Wir sind wieder da!

Liebe Lesende, lange war es still auf dem Blog und auf Instagram. Doch Goldwaagejura.com ist wieder zurück. Und das anders, als zuvor. In diesem Post möchte ich euch von allen aufregenden Neuerungen erzählen.

Neue Leute

Die größte Neuerung zuerst: Goldwaage hat ab jetzt ein Team – und ich könnte nicht glücklicher sein.

Die letzten Jahre war Goldwaage ein Solo-Projekt. Ich alleine war verantwortlich, Blogposts zu planen, zu verfassen, zu redigieren und auf Social Media zu bewerben. Das hat Spaß gemacht, aber spätestens in der Examensvorbereitung bin ich damit an meine persönlichen Grenzen gestoßen. Mein Terminplan war so gefüllt mit Repetitorium, Lerngruppe, Bib und Samstagsklausuren, dass ich froh war, wenn ich am Wochenende einmal durchatmen konnte.

Das hatte zur Folge, dass für Goldwaage oft keine Zeit blieb. Doch ab jetzt ist der Blog ein Gemeinschaftsprojekt.

Darf ich vorstellen: Das Autorenteam von Goldwaagejura:

v.l.n.r.: Sophia, Robert, Carla, Lea, Stine – die neue Goldwaage-Redaktion.

Gemeinsam werden Sophia, Robert, Lea, Stine und ich euch ab jetzt wöchentlich mit neuen Blogposts rund um Studium, Referendariat und Berufseinstieg versorgen. Wir alle haben unser erstes Staatsexamen an der Uni Greifswald absolviert und stehen an ganz verschiedenen Punkten unserer juristischen Karrieren.

Jeder von uns widmet sich ab jetzt einem eigenen Ressort. Diese lauten Studium, Wissenschaft und Lehre, Referendariat, Beruf und Good-to-know.

Nach wie vor erwarten euch also Lerntipps, Interviews, Erfahrungsberichte und eine Menge ehrliche Einblicke in die juristische Ausbildung – allerdings erweitert durch ganz verschiedene Perspektiven.

Neuer Lebensabschnitt

Auch bei mir persönlich hat sich einiges geändert. Begonnen habe ich den Blog in meinem fünften Semester. Damals war ich ständig auf der Suche nach Tipps, das Studium bestmöglich zu meistern. In meinen nahen Umfeld kannte ich keine JuristInnen und auch im Internet stieß ich auf wenig hilfreiches. Also beschloss ich, selbst über meine Erfahrungen zu bloggen.

Inzwischen sind einige Jahre vergangen. Ich habe im Frühjahr diesen Jahres mein Staatsexamen bestanden und darf mich jetzt Diplomjuristin nennen (was noch sehr ungewohnt ist). Meine Zeiten als Studentin sind somit offiziell vorbei. Das macht mich einerseits traurig, denn ich habe den Großteil der Studienzeit wirklich genossen, andererseits freue ich mich auch auf ein nächstes Kapitel. Das beginnt voraussichtlich im Herbst, wenn ich für das Referendariat noch einmal das Bundesland wechsle. Bis dahin überbrücke ich die Zeit mit Reisen, Arbeit an dem Blog und meinem Job als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einem Lehrstuhl.

Neues Zeitalter

Als ich vor fünf Jahren im Internet noch verzweifelt nach Antworten auf meine Fragen zum Jurastudium suchte, war für mich an eine künstliche Intelligenz wie ChatGPT noch nicht zu denken. Mittlerweile ist ChatGPT auch in meinem Alltag unersetzlich geworden und kann – das muss ich neidlos anerkennen – sehr gute Ratschläge zum Jurastudium geben.

Umso wichtiger ist es, mir, bzw. uns als Goldwaageteam, eine Erweiterung zu künstlich generierten Antworten zu bieten. Unsere Beiträge sind weiterhin ohne Hilfe von KI verfasst und spiegeln unsere eigenen, menschlichen, Erfahrungen wieder. Goldwaage soll nach wie vor eine Plattform darstellen, in der angehende und fertig ausgebildete JuristInnen sich ehrlich über ihre Erfahrungen austauschen und voneinander lernen können.

Viel Neues also, aber im Kern bleibt alles beim Alten. Ich freue mich auf die kommenden Monate, auf viele spannende Beiträge und einen regen Austausch über Jura und alles, was dazugehört.

Eure Carla

Jura trifft Fremdsprachenkompetenz – So wirst du juristischer Übersetzer

* Dieser Beitrag wird gesponsert von Mentorium*

Die Ausbildung zum juristischen Übersetzer: Welche Qualifikationen sind notwendig?

Du möchtest juristischer Übersetzer oder juristische Übersetzerin werden? Dann findest du hier heraus, welche Qualifikationen dazu nötig sind. Denn wer juristische Texte in andere Sprachen übertragen möchte, muss sowohl sprachlich als auch fachlich einige Kompetenzen
mitbringen.

Was macht ein juristischer Übersetzer?

Als juristische/r ÜbersetzerIn ist man dafür zuständig, Texte wie Urkunden, Gerichtsunterlagen oder Verträge in andere Sprachen zu übertragen. Dabei sind sie beispielsweise für Gerichte, Notariatskanzleien oder Behörden tätig. Durch ihre Fachkenntnisse stellen sie sicher, dass alle Inhalte auch in der übertragenen Sprache dieselbe rechtliche Wirkung besitzen. Um dies zu 100 % gewährleisten zu können, ist häufig eine beglaubigte Übersetzung nötig. Diese darf lediglich durch vereidigte ÜbersetzerInnen durchgeführt werden, da ihre Eignung zuvor geprüft wurde.

Welche Ausbildung benötigt man?

Die Karriere als ÜbersetzerIn im Bereich Recht führt meist über ein Studium. In einem solchen Studium der Übersetzungswissenschaften erhältst du Schritt für Schritt das nötige Handwerkszeug für dein späteres Berufsleben. Um eine juristische Übersetzung akkurat durchführen zu können, musst du jedoch auch fachlich fit sein. In einigen Studiengängen kannst du dich daher auf den Bereich Jura spezialisieren.

Du kannst jedoch auch zuerst den Fokus auf eine juristische Ausbildung legen und im Quereinstieg deine Übersetzungsfähigkeiten erwerben. Möchte man vereidigt werden, muss man, zusätzlich zu der bisherigen Ausbildung, eine Prüfung bei einer deutschen Hochschule oder einem staatlichen Prüfungsamt ablegen. Weitere Informationen dazu findest du auf der Seite der Justiz-Dolmetscher.

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5 Qualifikationen, die für juristische Übersetzer unverzichtbar sind

Wer als juristische/r ÜbersetzerIn arbeiten möchte, muss selbstverständlich exzellente Sprachfähigkeiten mitbringen. Diese Fähigkeit allein reicht jedoch nicht aus. Die wichtigsten weiteren Qualifikationen siehst du hier einmal zusammengefasst:

1. Fachliche Expertise: Übersetzungsfehler oder eine Falschinterpretation eines Rechtstextes können schwerwiegende Folgen haben. Daher ist es umso wichtiger, dass man ein genaues Verständnis für das Rechtssystem beider Länder besitzt.

2. Sprachkenntnisse: Ausgezeichnete Sprachkenntnisse in zwei oder mehr Sprachen sind das A und O beim Übersetzen. Die Sprachen lediglich auf hohem Niveau zu beherrschen, ist jedoch nur die halbe Miete. Schließlich muss man auch die entsprechende Fachterminologie beherrschen und korrekt anwenden können.

3. Vertraulichkeit: Wenn man juristische Übersetzungen durchführt, ist Datensicherheit ein entscheidender Punkt. Alle Informationen müssen daher stets vertraulich behandelt werden.

4. Genauigkeit: Präzision ist in der Übersetzungsbranche immer von Bedeutung. Bei juristischen Inhalten ist sie jedoch umso wichtiger. Nur wenn man gewissenhaft und detailgenau arbeitet, kann man eine hohe Qualität der Texte gewährleisten.

5. Weiterbildung: Als ÜbersetzerIn im Bereich Recht darf man sich nicht auf bisherigen Erfolgen ausruhen. Schließlich kann es immer zu Änderungen im Rechtssystem kommen. Man muss sich also regelmäßig über Neuerungen informieren und somit weiterbilden.

Wer sich für Sprachen und Jura interessiert, hat mit dem Beruf als juristische/r ÜbersetzerIn vielleicht die perfekte Karriere gefunden. Bevor es soweit ist, muss man jedoch einige Fähigkeiten erlangen. Darüber, welche das sind, hast du jetzt bestimmt einen besseren Überblick.

Wie du in 5 Schritten zu einem schrecklichen Studium gelangst

Du hast den ständigen Optimismus, der ja bekanntlich im Jurastudium vorherrscht, so richtig satt? Du hast genug vom andauernden Hang zur Selbstoptimierung? Dann habe ich heute etwas für dich – 5 Tipps, wie das Studium mit Sicherheit enorm belastend und stressig wird.

Einzelkampf

Das Studium ist, wie das Leben, ein Spiel – und Spiele hat man zu gewinnen. Wer möchte schon auf dem zweiten Platz stehen. Mache nicht den Fehler zu denken, dass das Studium ein Teamsport sei und man von Zusammenarbeit profitieren könnte. Streiche das Wort “KommilitonIn” aus deinem Wortschatz und ersetze es durch “KontrahentIn”. Mache dir bewusst: alles, was anderen zu Gute kommt, geht dir zulasten. Daher ist es auch essentiell, dass du dich nicht für Erfolge anderer freust.

Nutze taktische Züge wie das Verstecken von Büchern, bewusste Verunsicherungsmanöver gegenüber deiner Kontrahenten oder bewusste Desinformationskampagnen, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Am Ende zählt nur der Sieg.

Photo by Steve on Pexels.com Werde zum einsamen Jurawolf – eine Erfolgsgarantie

Go with the flow

Planung ist etwas für Anfänger. Aber du bist ein Macher. Bei der aktuellen Verfassung der Weltpolitik ist Planung ohnehin nur eine Illusion, daher vermeide diesen Mehraufwand und lass dich stattdessen vom Leben in die richtige Richtung weisen. Die besten Situationen ergeben sich ohnehin spontan. Dann und wann eröffnen sich ungeahnte Türen, hinter denen sich gute Noten, spannende Praktikumsplätze und kostenlose Auslandssemester verbergen – du musst nur den richtigen Moment abwarten.

Ratschläge tunlichst befolgen

Das Gefährliche am Studium ist, dass du – obwohl du dir als Einzelkämpfer schon viele Vorteile verschafft hast – gelegentlich weniger Erfahrung hast als die anderen. Das kannst du zum Glück kompensieren, indem du alle Tipps und Ratschläge aus deinem Umfeld gnadenlos befolgst.

Wichtig ist hierfür, dass du allen Hinweisen die gleiche Bedeutung beimisst. So mancher Studierende im ersten Semester hat mehr Lebenserfahrung als eine Juraprofessorin. Aber auch deine Eltern, Verwandte dritten Grades, Studierende aus höheren Semestern oder anderen Fachrichtungen wissen mehr als du. Deswegen tu, was sie sagen. Falls du das Gefühl hast, noch immer nicht genug Tipps bekommen zu haben, mache dir die sozialen Medien zunutze, ein wahrer Quell der ungebetenen Ratschläge. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich Tipps mal widersprechen, probiere sie zu kombinieren und nutze dir Kraft der Verunsicherung, sie treibt dich zu Höchstleistungen an.

Analysiere und vergleiche (dich)

Vergleichen ist ein kraftvolles Werkzeug, nein besser, eine Geheimwaffe. Nur durch das ständige Abgleichen mit den Erfolgen, den Noten, den Lebensumständen deiner KontrahentInnen merkst du, wo du tatsächlich stehst (und das ist im Regelfall an einem für dich schlechten Punkt). Das tolle am Vergleich ist, dass du ihn auf wirklich jeden Lebensbereich ausdehnen kannst. Beziehe deswegen auch Faktoren wie sportliche, finanzielle und familiäre Erfolge in die Erhebung deiner Vergleichsstatistik mit ein.

Nutze jede Gelegenheit um zu überprüfen, ob du besser oder schlechter abgeschnitten hast als deine KontrahentInnen. Falls du etwas gut gemacht hast, ruhe dich unter keinen Umständen auf deinem Erfolg aus, sondern führe dir vor Augen, in welchen Bereichen du noch Defizite hast.

Der Tellerrand als natürliche Grenze

Die Welt braucht Spezialisten und keine Generalisten. Suche dir deswegen zu Beginn des Studiums deine Fachrichtung und deinen Karriereweg und beschreite ihn kompromisslos. Falls du währenddessen ein aufkeimendes Interesse an anderen Fächern oder Berufsoptionen verspürst – unterdrücke es, es wird von alleine verschwinden.

Mache dir immer wieder deutlich, dass man als fertiger Jurist genau drei Berufsoptionen hat: Anwalt/ Anwältin, RichterIn oder Staatsanwalt/ Staatsanwältin.

Lasse dich deswegen von anderen nichtjuristischen Interessen nicht ablenken. Die einzigen Vorlesungen die du besuchst – juristische. Die einzigen Bücher die du liest – juristische. Die einzigen Freunde, die du behalten solltest – Jurastudierende. Ich denke, das Prinzip wird klar.

Welche weiteren Tipps hast du, für ein schreckliches Studium? Schreib mir gerne, aber bedenke: ein guter Einzelkämpfer / eine gute Einzelkämpferin behält Hinweise, die einen Vorteil verschaffen, für sich.

27 Podcasts, die dein Jurastudium leichter machen

Das Studium ist schwer genug – zum Glück gibt es eine Menge spannender, fachlich anspruchsvoller aber auch unterhaltsamer Podcasts, die dir das Studium und die Examensvorbereitung erleichtern können.

Rechtsnachrichten

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Fachliche Podcasts

Kommentar

Karriere & Studium

Politik & Allgemeinwissen

Ich hoffe, dir hat der Beitrag gefallen und vielleicht den ein oder anderen Podcast gezeigt, den du noch nicht kanntest. Falls du weitere Empfehlungen hast, um die wir unsere Liste erweitern sollen – schreib uns gerne hier oder via Instagram @goldwaage.jura.

Keine Ahnung in der Klausur? 5 Tipps, um nicht ein leeres Blatt abzugeben

Kennst du das: Du hast in letzter Zeit ein bisschen zu sehr auf Lücke gelernt, oder dich so sehr gestresst, dass du in der Prüfung nichts mehr weißt? Dann trau dich, trotzdem in der Klausur sitzen zu bleiben. Mit diesen 5 Schritten, kannst du selbst aus der fiesesten Klausur noch etwas herausholen:

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1.Überblick verschaffen

Lies zunächst ein bis zwei Mal den Sachverhalt und mache dir ein paar Anmerkungen an den Rand. Was kommt dir bekannt vor? Wo könnten Problemschwerpunkte liegen? Ist es eine sogenannte Rennfahrerklausur, mit ganz vielen kleinen Problemen? Oder eine, bei der wenige Probleme sehr vertieft abgefragt werden?

2.Anknüpfungspunkte finden

Nachdem du dir einen groben Überblick verschafft hast, solltest du nach geeigneten Tatbeständen und Anspruchsgrundlagen suchen. Falls dir überhaupt keine sinnvolle Norm einfällt, wirf einen Blick ins Sach- oder ins Inhaltsverzeichnis – dort findet man erstaunlich leicht passende Normen.

Sobald du eine Norm gefunden hast, hangle dich an dieser entlang. Wenn dir kein Prüfschema dazu einfällt, leite eines aus den Bestandteilen des Paragraphen ab.

3.Probleme finden

Im nächsten Schritt gehst du auf Problemsuche. Im Durchschnitt haben Klausuren 2-3 Problempunkte (gelegentlich auch mehr oder weniger). Überlege, wo diese Probleme liegen könnten und ob dir dazu ein passender Streit einfällt.

Du kennst den Streit nicht? Kein Problem! Überlege, was juristisch Schwierigkeiten bereiten könnte und wo du ein Störgefühl hast (”Die Lösung wäre ungerecht, weil sie eine Partei extrem benachteiligt”, “Die Norm erfasst den Sachverhalt nicht, der aber ganz ähnlich gelagert ist”,…). Danach bildest du deinen eigenen Meinungsstreit, indem du darstellst, wo das Problem liegt und welche möglichen Lösungsansätze es gäbe.

4.Auslegungsmethoden anwenden

Die meisten Meinungsstreite, die man im Laufe des Studiums lernt, sind im Endeffekt nichts anderes, als die Anwendung der vier Auslegungsmethoden. Das kannst du für dich nutzen, indem du, wenn du einen Streit nicht kennst, ganz schematisch vorgehst:

  1. Was sagt der Wortlaut der Norm? (Hier hast du nicht viel Interpretationsspielraum, was im Gesetz steht ist nun einmal die Grenze. Selbst wenn dich der Wortlaut jedoch nicht weiterbringt, kannst du das in einer Klausur kurz darstellen.)
  2. Was verrät die Gesetzessystematik über die Norm? (Das ist schon etwas kniffliger. Du probierst hier, mithilfe der Stellung der Norm im Gesetz und mithilfe des Aufbau des Paragraphen, Schlüsse daraus zu ziehen, wie die Norm gemeint ist.)
  3. Was meinte der Gesetzgeber? (Bei der teleologischen Auslegungsmethode – meinem absoluten Favoriten – probierst du zu ergründen, was der Gesetzgeber sich wohl beim Verfassen der Norm gedacht hat. Dabei fragst du dich: Was ist eigentlich Sinn und Zweck dieses Paragraphen?)
  4. Was sagt die Geschichte? (Dieser Punkt ist zum Glück in der Regel nachrangig, weil von Studierenden nicht erwartet wird, jegliche Hintergründe zur Entstehung der Normen zu kennen. Falls du allerdings in einem konkreten Fall die Historie einer Norm kennst, kannst du sie in deine Auslegung einarbeiten).

5.Allgemeine Prinzipien verwenden

Neben den Auslegungsregeln, kennt jedes Rechtsgebiet allgemeine Prinzipien (die nicht unbedingt Wort für Wort im Gesetz stehen), mit denen man sich in Klausuren helfen kann. Hier ein paar Beispiele:

  1. Im Privatrecht herrscht grundsätzlich Privatautonomie, außerdem wird der Verbraucherschutz groß geschrieben. Wenn du nicht weißt, in welcher Reihenfolge du Paragraphen prüfen sollst, denke an die Eselsbrücke “Viel Quatsch schreibt der Bearbeiter” (vertragliche, quasivertragliche, sachenrechtliche (=dingliche), deliktische und bereicherungsrechtliche Ansprüche).
  2. Im Strafrecht herrscht Analogieverbot, Doppelbestrafung ist verboten, im Zweifel ist zugunsten des Angeklagten zu entscheiden, etc. Eine gute Argumentation in einem Meinungsstreit ist häufig die Frage nach der Entstehung von Strafbarkeitslücken.
  3. Im öffentlichen Recht müssen häufig mehrere Interessen abgewogen werden. In der Regel ein öffentliches gegen ein privates. Wichtige Grundsätze sind zum Beispiel der Vorbehalt des Gesetzes, der Vertrauensschutz des Bürgers und natürlich die Verhältnismäßigkeit. Auch Verfassungsnormen können häufig elegant in Argumentationen eingebaut werden.

Zu guter Letzt: Es ist immer besser, eine halbfertige Klausur abzugeben, als gar nichts. Im ersten Fall besteht immerhin die Möglichkeit, noch vier Punkte abzustauben. Wer nicht abgibt fällt immer durch. Falls du also am Morgen eines Klausurtages zögerst, ob du nicht zu schlecht vorbereitet bist: Geh unbedingt hin! Du hast nichts zu verlieren.

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4 Dinge, die du tun kannst, um Stress im Studium zu reduzieren (Examensvorbereitungsedition)

Aus gegebenem Anlass habe ich die letzten Wochen und Monate viel darünber philosophiert und ausprobiert, wie ich Stress im Alltag reduzieren kann. Ich bin sicher nicht 24/7 Yoga-Lehrer-entspannt, aber ich habe einige Stellschrauben gefunden, mit denen man Stress und Druck reduzieren kann. Diese will ich im heutigen Post mit dir teilen.

1. Zeit-Tracking vermeiden

Viele Jahre lang war die beliebte App “Forest” mein treuer Begleiter. Die App sperrt dein Handy, während du lernst und pflanzt in der Zeit einen virtuellen Baum. Sehr süß, das gebe ich zu. Allerdings trackt die App auch die Stunden, in denen du lernst; bzw. in denen dein Handy gesperrt ist. Für Leute wie mich, die sich unverhältnismäßig viel an solchen kleinen Ziffern aufhängen, ist das Segen und Fluch zugleich. Anfangs war es für mich einfach nur eine Motivation, eine bestimmte Zeit zu erreichen. Vor einigen Monaten wurde diese “Nettolernzeit”, wie sie in Studygrammerkreisen gerne genannt wird, jedoch ein enormer Stressfaktor für mich.

Es war möglich, dass ich einen sehr produktiven Lerntag hinter mir hatte, an dem ich einiges wiederholt und verstanden hatte – aber gestresst war, weil auf der Uhr nur eine bestimmte Lernzeit stand. Ein klassischer Fall von Quantität vor Qualität.

Irgendwann hatte ich die Nase davon voll, meine Lernerfolge in solch wenig aussagekräftigen Zahlen zu messen – und habe die App deinstalliert. Seitdem bin ich viel entspannter.

Ich setze mir stattdessen Tagesziele, mit Inhalten, die ich an einem Tag verstehen will. Oder nutze Study-with-me-Videos auf Youtube, um mich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Das funktioniert auch sehr gut und stellt Lernqualität vor -quantität.

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2. Bewusst Gesprächsthemen meiden

“Lass mal grade nicht drüber reden”, ist ein Satz, den ich eigentlich selten benutze. In den letzten Monaten, hört man ihn mich jedoch öfter sagen. Denn die sechs kleinen Wörtchen lassen sich sehr universell einsetzen (Lass mal grade nicht über [potenzielle Examensergebnisse/ Staatshaftungsrecht/ Nettolernzeiten/ Referendariatsplätze…] reden).

Ich unterhalte mich eigentlich gerne über das Studium (ich weiß, total überraschend für jemanden mit einem Blog darüber) aber bestimmte Themen lösen in mir momentan bestenfalls Stress, schlimmstenfalls Frust aus. Viele Dinge, über die in meinem Umfeld ständig geredet wird, kann ich derzeit einfach noch nicht abschätzen. Woher soll ich wissen, wo ich mein Referendariat mache, wenn ich noch nicht mal weiß, ob ich mein Examen bestehe? Viele dieser Entscheidungen sind von unglaublich vielen Faktoren abhängig; andere schon zigfach besprochen. Zu vielen Themen mache ich mir gerade ausgiebig selbst Gedanken – mache davon möchte ich bequatschen, über andere muss ich mir erst selbst Klarheit verschaffen.

Daher möchte ich an der Stelle wärmstens Empfehlen, die sechs Zauberwörter auch mal auszusprechen, wenn du ein Gesprächsthema rund ums Studium gerade nicht mehr hören kannst.

3. Ausgleich, Ausgleich, Ausgleich

One more time for the people in the back… Ausgleich ist alles. Dein Hirn, dein Körper und dein Umfeld werden es dir danken, wenn du regelmäßig Pausen und Abwechslung in deinen Alltag einbaust. Das kann alles sein: Lesen, Sport, Freunde, Familie, Ausflüge, Kino, Museum – die Möglichkeiten sind endlos. Ich bin regelmäßig überrascht, wie viel Motivation ich nach einem entspannten Wochenende habe und wie viel man in kurzer Zeit erleben kann.

4. Nicht alle Tipps befolgen (auch nicht meine)

Wenn ich jeden Ratschlag befolgen würde, den mir mein Umfeld in Bezug auf die Examensvorbereitung gegeben hat, bräuchte meine Woche 10 statt 7 Tagen. Karteikarten lernen, Rep vor- und nachbereiten, ganze Klausuren lösen, Teile von Klausuren lösen, Klausuren skizzieren, sich mit der Lerngruppe treffen, Mindmaps malen, Zeitungsartikel lesen, eigene Skripte schreiben, auf jeden Fall mit Lehrbüchern lernen, auf keinen Fall mehr mit Lehrbüchern lernen, Podcasts hören, Schemata vorm Schlafengehen wiederholen…

Das einzige, was gegen diese Flut an nett gemeinten – und teilweise auch wirklich hilfreichen – Ratschlägen hilft, ist: eine eigene Routine finden. Mir hat es sehr geholfen, in den ersten Monaten zu evaluieren, was gut für mich funktioniert und dann dabei zu bleiben. Klar modifiziere ich hin- und wieder ein paar Dinge, aber die Säulen meiner Lernroutine sind die selben. Wenn ich dann den vierzigsten Lerntipp bekomme, weiß ich, dass ich diesen nicht noch in meinen Lernalltag einbauen muss. Ich bin mir sicher, dass beim Lernen viele Wege nach Rom führen und jeder Studierende für sich rausfinden darf, was ihm oder ihr gefällt.

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6 Dinge, die ich in 6 Monaten Examensvorbereitung gelernt habe

Hilfe, die Examensvorbereitungszeit verfliegt wirklich genau so schnell wie alle sagen. Ich habe im Frühjahr mit dem Rep angefangen und finde es ist Zeit, für ein kleines Zwischenfazit. Obwohl ich noch weit davon entfernt bin, mich gut vorbereitet zu fühlen, gibt es ein paar Dinge, die ich in den letzten Monaten gelernt habe.

1.Man gewöhnt sich schneller an Dinge, als man denkt

Ich hätte in den ersten Semestern nicht für möglich gehalten, wie viel und wie konzentriert ich teilweise lerne. Einige Dinge, wie frühes Aufstehen und längere Lernintervalle, sind innerhalb kurzer Zeit alltäglich geworden. Ich hätte wirklich vermutet, dass diese Prozesse länger dauern.

Ein Professor hat mir mal de Tipp gegeben, in der Examensvorbereitung regelmäßig zu evaluieren: was funktioniert gut, was nicht, was müsste man ändern. Das habe ich beherzigt und in den ersten Wochen sehr viel ausprobiert (Lernen mit Lehrbüchern oder Skripten, morgens oder abends, in kurzen oder langen Intervallen, in der Bibliothek oder zu Hause, mit oder ohne Karteikarten,…). Inzwischen habe ich eine Routine, die ich für relativ effektiv halte und mit der ich mich sehr wohl fühle.

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2.Konstant Lernmethode verbessern, ohne vom Weg abzukommen

Dieses Austarieren und das regelmäßige Verändern meiner Lernroutine hat mir wirklich geholfen, effektiver zu lernen und auch den Spaß nicht zu verlieren. Allerdings läuft man auch Gefahr, den Fokus zu verlieren und ständig noch weitere Lerntipps zu implementieren. Hier ist manchmal weniger mehr.

3.Die Kunst sich nicht nervös machen zu lassen

Das ist möglicherweise eine der größten Herausforderungen des Reps. Ja, Austausch mit anderen ExamenskandidatInnen ist super wichtig – kann aber gelegentlich auch sehr nervös machen. Was dagegen wirklich hilft, ist sich zu vergegenwärtigen, dass jede/r seine eigene Lernmethode hat. Das war bereits im Grundstudium so und setzt sich natürlich auch in der Examensvorbereitung fort.

4.Examensvorbereitung macht bescheiden

Selten kriegt man so häufig vor Augen geführt, was man alles noch nicht kann, wie in der Examensvorbereitung. Selbst in Fächern, in denen man sich im Studium sicher gefühlt hat, bemerkt man immer wieder Wissenslücken. Und das Schlimmste (oder vielleicht auch Beruhigende): Man wird nie alles zu 100% können. Wenn man sich allerdings mit diesem Gedanken ein wenig anfreunden kann, nimmt einem das eine Menge Druck.

5.Der Kampf gegen das Vergessen

Es kann manchmal so frustrierend sein, festzustellen, wie schnell man Gelerntes wieder vergisst. Dazu gehören nicht nur Dinge, die man vor einigen Semestern mal sicher beherrscht hat (”Dazu habe ich doch mal eine Hausarbeit geschrieben?!”) und Definitionen (”Irgendwas war da doch mit Ob und Wie und Stufen?!”), sondern auch Stoff aus dem Repetitorium, den man häufig nur im Kurzzeitgedächtnis behält. Das Einzige, was dagegen wirklich hilft, ist konstantes Wiederholen,

6.Es fängt an Spaß zu machen, wenn man Dinge versteht

Nach dem anfänglichen Schrecken über die Stoffmenge und das vergessene Wissen, gibt es bei mir inzwischen auch immer mal wieder kleinere Erfolgserlebnisse. Ab dem Moment, wo man wieder vermehrt Probleme erkennt und sich besser in Übungsfällen orientieren kann, macht es auch wirklich mehr Spaß. Dafür muss man allerdings etwas Geduld haben.

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Alles was du über Reisen im Jurastudium wissen musst

Hast du Angst, dass deine Reiseleidenschaft im Jurastudium zu kurz kommt? Mir ging es zu Beginn des Studiums genau so – dabei ist es ein absoluter Irrglaube, dass man im Jurastudium keine Zeit für Urlaub und Reisen hat.

In diesem Post erkläre ich dir, wie ich meine (durchaus großen) Reisen im Studium geplant und finanziert habe.

Ist im Jurastudium Zeit für Reisen? Hat man im Jurastudium überhaupt Zeit, zu reisen oder Urlaub zu machen? Die Antwort darauf ist ein ganz klares JA.*

Ich kann dir das auch ganz einfach vorrechnen. Die Semesterferien – entschuldige, ich meine natürlich die vorlesungsfreie Zeit – geht im Sommer durchschnittlich drei Monate. Wer einen Monat Hausarbeit schreibt, dann einen Monat ein Praktikum absolviert, hat danach theoretisch also noch einen ganzen Monat zum Reisen.

Die Variablen sind hier natürlich austauschbar – und einen Monat lang zu reisen ist auch ganz schön viel, aber ich denke, du verstehst, worauf ich hinaus will.

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Planung ist das halbe Studium

Wie immer im Studium ist gute Vorbereitung hier alles. Es lohnt sich, schon früh im Studium festzulegen, welche Semesterferien eher arbeitsintensiv für dich werden und in welchen du Urlaub oder gar längere Reisen planst. Während sich Kurztrips sehr spontan unterbringen lassen, zahlt es sich aus, bei mehrwöchigen Reisen schon ein halbes Jahr mit der Planung anzufangen – nicht, dass dir kurz vor deiner Abreise einfällt, dass du ja eigentlich eine wichtige Prüfung zu absolvieren hast.

Wie finanziert man Reisen im Studium? Reisen ist bekanntlich teuer – und Studierende verfügen bekanntlich selten über viel Geld. Aber auch hier gibt es natürlich einige Stellschrauben.

  • Plane deine Reisen früh und spare über einen langen Zeitraum monatlich kleine Summen.
  • Wenn du während des Semesterzeit keine Kapazitäten für einen Nebenjob hast, arbeite einige Wochen am Stück in den Semesterferien (aber pass auf, dass du nicht zu viel verdienst und Ärger mit der Krankenkasse/ dem Steuerfreibetrag bekommst)
  • Komme bei Freunden, Familie oder Bekannten unter, um dir zumindest zwischenzeitlich Geld für eine Unterkunft zu sparen.
  • Falls du es dir zutraust, probiere kostenlose Reisemöglichkeiten wie couchsurfing oder workaway. Das ist auch eine tolle Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen.

Wovon ich abraten würde: Workation. Bei mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich das Wort höre. Die Idee, die einzig freie Zeit im Jahr noch mit Arbeit zu füllen ist doch ein Zeichen dafür, wie lange wir schon in einem Produktivitätshamsterrad laufen. Ich schweife ab. Also: wenn du nicht gerade ein unglaublich erfolgreiches Startup gegründet hast, was ohne deine Arbeit in zwei Wochen den Bach herunter geht, oder du in der Examensvorbereitung bist und täglich ein paar Karteikarten wiederholst – dann bitte lass Urlaub Urlaub sein. Nutze die Zeit zum Chillen und Auftanken. Es fördert sogar nachweislich das Konzentrationsvermögen, längere Zeit mal nichts zu tun.

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Jurastudium genießen – geht das überhaupt?

Game Changer für deine Motivation: So dokumentierst du deine Fortschritte 

Heute will ich eine Tipp mit dir teilen, der mein Studium um einiges leichter gemacht hat – insbesondere dann, wenn mir Motivation und Überblick fehlten.

Kennst du das Gefühl, dass du tagelang an etwas gearbeitet hast und dich dann fragst: Was habe ich in letzter Zeit überhaupt gemacht? Gerade während Hausarbeiten, während der Seminararbeit oder jetzt in der Examensvorbereitung hatte/ habe ich oft das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Auch nach vielen Tagen Arbeit sind die Ergebnisse häufig überschaubar – was wirklich entmutigend sein kann.

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Dagegen kannst du allerdings ganz leicht etwas unternehmen. Dieser kleine Kniff hilft, Motivation aufrecht zu erhalten und effektiver zu arbeiten: Tracke deinen Fortschritt.

Eigentlich ist es ganz einfach. Du suchst dir ein Medium deiner Wahl (ganz egal ob online oder digital, ausführliche Tabelle oder einfaches Spreadsheet) und trägst dort täglich ein, was du geschafft hast. Dabei kommt es nicht darauf an, besonders viel an einem Tag zu erledigen – im Gegenteil. Die Aufzählung kann dir dabei helfen zu sehen, wie viel du über einen längeren Zeitraum erledigt hast, ohne täglich ans eigene Limit zu kommen. Denn, wie meine Oma immer sagt: Kleinvieh macht auch Mist. Und auch viele kleine Lern-/ Schreib-/ oder Rechercheeinheiten sind in der Summe eine Menge getaner Arbeit.

Was du brauchst:

  • ganz individuell:
    • Din-A-4 Blatt/ Tabelle/ Kalender/ Übersicht, wo du am Ende des Tages notiert, was du gelesen/ gelernt/ erledigt hast und die du an einer festen Stelle aufbewahrst
    • wovon ich in diesem Fall abraten würde, sind Tracking Apps wie Forest, weil diese nur die zeitliche Komponente festhalten, nicht aber zeigen, wie viel tatsächliche Arbeit du erledigt hast
    • Du solltest das Dokument als “Schon-geschafft-Liste” und nicht als “To-Do-Liste” führen, es ist also wichtig, dass du deine Erfolge und nicht deine noch anstehenden Aufgaben dort unterbringst.

Die Vorteile:

  • Du visualisierst deine Fortschritte und hast nicht das Gefühl, umsonst zu arbeiten
  • Du behältst den Überblick, was du zuletzt bearbeitet hast und weist, wo du wieder anknüpfen kannst
  • Häufig bekommst du auch wieder mehr Lust, weiterzuarbeiten, weil du siehst, was du alles schon geschafft hast
  • es entsteht ein sogenannter “positive feedback loop”, bei dem du siehst, wie viel du schon dir erarbeitet hast und dann wieder mehr Lust bekommst, noch mehr zu machen

Falls du eine Vorlage suchst, hier habe ich eine Kopie meines Trackers angelegt, die du dir kostenlos für die (ebenfalls kostenlose) App Notion herunterladen kannst. Darin kannst du Datum und Anmerkungen eintragen, sowie durch Tags kennzeichnen, für welches Fach du gearbeitet hast. Natürlich kannst du die Vorlage nach Belieben anpassen.

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Jura-Examen: Wie findest du ein passendes Repetitorium?

Im April diesen Jahres habe ich mein Repetitorium begonnen. Seit dem werde ich immer wieder gefragt, wie ich es finde und anhand welcher Faktoren ich mich für ein Rep entschieden habe. In diesem Post teile ich meine Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema. Zum Schluss des Beitrags findest du einen Fragenkatalog mit Dingen, die du bei der Wahl eines Reps berücksichtigen solltest.

Aber eins nach dem anderen:

Was ist ein juristisches Repetitorium?

Viele Jurastudierende besuchen, ein bis zwei Jahre bevor sie das Examen antreten, ein Repetitorium. Das ist ein Kurs, in dem der wichtigste Stoff aus allen Pflichtfächern noch einmal wiederholt wird. Er wird in der Regel von Diplom- oder VolljuristInnen geleitet. An vielen Unis gibt es ein eigenes Rep, darüber hinaus gibt es externe Anbieter, die für (nicht wenig) Geld Kurse anbieten. Zu den bekanntesten kommerziellen Repetitorien in Deutschland gehören Alpmann Schmidt, Hemmer und die Kiss-Akademie. Darüber hinaus gibt es eine Volljuristen, die private, kleinere Repetitorien leiten. Inzwischen gibt es auch einige Online-Repetitorien, die versprechen, eine Examensvorbereitung im eigenen Tempo von zu Hause aus zu ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Jura.online, Lecturio, Juracademy und die Akademie Kraatz.

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Was kostet ein juristisches Repetitorium?

Juristische Repetitorien, mit Ausnahme des Uni-Reps, sind teuer. Hier kann man gut und gerne zwischen 100,00 und 200,00 Euro monatlich auf den Tisch legen. Online ist es gelegentlich etwas weniger. Hinzu kommen Extras, die man dazu buchen kann wie Klausuren- und Intensivkurse und Einzelunterricht. Ich glaube preislich sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt. Ich selbst habe mich für einen Basiskurs, indem die Unterlagen und Stunden beinhaltet waren, entschieden und werde in den kommenden Monaten noch einen Klausurenkurs hinzubuchen. So bin ich im Schnitt derzeit bei knapp über 130,00 Euro. Bei einer Laufzeit von einem Jahr kommt so eine ordentliche Summe zusammen. Ich kenne viele Jurastudierende, die bereits im Studium Geld beiseite gelegt haben, um sich das Rep zu finanzieren.

Für welches Rep habe ich mich entschieden?

Ich persönlich habe mich für einen der großen, kommerziellen Anbieter entschieden. Mir war wichtig, dass ich dort mehrmals die Woche hingehen kann (denn eins weiß ich seit Corona: beim Online Lernen bin ich sehr schnell abgelenkt, zudem mag ich den Austausch mit KommilitonInnen vor Ort). Ich habe mich außerdem sicherer gefühlt, zu einem Anbieter zu gehen, der über langjährige Expertise verfügt und gute Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt. Zu guter Letzt wäre ich gerne ins Uni-Rep gegangen, allerdings pausiert dieses im Rahmen der Semesterferien immer für einige Monate am Stück. Ich wollte jedoch eine stetige Routine in meiner Examensvorbereitung. Somit blieben am Ende in Greifswald nur noch eine Hand voll Anbieter und zwischen denen habe ich mich dann nach Bauchgefühl entschieden.

Bevor ich dir meine Liste an Dingen vorstelle, anhand du ausmachen kannst, welches Rep etwas für dich ist, ist es mir ein Anliegen folgendes zu betonen: Eine gute Examensvorbereitung erkennt man nicht an den Kosten. Ich kenne einige PrädikatsjuristInnen, die sich in alleiniger Vorbereitung – ganz ohne Rep – super Noten erarbeitet haben. Ich kenne auch einige VolljuristInnen, die ohne jegliche Vorbereitung ins Examen gegangen sind und bestanden haben. Das ist, wie so vieles im Studium, eine ganz individuelle Entscheidung, die nur der/die ExamenskandidatIn selbst treffen sollte.

Fragen Vorab:

  • Möchtest du überhaupt ein kommerzielles Rep besuchen?
  • Gibt es an deiner Uni ein gutes Repetitorium? (Wenn ja, kommst du mit den Profs, die es leiten und deren Didaktik gut zurecht?)

Wenn du zwischen mehreren Anbietern schwankst:

  • Wie sind die Preise?
  • Wie gut sind die Unterlagen?
  • An wie vielen Tagen die Woche finden die Kurse statt?
  • Kann man auch online an den Kursen teilnehmen?
  • Wie groß sind die Gruppen?
  • Wie qualifiziert sind die Dozierenden?
  • Gibt es einen Klausurenkurs?
  • Wie anspruchsvoll sind die Stunden und die bearbeiteten Fälle?
  • Wird dein Landesrecht unterrichtet?! (Meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Faktor! Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Kommunalrecht, Baurecht, Polizeirecht rankommt und regionale Bezüge aufweist)

Individuelle Faktoren:

  • Sind Freunde oder Kommilitonen in dem Kurs, sodass man sich gegenseitig motivieren kann?
  • Gibt es Erfahrungsberichte von Leuten, die dort bereits ein Rep abgeschlossen haben?
  • Kannst du dir vorstellen, dort ein Jahr lang regelmäßig hinzugehen?
  • Wenn du bei einem Probehören warst: Was sagt dein Bauchgefühl? Ist das eine Atmosphäre in der du dich wohl fühlst und dich konzentrieren kannst?

Vielleicht helfen dir ein paar dieser Fragen, ein passendes Rep zu finden. Ich wünsche dir viel Erfolg, ganz gleich ob du dich allein, mit dem Uni-Rep oder einem kommerziellen Anbieter auf die Prüfungen vorbereitest.

Wenn dir der Beitrag geholfen hat, teile ihn gerne mit dienen KommilitonInnen und schreib mir deine Gedanken dazu hier oder auf Instagram @goldwaage.jura.