechen soll.
Dieser Rat hat mir ehrlich gesagt gar nicht weiter geholfen. Entweder weil ich selbst an dem Lehrstuhl gearbeitet und so einen verhältnismäßig guten Einblick hatte, wie die Betreuung so abläuft. Oder aber meine favorisierte/r Doktormutter bzw. -vater so weit weg war, dass ich weder wusste, wie ich mit den Doktorand:innen in Kontakt kommen sollte, noch ob sie mir eine ehrliche Antwort geben würden.
Mittlerweile habe ich mich für eine Betreuung entschieden und bin dabei nach meinem Bauchgefühl gegangen. Jetzt als Teil dieser neuen Welt der DoktorandInnen – die ich zugegebenermaßen ziemlich glorifiziert hatte im Vorfeld – kann ich sagen, dass das passende Betreuungsverhältnis stark vom individuellen Arbeitsstil geprägt ist.
Es gibt nicht das perfekte Betreuungsmodell, sehr wohl aber das passende für dich!
Der Beitrag soll dir helfen ein Gespür dafür zu bekommen, welches am ehesten zu dir passen könnte.
Arten von Betreuungsmodellen
Jede Betreuung ist individuell und nicht nur von Doktormutter oder – vater abhängig, sondern entscheidend auch vom Betreuten. Pauschale Betreuungsmodelle lassen sich daher nur schwer festmachen. Jedoch gibt es grobe Leitlinien anhand derer man die Betreuungsmodelle unterscheiden kann:
1. Die „lockere“ Betreuung
Die „lockere Betreuung ist geprägt durch viel Freiraum, wenig Treffen und primär auf Eigenständigkeit des Promovierenden ausgelegt.
2. Die „engmaschige“ Betreuung
Die „engmaschige“ Betreuung ist das genaue Gegenteil. Sie zeichnet sich durch regelmäßige, zeitnahe Treffen mit konkrete Zwischenzielen aus. Der Einfluss des Betreuenden auf Inhalt und Stil ist dementsprechend höher.
3. Die „strukturierte“ Betreuung
Die „strukturierte“ Betreuung ist die goldene Mitte aus „lockerer“ und „engmaschiger“ Betreuung. Es erfolgen regelmäßige Treffen mit Feedback, es werden Zwischenziele gesetzt und Angebote für Nachfragen gemacht. Jedoch nicht in der Intensität wie beim „engmaschigen“ Modell.
Mache jetzt den Selbsttest welcher dieser Betreuungsmodelle am besten zu dir passen könnte. Antworte möglichst spontan und aus dem Bauch heraus. Vielleicht helfen dir ja deine Erfahrungen aus der Seminararbetszeit bei der Beantwortung.
1. Wie gehst du mit Motivationstiefs um? A) Ich habe genug intrinsische Motivation um selbst wieder reinzufinden B) Ich brauche einen kleinen Impuls von außen C) Ich baue eine innere Hürde auf und breche extrinsische Motivation
2. Wie gehst du mit Unsicherheiten um? A) Gut – sie kurbelt meinen Selbstanspruch an B) Ich halte sie aus, brauche aber ab und zu Bestätigung oder einen Denkansatz C) Unsicherheiten hemmen mich und sorgen für (Schreib-)blockaden
3. Wie wichtig ist dir Bestätigung, dass dein Ansatz „richtig“ ist? A) Eher unwichtig B) Wichtig, aber nur bei grundsätzlichen Entscheidungen C) Sehr wichtig
4. Wie gehst du mit widersprüchlichen Meinungen zu einer Entscheidung um? A) Ich bleibe bei meiner Ansicht B) Ich erwäge die andere Meinung und entscheide mich für das, was im am sinnvollsten finde C) Ich brauche eine Zweitmeinung, um nicht verunsichert zu sein
5. Wie wichtig ist dir regelmäßiges Feedback? A) Nicht wichtig. Ich arbeite lieber frei und ungestört von Meinungen anderer B) Wichtig, aber entscheidend ist, dass ich für die zentralen Punkten Feedback bekomme C) Regelmäßiges Feedback ist mir sehr wichtig bei allen Schritten
6. Wie wichtig ist dir Erreichbarkeit der Betreuungsperson? A) Lege ich kaum wert drauf. Hauptsache eine Rückmeldung kommt noch innerhalb des Quartals B) Eine zeitnahe Rückmeldung und Möglichkeit für Gespräche ist mir wichtig C) Eine Rückmeldung möglichst noch am selben Tag ist für meine Weiterarbeit zentral
Auswertung
Überwiegend A: Du arbeitest gern möglichst frei und selbstständig. Meinungen von außen hemmen dich eher. Zu dir passt eine „zurückhaltende“ Betreuung vermutlich am besten.
Überwiegend B: Du brauchst sowohl deine Freiheiten, als auch eine lenkende Hand an den richtigen Stellen. Eine „strukturierte“ Betreuung dürfte für dich passen.
Überwiegend C: Du bist von zu viel Freiheit überfordert, brauchst viel Feedback und Rückversicherung. Deshalb scheint ein „engmaschiges“ Betreuungsmodell dich am effektivsten zu unterstützen.
Fazit
Es gibt nicht das eine Betreuungsmodell, sondern es sollte auf dich und deine Bedürfnisse zugeschnitten sein. Meist lässt sich das, worauf man Wert legt, erst während der Promotionszeit so wirklich benennen. Doch auch dann kannst du mit deiner gewählten Betreuungsperson noch besprechen, wie du dir die Betreuung vorstellst und ob nicht etwas abgeändert werden kann. Die Promotion ist ein individueller Prozess, der von Wandel und Entwicklung geprägt ist. Scheue dich daher nicht, Wünsche anzusprechen.
Wir freuen uns über deine Erfahrungen und Ergebnisse des Selbsttest auf Insta @goldwaage.jura.
Wer beginnt Jura zu studieren, taucht ein in eine neue Welt voller Begriffe und Eigenheiten, die für Nicht-Juristen teils nicht ohne Weiteres zugänglich bzw. verständlich sind.
Damit du bei der nächsten Familienfeier nicht zum zehnten Mal auf die Frage „Wie, du studierst immer noch?“ reagieren musst, gibt es hier einen kleinen Crashkurs zum Jurastudium – speziell für alle, die sich selbst als „Nicht-Juristen“ bezeichnen.
Die Basics zu Beginn: Das Studium ist nach Regelstudienzeit auf 10 Semester ausgelegt, d.h. im 10. Semester schreibt man den staatlichen Teil des Examens und hat die mündliche Prüfung. Das erste Examen selbst besteht aus zwei Teilen:
1. Staatlicher Teil (je nach Bundesland bestehend aus 6 Klausuren und eine mündliche Prüfung)
2. Universitärer Teil (je nach Bundesland bestehend aus Studienarbeit, Verteidigung, Schwerpunktsklausur)
Die ersten 3.-4. Semester sind das sog. Grundlagenstudium, wo – wie der Name schon sagt – rechtliche Grundlagen in allen drei Rechtsgebieten (Öffentliches Recht, Strafrecht und Zivilrecht) beigebracht werden. Die Phase schließt mit der sog. Zwischenprüfung ab.
Daran schließt sich das Hauptstudium an, was in der Regel vom 4.-7. Semester geht. Hier wird auf die Grundlagen aufgebaut, Wissen verknüpft und die letzten Prüfungen geschrieben, bevor es dann im Examen richtig ernst wird. Nach der Phase ist man dann „scheinfrei“, d.h. man hat alle Prüfungen geschrieben und bestanden, die man zur Zulassung für das erste Examen braucht.
Zudem wird in der Phase überwiegend der Schwerpunkt absolviert, welcher je nach Bundesland zu ca. 30% in die Examensnote mit einfließt.
Die dritte Phase ist die Examensvorbereitung, die üblicherweise mindestens zwei Semester betragen sollte. Hier wird sich intensiv mit dem gesamten Stoff der Studienzeit und darüber hinaus auseinander gesetzt und Wissen weiter verknüpft. Die Phase endet mit den schriftlichen und der mündlichen Prüfung des staatlichen Teils des Examens.
Allein diese sehr grobe Umschreibung zeigt schon den Arbeitsaufwand, den das Studium mit sich bringt, deutlich auf, weshalb es nicht verwundert, dass der wohl größere Teil der Studierenden mehr als 10. Semester bis zum Abschluss brauchen.
Wichtige Begriffe und Besonderheiten
Gutachtenstil
Vor allem zu Beginn des Studiums wird man von allen Seiten mit dem sog. Gutachtenstil bombardiert.
Das liegt zum einen daran, dass es das 1×1 der juristischen Methodik (zumindest während des Studiums) ist und zum anderen daran, dass es zunächst ungewohnt ist, diesen Stil zu verwenden.
Nach dem Gutachtenstil werden die Lösungen (Gutachten) rechtlicher Sachverhalte dargestellt. Er besteht aus vier Schritten:
Obersatz
Definition
Subsumtion
Ergebnis
Der Obersatz wirft auf, was geprüft wird. Die Definition setzt die Maßstab, wonach beurteilt wird, ob das zu Prüfende vorliegt. Bei der Subsumtion wird geschaut, ob der konkrete rechtliche Sachverhalt unter die Definition fällt. Zuletzt wird ein Ergebnis gezogen.
Der Gutachtenstil dient folglich dazu, ein Ergebnis nicht nur festzustellen, sondern durch begründete Herleitung zu ermitteln. Er ermöglicht so eine intensivere, unvoreingenommenere Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt.
„Es kommt darauf an“
So ziemlich jede/r JuristIn hat den Ausdruck „es kommt darauf an“ schon mal genutzt. Er ist wohl einer der bekanntesten Sprüche und trifft den Nagel so ziemlich auf den Kopf, wenn man die Art des Fälle Lösens in einem Satz beschreiben müsste. Gemeint ist damit, dass trotz abstrakter Regelungen in Form von z.B. Gesetzen jeder Sachverhalt individuell zu betrachten ist und deshalb häufig keine generelle Antwort möglich ist. Wie zu entscheiden ist, kommt mithin darauf an, welche Besonderheiten jeder einzelne Fall mit sich bringt.
Auch den Spruch „zwei Jurist:innen, drei Meinungen“ hört man öfter und er verdeutlicht ganz schön, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern je nach vertretener Ansicht mehrere gangbare Wege einen rechtlichen Sachverhalt zu entscheiden. Im Studium passiert dies häufig im Rahmen sog. Streitstände innerhalb der Falllösung. Streitstände haben sich teils über lange Zeit etabliert und dabei stehen sich typischerweise Vertreter aus der Literatur (d.h. z.B. der Wissenschaft) und solche aus der Rechtsprechung (d.h. Gerichten) mit verschiedenen Lösungsansätzen, die sie für den vorzugswürdigeren Weg halten, gegenüber. Die Aufgabe des Studierenden ist es dann, sich mithilfe von Argumentation und Auslegung begründet für einen (bestehenden oder selbst entwickelten) Lösungsansatz zu entscheiden.
Prädikatsexamen
Das Prädikatsexamen gilt quasi als der heilige Gral des Jurastudiums, den sich (fast) jeder Jurastudierende wünscht. Schaffen tuen es im Bundesdurchschnitt jedoch nur knapp 20-30% der AbsolventInnen.
Was genau das Prädikatsexamen nun eigentlich ist, lässt sich nur beantworten, wenn man sich zunächst die Notenskala des Jurastudiums anschauen. Ähnlich wie in der gymnasialen Oberstufe gibt es Punkte, doch statt „nur“ 15 Punkten gibt es bei Jura maximal 18 Punkte, weil es zwischen befriedigend (Schulnote 3) und gut (2) einen weiterer Einschub mit „vollbefriedigend“ gibt. Und genau in diesem vollbefriedigend (9-11,49 Punkte) beginnt das Prädikatsexamen. (Nicht zu verwechseln mit dem Prädikat nur einer Klausur, welches erst ab 10 Punkten beginnt).
Ein Prädikatsexamen hat man erreicht, wenn man im Gesamtschnitt (d.h. staatlicher und universitärer Teil) insgesamt auf mindestens 9 Punkte kommt.
Kleiner und großer Schein
Die kleinen Scheine werden im Grundstudium geschrieben, die großen dann im Hauptstudium. Letztere sind aber vom Prinzip gleich aufgebaut. Der Studienaufbau ist jedoch von Uni zu Uni verschieden, sodass es auch sein kann, dass stattdessen Semesterendklausuren geschrieben werden und das System mit den Scheinen nicht existiert.
In jedem Rechtsgebiet (Öffentliches Recht, Strafrecht und Zivilrecht) muss ein kleiner Schein erreicht werden.
Diese bestehen auch wieder von Uni zu Uni unterschiedlich typischerweise aus einer Klausur und einer Hausarbeit. Bei diesen Prüfungsleistungen wird dann das Wissen aus mehreren Vorlesungen und Semestern gemeinschaftlich abgeprüft.
Besteht man sowohl Klausur als auch Hausarbeit, bekommt man einen Zettel ausgestellt, auf welchem das Bestehen bescheinigt wird – dem sog. kleinen oder großen Schein.
Begriffe aus dem Uni-Kosmos
FSR
FSR steht für Fachschaftsrat und ist eine gewählte studentische Vertretung eines bestimmten Studiengangs/-fachs (Fachschaft). Der FSR organisiert u.a. die Erstiwoche, sowie Veranstaltungen während der Semester, sammelt typischerweise Altklausuren oder dient als Anlaufstelle der Studierenden für Fragen aller Art.
AStA
Der AStA, d.h. der Allgemeine Studierendenausschuss und ist die Interessenvertretung aller Studierenden einer Hochschule. Im Unterschied zum FSR also nicht nur einer Fachschaft. Dabei vertritt der AStA die Interessen der Studierenden gegenüber der Hochschulleitung und Öffentlichkeit und setzt die Beschlüsse des Studierendenparlaments um. Zum ist er die zentrale Anlaufstelle aller Studierenden für Probleme im Zusammenhang mit dem Studium.
Jura erklärt man nicht in wenigen Sätzen – aber vielleicht hilft dieser kleine Einblick, das Studium beim nächsten Familientreffen etwas verständlicher zu machen.
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Wenn deine generelle Entscheidung für die Promotion gefallen ist, kommt es als einer der nächsten Schritte darauf an, wie du dir diese finanzierst. In diesem Beitrag stellt dir unsere Autorin Lea die häufigsten Finanzierungsmethoden vor.
Es gibt ein paar (klassischere) Möglichkeiten, die ich im Folgenden kurz beschreibe. Diese sind bewusst nicht abschließend, da jeder sein für sich passendes Promotionsmodell finden muss. Aber es soll dir als Ansatz für eine vertiefte Recherche dienen oder zumindest als ersten Gedankenanstoß.
Die wohl am häufigste Finanzierungsform läuft über den Job als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in.
Diese werden zum einen von Universitäten ausgeschrieben, aber auch von Kanzleien.
WissMit an der Uni
Mit den WissMits an der Uni ist man aus dem eigenen Studium gut vertraut. Diese unterstützen die jeweiligen Lehrstühle in Forschung und Lehre. Dies beispielsweise als Dozent/in von vorlesungsbegleitenden Kolloquien bzw. Arbeitsgemeinschaften, Vorlesungsvertretungen oder Unterstützung bei Publikationen des/der Lehrstuhlinhabers/in. Die genaue monatliche Entlohnung ist hier stark von der jeweiligen Stelle abhängig. Dies liegt daran, dass verschiedene Teilzeitanteile (typischerweise 50% oder 75%) oder gar Vollzeit ausgeschrieben und vereinbart werden können. Dabei wird man nach dem erfolgreichen ersten Examen in der Regeln in die Entgeltgruppe 13 TV-L eingruppiert.
Großer Vorteil ist hier, dass du von einigen anderen Doktorand/innen umgeben bist, die dein „Schicksal“ teilen. Du kannst auf kürzestem Weg Tipps erfragen, Probleme beredet und im besten Fall sogar in den fachlichen Austausch gehen.
Typischerweise ist deine Betreuung auch gleichzeitig dein/e Chef/in, was positive als auch negative Seiten haben kann. Aber auch hier ist der Weg für etwaige Nachfragen kürzer und die Betreuung üblicherweise enger, als bei extern betreuten Dissertationen.
Nachteil kann sein, dass du neben der Promotion arbeitest und dementsprechend weniger Zeit und Fokus für die Erstellung der Arbeit und Vorbereitung auf die spätere Verteidigung an sich hast. Ob das für dich wirklich ein Nachteil ist oder du nach dem Studium etwas Abwechslung zum wissenschaftlichen Arbeiten brauchst, liegt bei dir.
Einen Faktor den man bei der Anstellung an der Uni aber nie vergessen sollte, sind die Vorgaben des Wissenschaftszeitgesetzes. Nach diesem darf nach aktuellem Stand die Befristung der wissMit-Stelle maximal 6 Jahre betragen. Wie das mit Verlängerungen bei z.B. Krankheit, Mutterschutz und Elternzeit aussieht, informierst du dich am besten nochmal bei der Personalabteilung deiner Uni.
WissMit bei einer Kanzlei
Die Arbeit als wissMit in einer Kanzlei kann so vielfältig sein, wie die Ausgestaltung eines jeden anderen Arbeitsverhältnisses dies auch zulässt. Typischerweise unterstützt du, wie der Name der Jobbezeichnung auch bereits impliziert, auch bei der Recherche, sowie Fallvorbereitungen.
Üblicherweise können sich nur Groß- oder mittelgroße Kanzleien den „Luxus“ von wissMits finanziell leisten, sodass vorwiegend in den Spezialisierungen dieser Kanzleitypen dein Aufgabenbereich liegen wird. Weniger Stellen finden sich dann u.a. im Familien-, Erb- oder Sozialrecht, wobei bei intensiver Recherche auch hier Jobs angeboten werden.
Vorteil der eingebundenen Arbeit in eine Kanzlei ist der hohe Praxisbezug und die Möglichkeit zum Networking. Die Vergütung ist auch hier recht unterschiedlich und kann unter dem der wissMits an der Uni liegen oder natürlich auch deutlich darüber. Du musst dann für dich entscheiden, ob du in der Konsequenz dessen auch mehr Stunden arbeiten möchtest. Kontakte zu anderen Doktorand/innen knüpft man hier nicht zwingend, doch bei größeren Kanzleien arbeiten meist mehrere wissMits die auch promovieren und mit denen man ins Gespräch kommen kann.
Stipendium
Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung sind Stipendien.
Wie bereits im Studium auch kann zwischen politischen, kirchlich/religiöse oder unabhängige Stipendien unterschieden werden. Bezüglich der Voraussetzungen solltest du dich im Detail mit den Stipendiengebern befassen, die für dich in Betracht kommen. Diese werden hier nur exemplarisch genannt, genaueres findest du aber auch hier.
-Politische
Insoweit sind Stiftungen zu den großen Parteien am bekanntesten wie z.B. die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) oder die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Die Linke).
-Kirchliche/religiöse
Hierzu gehören beispielhaft evangelisches Studienwerk Villigst, katholisches Cusanuswerk oder muslimisches Avicenna Studienwerk.
-Unabhängige
Für die unabhängigen Stipendien können die Studienstiftung des deutschen Volkes oder die Stiftung der deutschen Wirtschaft genannt werden.
Vorteil ist hier, dass du dich voll auf deine Promotion konzentrieren kannst, ohne nebenbei arbeiten gehen zu müssen. Das spart Zeit, sodass du nicht unbedingt mit mehrere Jahre für den Promotionsprozess rechnen solltest.
Nachteil ist, dass du, während du das Stipendium beziehst, noch nicht wie bei bestehendem Arbeitsvertrag, in die Rentenkasse einzahlst. Auch die Finanzierung der Krankenkasse muss individuell organisiert und von der Stipendiensumme mit bestritten werden.
Auch der Bewerbungsprozess kann einer Art „Bestenauslese“ gleichen und mit hohe Voraussetzungen, was u.a. Noten im Examen oder (politisches) Engagement betrifft, verbunden sein.
Auch der Kontakt zu anderen Promovierenden ist nicht zwingend gewährleistet. Dieser kann aber über Seminare für Doktorand/innen an der jeweiligen Fakultät der Betreuung hergestellt werden oder natürlich durch Eigeninitiative.
Also Promovierende/r kann man durch Einschreibung als solche/r an der Uni, an der du vorhast, die Dissertation einzureichen, auch den Studierendenstatus bekommen. Mit diesem könntest du auch einen Studienkredit in Anspruch nehmen.
Vorteil ist hier, dass du deine Finanzierung gesichert hast. Ggf. kannst du dann zusätzlich den Studienkredit mit z.B. Wohngeld (oder anderen Sozialleistungen) kombinieren.
Nachteil ist aber die Verschuldung, sowie die hohen Zinsen die mit einem Studienkredit einher gehen. Auch bei dieser Finanzierungsform gibt es keinen automatischen Kontakt zu anderen Promovierenden. Zudem wird auch hier nicht zwingend in die Rentenkasse eingezahlt und die Organisation, sowie Finanzierung der Krankenkasse muss selbst ebenfalls selbstständig erfolgen.
Fazit
Welche Methode für dich am ehesten in Betracht kommt, ist eine sehr subjektive Entscheidung. Bedenke aber stets die Vor- und Nachteile jeder Finanzierungsform, wobei hier nur einige aufgelistet sind und zur groben ersten Orientierung dienen.
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Die Entscheidung für oder gegen eine Promotion ist sehr individuell. Sie kann schon recht früh feststehen, eher spontan nach den Examensergebnissen erstmals als Option in Betracht kommen. In diesem Beitrag geht unsere Autorin Lea der Frage auf den Grund, ob und für wen sich eine Promotion überhaupt lohnt.
Aufgrund der Fülle an Beweggründen und individuellen Ausgangsbedingungen ist dieser Post eher mein persönlicher Erfahrungsbericht, der mit allgemeinen Hinweisen gespickt ist. Mir ist aber wichtig, direkt zu Beginn noch einmal explizit zu sagen, dass die angesprochenen Punkte meine Erfahrungen sind und deine Gewichtung dieser oder ganz anderer Punkte völlig verschieden sein können. Am Ende musst du eine für dich passende Entscheidung treffen und niemand sonst!
1. Eindrücke als studentische Hilfskraft Ich habe bereits im Grundstudium angefangen an einem Lehrstuhl zu arbeiten und dadurch viel von den wissenschaftlichen Mitarbeitenden (WissMits) mitbekommen. Das hat sich über die Jahre, die Nähe zu den WissMits und dem eigenen Fokus auf die Möglichkeit einer Dissertation noch einmal gesteigert. Auch durch regelmäßige Nachfragen vom Lehrstuhl habe ich mich immer intensiver mit der Entscheidung auseinandergesetzt, sowie die Pros und Cons aus erster Reihe quasi mit angesehen.
Allgemein: Sprich mit WissMits deiner Uni oder vereinbare ein Gespräch mit deinem/deiner Lieblingsprofessor/in, die du dir vielleicht sogar schon als Doktormutter/-vater vorstellen könntest. Oder manchmal gibt es niedrigschwelliger Angebote wie z.B. durch Gespräche mit besonderen Lehrbeauftragten, die meist als akademische Räte angestellt sind und selbst auch promotiviert haben.
2. Mentoringprogramm für promotionsinteressierte Studentinnen Zudem hatte ich mich aufgrund einer Empfehlung von Freundinnen dazu entschieden, an einem Mentoringprogramm für promotionsinteressierte Studentinnen teilzunehmen, das die Gleichstellung meiner Uni angeboten hat. Wie der Titel schon sagt, richtet sich das Angebot nur an weiblich gelesene Personen (sorry boys!). Zudem war das Programm fächerübergreifend, sodass nicht alle geplanten Veranstaltungen für eine juristische Promotion relevant waren. Doch innerhalb dieser knapp sechs Monate haben wir verschiedene Bereich einer Promotion durchgesprochen wie beispielsweise möglichen Beweggründen, den rechtlichen Hintergründen zum Wissenschaftszeitgesetz und den gängigen Promotionsmodellen. Darüber hinaus gab es noch Zusatzveranstaltungen die neben der Promotion in jedem Fall nützlich sein werden, wie ein Bewerbungsmappencheck oder einem Training zur Stimmung- und Wahrnehmungspräsenz. Ich selbst habe das Programm von Frühjahr bis Sommer im Jahr meines Examenstermins gemacht. Zum Einen war das eine super Möglichkeit mal aus dem Lerntrott herauszukommen. Und zum Anderen eine tolle Option, leicht neue Kontakt zu wissenschaftlich orientierten Frauen zu knüpfen und Teil eines bestehenden Netzwerkes mit all seinen Möglichkeiten und der draus folgenden Expertise zu werden.
Allgemein: Schau, ob deine Uni eine Infoveranstaltung anbietet oder sogar ein ähnliches Programm. Es schadet auf jeden Fall nicht, sich zu bewerben und neue Eindrücke mitzunehmen. Da das zeitlich meist aber mit der Endphase der Examensvorbereitung zusammenfällt, kannst du da auch transparent sein und ggf. einige der geplanten Termine skippen.
3. Seminararbeit im Schwerpunkt Für mich war auch ein zentraler Punkt, wie ich die Phase während der Seminararbeit empfunden habe. Also ob mir die Recherche und der Schreibprozess so ganz generell (abseits vom Notendruck) „Spaß“ gemacht hat. Fairerweise hatte ich das für mich eher als „ging so“ bewertet. Die Zeit war super stressig, ich war damit überfordert so ganz allein einen wissenschaftlichen Text schreiben zu müssen, ohne wirklich zu wissen, was ich da eigentlich machen muss. Was mir allerdings wirklich gut gefallen hat, war mich mit den bestehenden Ansichten aus Literatur und Rechtsprechung auseinanderzusetzen und meine eigene Meinung aufs Papier zu bringen. Die Art der Betreuung und den zeitlichen Rahmen kann ich während der Promotion auch viel selbstbestimmter mitgestalten und beeinflussen. Sodass die negativen Aspekte aus der Seminararbeit dann gar nicht mehr so wahnsinnig relevant für die Entscheidung für oder gegen die Diss waren. Worauf ich im Grunde hinaus möchte, ist, dass du selbst schauen musst, wie relevant welches Argument für dich ist.
4. Motivationsgründe Ich habe mich über eine längere Zeitspanne (schon so ein gutes Jahr) immer mal wieder selbst gefragt, wieso ich überhaupt eine Doktorarbeit schreiben möchte. Wie oben schon angeteasert, sind die Gründe wahnsinnig vielfältig. Von der Hoffnung seine Chancen für eine Partnerschaft in einer Großkanzlei zu erhöhen, über das individuelle Interesse an einem bestimmten Themenbereich, bis hin dazu, das Referendariat und damit das 2. Examen herauszögern zu können, kann alles dabei sein. Wie schwer du die Punkte jeweils gewichtest, ist komplett dein Ding, egal ob jemand anders das für total bescheuert hält. Deine Gründe müssen dich durch die Promotionszeit (die schon teilweise drei Jahre aufwärts ist) bringen. Genau wie in der Examensvorbereitung auch, musst du durchhalten, aus den Gründen, für die du dich entschieden hast bzw. im Verlauf entscheidest.
5. Noten (Examen und Seminararbeit) Nicht ganz unentscheidend sind natürlich auch deine Noten aus Examen und Schwerpunkt. Schau dir am besten im Vorfeld die Promotionsordnungen deiner favorisierten Unis an und deren individuellen Voraussetzungen. Häufig kannst du „bereits“ mit einem befriedigenden Examen und einer Zusatzleistung (2. Seminararbeit etc.) promovieren. Auch kann es sein, dass du im Bewerbungsprozess zur Promotionsbetreuung gebeten wirst, deine Seminararbeit mitzuschicken, damit der/die potenzielle Betreuung ein Gefühl für deinen Schreibstil bekommen und dein „Potenzial“ einschätzen kann.
6. Dein Charakter Den letzten Grund, könnte man auch mit unter Motivationsgründe fassen. Ich finde ihn aber so relevant, dass er einen eigenen Oberpunkten bekommen hat. Du solltest du dich wirklich selbstkritisch fragen, ob du der Typ für eine Promotion bist. Willst du tatsächlich eine Monografie schreiben, jahrelang Texte lesen und dir Gedanken zu deinem Thema machen? Neben der Finanzierungsstelle (außer du hast dich erfolgreich um ein Stipendium beworben) noch vor- oder nach der Arbeit an der Diss sitzen? Magst du dir den Stress, das Kopfzerbrechen, die Selbstzweifel und sicher auch die ein oder andere Schreibblockade antuen?
Fazit Wenn du für dich sagen kannst, dass du auch die möglichen „Schattenseiten“ mit bedacht hast, du deine Gründe für die Promotion kennst und einfach Bock drauf hast, dann go ahead! Falls du dir unsicher sein solltest, dann wage es doch einfach. Niemand zwingt dich dazu, die Diss zu Ende zu schreiben, wenn du nach sechs Monaten, einem Jahr oder auch später feststellst, dass es doch nicht das war, was du wolltest. Solltest du klar sagen können, dass du dir eine Promotion so gar nicht vorstellen kannst, auch klasse. Dann gehts auf zum Ref, Berufseinstieg oder auf die Weltreise, die dich als Motivator durchs 1. Examen gebracht hat.
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Sind die schriftlichen Prüfungen erstmal geschafft, ist gefühlt (und tatsächlich) der größte Teil des staatlichen Examens geschafft.Doch wie geht es jetzt eigentlich weiter? Wann beginnst du mit der Vorbereitung auf die Mündliche und wie genau machst du das eigentlich?
*Dieser Beitrag enthält aufgrund der Nennung einiger Bücher unbezahlte und umbeauftragte Werbung.
Ich persönlich hatte mich vor den Schriftlichen quasi gar nicht mit der Mündlichen auseinandergesetzt und habe da ziemlich blauäugig – mit dem Motto „ach, mein Zukunfts-Ich macht das dann schon” – auf die Mündliche geschaut.
Doch als es plötzlich an die Vorbereitung ging, wurde ich panisch und fand keinen wirklichen Einstieg. Viele Bücher (ganz im Gegensatz zur Vorbereitung auf die Schriftlichen) gibt es ja nicht, was es nicht gerade einfacher gemacht hat.
Im Folgenden gebe ich dir deshalb ein paar meiner Ideen weiter, die für mich gut funktioniert haben und dir hoffentlich mehr Struktur geben, als ich sie hatte.
1. Beginn der Vorbereitung
Wann man nach den Schriftlichen wieder anfängt zu lernen, ist eine wahnsinnig individuelle Entscheidung. Ich persönlich hab nach gut 2,5 Monaten erst wieder angefangen, weil ich nach der Examensvorbereitung und den Prüfungen dringend eine längere Jurapause brauchte. Je länger du wartest, desto höher ist zwar die (vermeintliche) „Gefahr“ mehr Stoff zu vergessen. Nach jahrelangem Lernen kommt man jedoch so fix wieder rein, dass das meiner Meinung nach kein Grund gegen eine längere Pause sein sollte.
Als Faustformel würde ich dir mitgeben, dass du spätestens ca. 8 Wochen vor der Mündlichen wieder anfangen solltest zu lernen. Damit hast du genug Zeit den Stoff generell mit Karteikarten bzw. kleinen Fällen zu wiederholen und dich die letzten Wochen aber auch speziell auf deine konkreten Prüfer/innen vorzubereiten.
Ich habe es ja schon kurz anklingen lassen, dass die Lehrbuchsituation nicht sonderlich vielfältig ist.
Jedoch ist ein Lehrbuch speziell für die Mündliche definitiv empfehlenswert. Meist werden gute Hinweise für häufig geprüfte Themenkomplexe oder spezielle Fragen wie „Wer sind die aktuellen Präsident/innen der obersten Gericht“ gegeben. Meist findet sich mindestens ein Lehrbuch auch im OPAC deiner Bibliothek.
Eine persönliche Empfehlung (und das schon seit Studienbeginn) sind die Fallbücher von Schwabe. Seit 2023 gibt es in allen drei Rechtsgebieten auch konkret Bücher für die Mündliche, die sich sowohl zum Selbststudium eignen, als auch ideal in einer Lerngruppe genutzt werden können.
Der Prüfungsstil in der Mündlichen ist logischerweise ganz anders als in den Schriftlichen. Da es eher ein Gespräch mit der Möglichkeit ist, Fragen außerhalb der Falllösung zu stellen, sollte darauf bei der Vorbereitung Rücksicht genommen werden. Geh daher eher in die Breite anstatt in die Tiefe. Dafür eignen sich am besten kleine Fälle, bei denen du, deine Lerngruppe oder KI dir mögliche Fragen rund um die Fallschwerpunkte überlegen kannst.
Auch eignen sich Examinatorien oder gar Anfängerlehrbücher, die im Frage-Antwort-System aufgebaut sind ideal, um dir den Stoff über eine individuelle Falllösung hinaus mehr in die Breite anzuschauen.
Daneben kannst und solltest du deine Lernmaterialien/Karteikarten der Examensvorbereitung weiter nutzen, um im Stoff zu bleiben.
3. Prüfungsprotokolle
Neben den genannten Lernmaterialien – die dem Grunde nach bereits aus dem bisherigen Studium bekannt sein dürften – gibt es bei der Mündlichen die Besonderheit der Prüfungsprotokolle. Dies sind Gedächtnisprotokolle von vorherigen Prüflingen, aus denen sich im besten Fall Lieblingsthemengebiete oder -fragen konkret deiner Prüfer/innen ergeben.
Die Arbeit mit den Protokollen ist natürlich erst nach Bekanntgabe deines Prüfungstermins und der Prüfer/innen möglich. Es ist trotzdem durchaus sinnvoll, sich schonmal im Vorfeld bei deinem FSR zu erkundigen, ob dieser aktuelle Prüfungsprotokolle hat oder ob du dich an die kommerziellen Anbieter halten musst. Denn je nach Prüfungsamt und -ordnung betragen die minimalen Fristen zwischen Ladung zur Mündlichen und der Prüfung meist nur wenige Wochen (für MV z.B. lediglich 2 Wochen sh. § 19 II JAPO M-V). Zudem musst du bei den kommerziellen Anbietern mit ca. 40 € planen und du solltest dir die Vertragsbedingungen für die Verpflichtung von eigenen Protokollen nach der Mündlichen anschauen. Die Vertragsstrafen bei Verletzungen können durchaus nochmal für die Verdopplung der Kosten sorgen. Diese Kosten kannst du dir idealer Weise sparen, wenn dein FSR aktuelle Protokolle kostenfrei zur Verfügung stellen kann.
Hast du nun Protokolle, ist die Frage, wie genau du am effektivsten mit ihnen umgehst bzw. lernst. Ich muss ehrlich sagen, dass ich extrem viel Angst vorm Lesen der Protokolle hatte, weil ich dachte, die Fragen niemals gut genug oder überhaupt beantworten zu können. Falls du anfangs gehemmt bist, ist das völlig normal. Versuche mit möglichst wenig Leistungsdruck an das Durchlesen der Protokolle zu gehen und sei einfühlsam mit dir selbst, wenn du die Fragen nicht beantworten konntest.
Wie genau du die Protokolle bearbeitest, liegt ganz in deiner Entscheidung. Ich persönlich habe mir die neusten sechs oder sieben Protokolle je Prüfer genommen und in einer Tabelle notiert, welche Rechtsgebiete sie am häufigsten geprüft haben. So habe ich versucht ein Muster zu erarbeiten. Insbesondere bei Professor/innen kannst du zudem noch schauen, welche Vorlesungen sie im aktuellen Semester gegeben habe. Oder auch wo ihre Forschungsschwerpunkte liegen. Auf die Gebiete, die ich dadurch eingegrenzt hatte, habe ich mein Lernen besonders fokussiert. Damit pokert man zwar ziemlich, doch man kann sich sowieso nicht auf alles im Detail vorbereiten innerhalb weniger Wochen. Außerdem hat man durch die Examensvorbereitung ein so solides Grundwissen, dass man erstaunlich viele Fragen beantworten kann.
4. Das Vorgespräch
Zudem gibt es noch das Vorgespräch bei deinem/deiner Prüfungsvorsitzenden. Dieses ist nicht zwingend klassischer Teil der Vorbereitung, doch dort wird dir der grobe Ablauf der Mündlichen erklärt, du sprichst mit oder ohne deine Mitprüflinge über deine Vornoten aus den Schriftlichen bzw. Studium und kannst Notenwünsche äußern.
Insbesondere zu Letzterem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass du durchaus mutig sein darfst, Notenwünsche zur Verbesserung der Examensnote zu äußern. Schau aber, dass dein Wunsch im Vergleich zu deinen Vornoten nicht gänzlich unrealistisch ist. Forderst du zu “viel”, wird die Schwierigkeit der gestellten Fragen auch entsprechend sein. Das solltest du auf jeden Fall bedenken, um dir im Zweifel die bestmögliche Note sichern zu können und nicht auf die Nase zu fallen. Rechne daher im Vorfeld zum Gespräch am Besten einmal aus, welche Note du in der Mündlichen für deinen gewünschten Gesamtschnitt brauchen würdest. Aber Achtung: nicht jede/r Prüfer/in möchte dies von dir wissen. Schau vor dem Gespräch sicherheitshalber in den Prüfungsprotokollen einmal nach, wie dein/e Vorsitzende/r das handhabt.
Mit Ladung zur Mündlichen werden dir auch deine Mitprüflinge mitgeteilt. Je größer deine Fakultät bzw. die Anzahl der Mitprüflinge ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du sie persönlich kennst oder gar ihren Wissensstand einschätzen kannst. Grundsätzlich ist es auch nicht super wichtig, letzteres einschätzen zu können. Jedoch hat es mir mehr Sicherheit in Hinblick auf die Prüfung gegeben, selbst einschätzen zu können, in welchem Niveau der Schwierigkeitsgrad der Fragen an mich im Vergleich zu den anderen voraussichtlich liegen wird.
Idealerweise werdet ihr gemeinsam zum Vorgespräch eingeladen und sprecht auch in Anwesenheit aller Mitprüflinge über die Vornoten. Dann hast du alle zumindest schon mal gesehen. Ich selbst bin mit der Einstellung in die Prüfung gegangen, dass wir eine Leidensgemeinschaft sind und uns in den Pausen durch diese Prüfung tragen. Ein nettes Feedback nach z.B. der zivilrechtlichen Prüfung oder ein kleiner Plausch über die nächsten Tage helfen die Stimmung aufzulockern und vom Ernst der Prüfung abzulenken. Deshalb ist es meiner Meinung nach besser die anderen nicht als direkte Konkurrenten anzusehen, sondern sich miteinander darüber zu freuen, dass man nur noch den Tag hinter sich bringen muss, um das 1. Examen in der Tasche zu haben.
Um sich deshalb ein bisschen besser kennen zu lernen, könntet ihr nach dem Vorgespräch Nummern austauchen und vor der Prüfung einen Kaffee trinken oder sogar einen Probedurchlauf der Mündlichen simulieren. So bekommt ihr ein Gefühl für die Art und Weise der anderen, auf Fragen zu antworten und könnt gemeinsam üben auf direkte Fragen zu reagieren, auch wenn man die Antwort nicht ad hoc weiß.
6. Fazit
Es gilt wie immer, wenn es um Prüfungen geht, einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Prüfer/innen möchten dir nichts böses, sondern schauen “nur”, ob du praxisgeeignet bist. Zudem bietet die Mündliche eine super Möglichkeit, deine Gesamtnote nochmal deutlich nach oben ziehen zu können. Gehe mit einem positiven Mindset und einer guten Portion Selbstbewusstsein in die Prüfung und ich bin sicher, du wirst am Ende – auch wenn du nicht alle Fragen (richtig) beantworten konntest – mit einem zufriedenstellenden Ergebnis bestehen.
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Obwohl es in Deutschland eine Vielzahl an Stipendien gibt, trauen sich viele Studierende nicht, sich für die Förderungen zu bewerben. Das ist schade, denn tatsächlich gibt es viele Gründe, die dich für ein Stipendium qualifizieren könnten. In diesem Beitrag erklärt dir unsere Autorin Lea deshalb alles, was du rund ums Stipendium wissen musst – und warum auch du dich bewerben solltest.
Die Vielfalt an möglichen Förderungen kann recht unübersichtlich sein, weshalb auch die Antworten auf die Fragen nicht einheitlich sind. Doch ArbeiterKind.de hat auf ihrer Webseite eine tolle Übersicht erarbeitet, sodass du dort gern weiter recherchieren und vertiefte Infos bekommen kannst.
Aber vorweg:
Die Anforderung an Stipendiat/innen sind so unterschiedlich wie die Vielfalt an Stipendien selbst, sodass für (fast) jeden das passende dabei ist. Nicht nur die „Bildungselite“ hat Chancen auf ein Stipendium und meist schätzt man seine Leistung auch nicht objektiv zu 100% richtig ein (Stichwort “Impostersyndrom”, wozu ich dir auch Sophias Beitrag empfehle). Auf jeden Fall lohnt sich der Aufwand einer Bewerbung und häufig genug werden Personen gefördert, die damit vielleicht gar nicht ernsthaft gerechnet hatten.
I. Überblick: Was für Stipendien gibt es überhaupt?
Wie schon gesagt, gibt es unzählige verschiedene Arten von Stipendien. Ich habe dir ein paar Beispiele nach den grob wichtigsten Kategorien sortiert und aufgelistet.
1. Politisch geprägte Begabtenförderungswerke
Die Begabtenförderungswerke, von denen es 13 gibt, sind staatlich anerkannt und werden vom BMBF(Bundesministerium für Bildung und Forschung) finanziell unterstützt. Sie fördern leistungsstarke, engagierte und gesellschaftlich interessierte Studierende. Diese gehören übrigens nicht, wie häufig angenommen, zu einer Partei, sondern sind lediglich parteinah.
Konfessionell geprägte Begabtenförderungswerke sind solche, deren Träger oft von einer Religionsgemeinschaft oder einem ihr nahestehenden Verein getragen wird. Eine Pflicht zur Religionszugehörigkeit besteht jedoch nicht. Auch hier erfolgt eine finanzielle Unterstützung durch das BMBF.
Diese Organisationen fördern unabhängig von politischer oder konfessioneller Zugehörigkeit. Manche richten sich u.a. speziell an ErstakademikerInnen oder Studierende mit bestimmten sozialen Hintergründen.
Bewerbung und Auswahlverfahren können (müssen aber definitiv nicht!) aufwendig sein. Umso wichtiger ist es, die Vorteile, die ein Stipendium mit sich bringt, nicht aus den Augen zu verlieren. Diese sind u.a.:
Finanzielle Entlastung
Networking
mit Förderern
und anderen Stipendiaten
Zugang zu Förderangeboten
Studienkolleg/innen (teils Vernetzung für spätere Dissertation oder Jobangebote)
Praktikumsstellen wie (Traineeships in Großkanzleien die zu Jobangeboten führen können)
positives Hervorstechen auf dem Lebenslauf
kleiner Ego-Schmeichler
III. Die Bewerbung – Jetzt geht’s los!
Wie die Bewerbung konkret abläuft, hängt von dem Stipendium ab, auf das du dich bewerben möchtest. Nähere Infos findest du auf der einschlägigen Webseite oder du lässt dich beraten bei z.B. deinem Studierendenwerk oder spezialisierten Vereinen wie ArbeiterKind.de.
Ich selbst habe nur Erfahrungen mit dem Deutschlandstipendium, deshalb erkläre ich den Ablauf einmal daran exemplarisch. So bekommst du einen groben Eindruck, was von dir erwartet werden kann.
Beim Deutschlandstipendium erfolgt die Bewerbung durch Eigeninitiative (anders bei z.B. der Studienstiftung des deutschen Volkes, bei dem du durch einen Hochschullehrenden vorgeschlagen werden musst). Jede Uni legt selbst das Zeitrahmen für die Einreichung der Bewerbung fest. Dies tust du i.d.R. über ein offizielles Bewerbungsportal, das je nach Uni ca. sechs Wochen geöffnet ist. Dieses enthält mehrere Seite durch die du dich durchklickst und die entsprechenden Infos einträgst wie Studiengang, Semesteranzahl, Kontakt- und Kontodaten.
Auch kannst du z.B. angeben, ob du Erstakademiker/in bist, dich um pflegebedürftige Angehörige kümmerst oder mit Kind(ern) studierst. Zudem wird auch ehrenamtliches Engagement berücksichtigt. Dabei wird – überspitzt ausgedrückt – meiner Erfahrung nach nicht erwartet, dass du mehr Zeit beim Ehrenamt, als mit Studieren verbringst. Auch ein paar Stunden im Monat reichen aus, also liste am besten alles auf und sei nicht zu bescheiden.
Herzstück, und damit auch am zeitintensivsten, ist ein Motivationsschreiben von maximal zwei Seiten. Dabei ist deine Kreativität gefragt. Das Auswahlkomitee möchte keine Wiederholung deines Lebenslaufes oder einen abgedroschenen Standardtext lesen.
Als kleine Denkanstöße könntest du stattdessen über Folgendes schreiben:
Was macht dich aus?
Wieso hast du dich für Jura entschieden?
Welche Vorteile würde dir persönlich das Stipendium bringen (mehr Zeit für Ehrenämter; Finanzierung von Auslandspraktika; vertiefter Fokus aufs Studium durch finanzielle Entlastung; etc.)
Die Möglichkeiten sind quasi endlos, Hauptsache du vermittelst einen Eindruck davon, wer du bist und wieso DU das Stipendium bekommen solltest.
Nach Einreichung der Bewerbung über das Portal und Unterzeichnung inkl. Abgabe der Bewerbungsvereinbarung innerhalb der Ausschlussfrist, wartest du bis zur Sitzung der Auswahlkommission für die Vergabe der Stipendien. Den Termin findest du meist auf der Webseite deiner Uni. Ein paar Tage später hast du dann entweder den Bewilligungsbescheid oder eine Absage im Briefkasten. Meist bekommst du die Zusage dann nochmal per Mail.
IV. Fazit – Lohnt es sich?
Ein Stipendium bietet dir viele Vorteile für (zumindest beim Deutschlandstipendium) recht geringen Aufwand. Stell dir einfach einmal kurz vor, dass du jeden Monat lang einige hundert Euro als Förderung bekommst, die du nicht zurückzahlen musst. Stell dir noch dazu vor, dass du regelmäßig zu Vorträgen oder Netzwerk-Treffen eingeladen wirst, bei denen du spannende Leute triffst. Klingt das nicht gut?
Hinzu kommt, dass die Auswahlkriterien vielfältig sind und vor allem nicht nur die Leistungsstärksten gefördert werden, sondern auch besondere persönliche Belastungen und Engagement belohnt werden.
Daher trau dich unbedingt eine Bewerbung zu schreiben, denn du hast viel zu “gewinnen” und im Verhältnis dazu wenig zu verlieren.
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Hast du schon mal eine Musterklausur in einer juristischen Zeitschrift gelesen und gedacht, wie kommen die Autoren eigentlich zu einer Veröffentlichung? Und kann ich als Studi eigentlich auch schon publizieren?
Im Folgenden beschreibe ich dir in 7 einfachen Schritten, wie du zu deiner ersten juristischen Publikation kommen kannst.
1. Überlegung zur Form deines Beitrags
Der erste Schritt ist klingt vermutlich recht banal, doch es gibt eine Fülle an Formaten, die sich für eine juristische Publikation eignen. Den wohl leichtesten Einstieg für eine erste Publikation – mit dem geringsten zusätzlich Arbeitsaufwand – bieten überdurchschnittliche Klausuren und Hausarbeiten, wobei jedoch leider nicht selten nur die Besten eines Durchgangs in Betracht kommen.
Darüber hinaus bieten sich auch Seminararbeiten gut an, da diese bereits geschrieben sind und “nur noch” angepasst werden müssen, eine wochenlange Literaturrecherche aber wegfällt.
Zudem gibt es weiter Kategorien wie wissenschaftliche Artikel oder Erfahrungsberichte über z.B. Moot Coorts.
Tipp: Für Klausuren und Hausarbeiten liegen die Urheberrechte für den Sachverhalt typischerweise beim jeweiligen Lehrstuhl, weshalb du die Einwilligung zur Veröffentlichung brauchst. Vergiss daher nicht, beim jeweiligen Urheber nachzufragen, ob der Publikation zugestimmt wird.
2. Wahl des “Orts” der Publikation
Durch unzählige Hausarbeiten, Klausurvorbereitungen und sonstige Recherchen sind die typischen juristischen Ausbildungszeitschriften wie JuS, JA, NJW etc. uns allen nur allzu gut bekannt. Doch für Studis und ggf. auch Wissenschaftliche Mitarbeitende gibt es die Alternative der studentischen Rechtszeitschriften. Von diesen gibt es eine ganze Fülle mit unterschiedlichen Anforderungen , die du meist im sog. Autorenleitfaden (oder mit ähnlicher Bezeichnung) auf der jeweiligen Webseite finden kannst. Kriterien für deine Wahl können sein:
Notenanforderung
Anzahl maximaler Zeichensetzung
Renomee der Zeitschrift
thematische Vorgaben
voraussichtlich zu investierender Arbeitsaufwand (kürzen; Ergänzung von Fußnoten)
Hast du dich bzgl. der ersten beiden Schritte entschieden, schreibst du nun eine nett formulierte Mail an die jeweilige Redaktion an die dafür vorgesehene Mailadresse. Dabei muss die Formulierung nach meiner Erfahrung nicht übermäßig förmlich ausfallen, immerhin werden die Redaktionen von Studis bzw. WissMits betrieben, sodass auch meist direkt geduzt werden kann. Am besten stellst du dich kurz vor, beschreibst was du zur Einreichung anbietest und hängst die Datei und ggf. im Anhang an.
Zeitlich bist du nicht zwingend gebunden, einige Zeitschriften haben jedoch sog. Call for Papers, d.h. eine Aufforderung zur Einreichung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt damit dein Beitrag für die Veröffentlichung in einer konkreten Ausgabe berücksichtigt wird.
Bei der Einreichung wird nicht zwingend direkt erwartet, dass dein Beitrag an den Autorenleitfaden angepasst ist – insbesondere nicht falls großer Änderungsbedarf besteht z.B. durch Einfügung oder Anpassung von Fußnoten. Um jedoch zu zeigen, dass du gesehen hast, dass dieser Arbeitsaufwand noch auf dich zukommt, kannst darauf hinweisen, dass du nach Annahme des Beitrages zur Veröffentlichung gern die nötigen Änderungen vornehmen wirst.
Der nächste Schritt liegt leider nicht in deiner Hand, sondern in der der Redaktion und kann mal mehr, mal weniger nervenaufreibend sein.
So individuell wie die Anforderungen der unterschiedlichen Zeitschriften sind, genauso verschieden verläuft auf der Auswahlprozess. Teils kann eine Rückmeldungen innerhalb von Tage kommen, teils dauerte es auch Wochen oder gar Monate bis eine endgültige Entscheidung zur Annahme oder Ablehnung getroffen wird. Das kann unter anderem dran liegen, dass innerhalb der Redaktion Beiträge erst zur Anonymisierung vereinheitlicht werden, mehrere Auswahlphasen durchlaufen oder dem wissenschaftlichen Beirat übergeben werden müssen.
Tipp: Frag am besten bereits nach dem weiteren Ablauf und einer ungefähren Einschätzung, wann du zeitlich mit einer Rückmeldung rechnen kannst.
Kommt dann (endlich) die Rückmeldung von der Redaktion können zwei Dinge passieren: entweder du bekommst eine Zusage (weiter gehts mit Schritt 5) oder aber eine Ablehnung. Letzteres ist erstmal enttäuschend, aber bei der begrenzten Seitenanzahl einer Ausgabe oder dem persönlichen Empfinden der Redaktion, welcher Beitrag als publikationsfähig angesehen wird, nichts ungewöhnliches. Versuche eine Ablehnung nicht allzu persönlich zu nehmen, sondern trau dich einfach deinen Beitrag noch bei anderen Zeitschriften einzureichen. Hartnäckigkeit zahlt sich häufig genug aus, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.
5. Anpassung deines Beitrags
Spätestens wenn du die Bestätigung zur Annahme deines Beitrages für die Veröffentlichung erhalten hast, solltest bzw. musst du sogar die Anpassung an die Vorgaben des Autorenleitfadens vornehmen. Dazu wirst du typischerweise auch nochmal von der Redaktion aufgefordert, teils mit Fristsetzung.
Hier ist wichtig zu wissen, dass der Arbeitsaufwand nicht unterschätzt werden darf. Hast du beispielsweise eine handschriftliche Klausur aus eine deiner Übungen eingereicht, fällt es in deinen Aufgabenbereich die Klausur abzutippen, soweit eine KI das nicht sogar schon übernehmen kann. Auch kann es dir passieren, dass du die Klausur mit Fußnoten versehen musst, wie das bei einer Hausarbeit erwartet wird und das kann schon einmal dauern, bis du die passende Quelle zu einer Aussage findest, die dir im Klausurstress eingefallen ist.
Gleiches gilt für Hausarbeits- und Seminararbeitsquellen die ggf. umformatiert werden müssen.
Diesen Arbeitsaufwand solltest du auf jeden Fall mit einplanen, trau dich aber auch um eine Fristverlängerung zu bitten, falls die Frist für dich zu kurz gesetzt sein sollte.
6. Druckfahnen absegnen
Hast du den angepassten Beitrag wieder der Redaktion zugesendet, nimmt diese jetzt den Feinschliff wie die Formatierung und letzte Kontrollen vor.
Teils werden dir, aber nicht von jeder Zeitschrift, sogenannte Druckfahnen zugeschickt. Das ist eine vorläufige Setzung wie der Text abgedruckt aussehen wird zur Korrektur, sodass du ein letztes Mal die Möglichkeit hast, deinen Beitrag zu kontrollieren und final zur Veröffentlichung abzusegnen.
7. Beitrag in den Händen halten und freuen
Nun wird der Beitrag nur noch gedruckt und vertrieben – meist sogar auch online – und du kannst deine Publikation nun stolz in den Händen halten.
Zudem schadet es auch nicht, die Veröffentlichung in deinen Lebenslauf mit aufzunehmen und dich bei künftigen Bewerbungen von der Masse an Bewerbern abzuheben, denn nach dem ganzen beschriebenen Prozedere hast du auf jeden Fall einmal mehr – neben den Studium als solchen – bewiesen, dass du ausdauernd und zielstrebig bist.
Im besten Fall hast du sogar noch etwas Geld verdient z.B. durch Preisgelder wie Der Jurist in Kooperation mit Noerr anbietet oder deine Veröffentlichung ist bei Juris zu finden, wie z.B. die Beiträge der StudZR.
Fazit
Der Weg zur Publikation kann lang sein, doch bietet spannende Eindrücke in den Ablauf eines Redaktionsprozesses und ist vielleicht sogar deiner erster Schritt auf dem Weg deiner wissenschaftlichen Karriere.
Die 7 Schritte haben dir hoffentlich gezeigt, dass auch du bald deine erste Veröffentlichung – auch schon als Studi – in den Händen halten kannst!
Hast du Fragen, Anmerkungen oder möchtest deine eigenen Erfahrungen teilen, dann schreib doch einen Kommentar. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, teile ihn gern und folg uns auf Insta @goldwaage.jura.