Angst ist ein schlechter Ratgeber, das ist kein Geheimnis. Als ich mein Studium begann, überkam mich regelmäßig ein Anflug von Panik, der sich schnell zu einer ausgewachsenen Zukunftsangst entwickelte. Anfangs dachte ich noch, ich sei die Einzige mit solchen Befürchtungen:
-Was ist, wenn ich nicht genug mache? -Was ist, wenn ich durch die Prüfung falle? -Was ist, wenn ich mein Examen nicht bestehe? -Was ist, wenn ich später keinen Job finde?
Im Verlauf meines weiteren Studiums wurde mir allerdings klar, dass ich nicht allein war – viele meiner Freunde und KommilitonInnen machten sich die gleichen Sorgen.
Ziemlich irrational, oder?
Diese Befürchtungen kommen jedoch nicht von irgendwo her. Der rechtswissenschaftliche Studiengang ist in Deutschland so aufgebaut, dass alle Bemühungen und jahrelanges Studieren bei einem verpatzten Staatsexamen für die Katz waren. Das wissen wir JurastudentInnen – denn daran werden wir ab Beginn des Studiums ständig von ProfessorInnen und StudentInnen aus höheren Semestern erinnert.
Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Studierende, bei der Abgabe einer einfachen Hausarbeit oder spätestens mit Aufnahme der Examensvorbereitungen, in einen extremen Stress verfallen, der sich bei einigen zu starken Ängsten entwickelt.
Irgendwann, ich schätze es war im dritten Semester, als mich gerade wieder einen Anschub von Zukunftsängsten beschlich, fragte ich mich jedoch:
“Was ist das Schlimmste, das passieren kann?”
Diese Frage (und insbesondere ihre Antwort) änderte vieles. Was ist denn das Schlimmste, das einem im Jurastudium passieren kann?
-Durchzufallen in einer Klausur? -Keine Top-Noten im Lieblingsfach zu schreiben? -Das Staatsexamen nicht zu bestehen?
Klar, diese Dinge sind alle wahnsinnig unangenehm, niederschmetternd oder zermürbend. Aber sie wären auch nicht das Ende der Welt.
Was mir damals klar wurde, ist, dass ich nicht vorhersehen kann, was in der Zukunft geschieht. Es kann sein, dass ich jetzt “nicht richtig lerne” und mir das im Examen zum Verhängnis wird. Es kann auch sein, dass ein Schicksalsschlag geschieht, ich in schlechter Verfassung meine Prüfung antrete muss, etc.
Aber es wäre nicht das Ende.
Es gibt Zweitversuche, nicht nur für verpatzte Prüfungen während des Studiums, sondern auch für das Examen. Es gibt Berufe und Perspektiven außerhalb von Jura.
Als mir das klar wurde, fiel ein riesiger Druck von mir ab. Ich stresse mich seitdem weniger wegen Noten – und erhalte auch ohne die ständige Anspannung Ergebnisse, mit denen ich zufrieden bin. Vor allem aber, gehe ich nicht mehr vom Hundertsten ins Tausendste und kann dadurch verhindern, in die Panik-Falle zu tappen.
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Falls du das Gefühl hast, dass deine Ängste jedoch über ein erträgliches Maß hinausgehen, suche dir Hilfe. Sprich mit Freunden und Familienmitgliedern darüber oder mit einem Profi, wie einem Unipsychologen. Ein bisschen Druck gehört im Studium dazu – aber du solltest nicht darunter leiden.
Willst du wissen, wie du deine Hausarbeit noch effektiver schreiben kannst? Dann bist du hier genau richtig. Ich habe dir sechs Methoden aufgeschrieben, dank derer meine Hausarbeiten bisher immer erfolgreich verlaufen sind.
Parallel “Remonstration” schreiben
Meine beste Hausarbeit (Prädikat) schrieb ich ausgerechnet, als ich den Sachverhalt am verwirrendsten fand. Doch das war kein Zufall.
Der Sachverhalt in der Hausarbeit war so anspruchsvoll, dass ich gezwungen war, ständig abzuwägen: Prüfe ich aktives Tun oder Unterlassen, führe ich das Problem X lange aus oder liegt der Schwerpunkt ganz woanders, und so weiter… Um sicher zu gehen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, versetzte ich mich schon während des Schreibens in die Rolle der/des Dozierenden und hielt meine Erwägungen in einer Tabelle fest, fast wie bei einer Pro-Contra-Liste. Das Gute war: So konnte ich jeden Teil meiner Hausarbeit begründen. Es hatte aber noch einen weiteren Vorteil, denn ich hatte parallel quasi meine Remonstration geschrieben. Für den Fall, dass ich eine schlechte Note bekommen sollte, hatte ich nun schon ein Dokument, in dem alle meine Abwägungen notiert waren – zum Glück musste ich von diesem gar keinen Gebrauch machen, denn die Note stimmte auch so.
Die Anzahl der Bücher in der Bibliothek ist begrenzt, Zeitschriften sind ständig vergriffen und wie oft hatte ich schon eine Quelle im Hinterkopf und habe dann aber wieder vergessen, welche genau es war?
Deswegen scanne ich alles für mich relevante (natürlich copyright-konform ;)) und speichere es in der Regel auf einem USB-Stick. Seien es Kapitel in einem Lehrbuch oder wichtige Artikel in Zeitschriften. Auch Online-Artikel lade ich mir immer herunter und speichere sie in einem extra Ordner. So habe ich nie das Problem, eine Quelle nicht mehr zu finden. Besonders wichtige Artikel oder Passagen drucke ich mir oft auch aus, um darin zu markieren und sie später richtig zu zitieren.
3.Nach Veröffentlichungen der Dozierenden schauen
Es gibt sie wohl an jeder Uni: ProfessorInnen, die Studierenden ihr eigenes Buch als Kursliteratur empfehlen, sich ganz nonchalant in jedem ihrer Aufsätze selbst zitieren und nicht müde werden, in den Vorlesungen auf ihre neuesten Publikationen aufmerksam zu machen.
Das ist unser Vorteil! Achte bei jeder Hausarbeit darauf, ob der Dozent oder die Dozentin zu diesem Thema schon etwas veröffentlicht hat. Anhand solcher Publikationen kannst du nämlich erkennen, worauf Wert gelegt wird und welche Meinung möglicherweise von den Dozierenden vertreten wird.
Ich persönlich habe schon in zwei Hausarbeiten Aufsätze meiner ProfessorInnen zu den Thematiken gefunden und konnte mir das dann zu nutze machen.
4. Arbeitsfortschritt dokumentieren
Ich habe mir angewöhnt, nach jeder Lerneinheit eine Notiz auf meinem Computer zu verfassen, in der steht, an welcher Stelle ich aufgehört habe.
“Seite 123 im Kommentar X – klären, ob eine objektive Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt”
So weiß ich beim nächsten Mal ganz genau, wo ich weitermachen muss und verschwende keine Zeit, mich wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen. Du kannst das ganze auch noch weiter ausführen und ein Dokument anlegen, in dem du jeden Tag deine Arbeitsschritte aufschreibst. So kannst du festhalten, welche Fortschritte du tagtäglich machst.
Wir wissen es doch alle und dennoch begehen wir immer wieder den selben Fehler: Smartphones halten uns vom Arbeiten ab und verlängern unsere Arbeitszeit nur unnötig.
Hier ein paar Tipps, wie du es schaffst, deinem Handy wirklich fern zu bleiben:
Stelle dein Handy in den Flugmodus und stelle dir einen Timer, z.B. für 45 MInuten, in denen du dich nicht ablenken lässt
Wenn du in der Bibliothek bist, verbinde dein Smartphone nicht mit dem Uni-Wlan und stelle die mobilen Daten aus
Die App “Forest” ist bei vielen Studierenden sehr beliebt. Man wird dort für das Sperren des Handys belohnt- in der App pflanzt man nämlich jedes Mal, wenn man sein Handy für eine gewisse Zeit sperrt, einen (animierten) Baum, der nur überlebt, wenn die App nicht geschlossen wird.
6. Alte Hausarbeiten nutzen
In fast jeder Universität bietet der Fachschaftsrat Jura den Studierenden an, gegen einen geringen Aufpreis alte Hausarbeiten und Klausuren einzusehen und zu kopieren. Das solltest du unbedingt tun! Du kannst auf diese Art sehen, worauf die Korrektoren besonders Wert legen, dich an der Struktur orientieren und dir die ein oder andere Inspiration für weiterführende Literatur suchen. Daneben findest du auch in den gängigen juristischen Zeitschriften Klausur- und Hausarbeits-Lösungen.
Für mich persönlich ist die Beschaffung von Altklausuren und -Hausarbeiten immer der allererste Schritt, mich auf die anstehenden Prüfungen einzustellen.
Ich hoffe, dass dir der Beitrag geholfen hat und du vielleicht den ein oder anderen Tipp gebrauchen kannst. Falls du weitere Ideen hast, schreib uns gerne eine Mail oder per Instagram @goldwaage.jura.
Jura ist ein strenges Fach, das wird jedem Studierenden schnell deutlich. Neben dem Gutachtenstil und den richtigen Quellen, legen Korrektoren auch auf eines besonders viel Wert: Die korrekte Gliederung. Denn auch diese ist – wie so oft – im Jura-Studium anders als in anderen Fächern.
Ein juristisches Inhaltsverzeichnis umfasst normalerweise mehrere Seiten, was anfänglich etwas abschreckend aussehen kann. Die Länge ist jedoch der genauen Untergliederung geschuldet, die der Gutachtenstil vorsieht, die jedoch glücklicherweise nicht schwer zu verstehen ist.
Während in vielen Fächern eine Gliederung frei gestaltet werden kann und einem einfachen Schema folgt…:
Thema
1 Thema eins im Detail
1.2. ….
Thema zwei
…
… ist das in den Rechtswissenschaften etwas kompliziert. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du eine korrekte und logische Gliederung erstellst.
Im Grundsatz folgt die Gliederung diesem Schema:
(man kann theoretisch noch weiter Untergliedern, allerdings besteht die Gefahr, das Gutachten dadurch zu zerstückeln)
Aber wann unterteile ich in die Folgenden Gliederungspunkte?
Im Grundsatz gilt:
Großbuchstaben Die Hauptüberschrift des Falls oder ein eigenständiger Teil des Sachverhalts wird in der Regel durch einen Großbuchstaben gekennzeichnet. So kannst du untergliedern A. Tatbestand eins; B. Tatbestand zwei,… und so weiter.
Römische Zahlen Anspruchsgrundlagen oder Tatbestände werden durch römische Zahlen gekennzeichnet und voneinander abgegrenzt, schließlich beinhaltet ein Fall oft mehr als nur ein Delikt, was zu prüfen ist. So prüft man im Strafrecht zum Beispiel:
I. §242 (Diebstahl) II.§303 (Sachbeschädigung) III. …
Tipp: Beachte, dass in jedem Rechtsgebiet eine strenge Reihenfolge der Anspruchsgrundlagen/ Tatbestände herrscht.
Arabische Ziffern und Kleinbuchstaben In den weiteren Gliederungspunkten grenzt man dann – je nach Fach, die einzelnen Definitionen und Streitstände voneinander ab. Prüft man Beispielsweise Ansprüche aus einem Kaufvertrag gem. §433 I 1 BGB, sieht das wie folgt aus:
A.Anspruch aus §433 I 1 BGB -> An dieser Stelle würde dann ein Obersatz stehen
1. Vorliegen eines Kaufvertrages
a. Angebot
b. Annahme
c. Essentialia negotii
…
Die Punkte, nach denen du dein Gutachten unterteilst, solltest du im Inhaltsverzeichnis dann auflisten. Es gibt natürlich keine Universallösung für eine Untergliederung, wichtig ist nur, dass die Einteilung schlüssig ist. Das bedeutet, ein Unterpunkt z.B. „1.“ darf nur aufgemacht werden, wenn mindestens noch ein „2.“ folgt. Falls du dir in einer Unterteilung mal nicht sicher bist, schnapp dir ein Fallbuch und vergleiche die dort vorgeschlagene Einteilung mit deiner.
Ich hoffe, der Post konnte dir bei der Erstellung deiner Hausarbeit helfen. Falls dir dazu noch etwas einfällt oder du weitere Fragen hast, schreib uns doch gerne eine Mail oder eine Nachricht auf Instagram @goldwaage.jura.
* Anmerkung: Dieser Post dient nur dazu, die Reihenfolge einer Gliederung zu demonstrieren. Für die einzelnen Punkte der Gliederung, wie die Strukturierung des Obersatzes, etc. gibt es eigene Regeln. Diese würden an dieser Stelle jedoch den Rahmen sprengen.
Literatur zu juristischen Themen gibt es ohne Ende. Doch nicht jeder Text sollte von dir in einer Arbeit zitiert werden. In diesem Artikel stelle ich dir die sieben gängigsten Quellen vor und erkläre dir, ob du sie für deine Hausarbeit verwenden kannst. Zusätzlich gebe ich dir einige Tipps, wie du dir die Recherche noch einfacher machen kannst und mit Sicherheit auf hilfreiche Texte stößt.
1. Skripte (nicht zitierfähig)
Um ein erstes Gefühl für den Fall zu bekommen, lese ich persönlich gerne in Skripten. Dort sind die Grundlagen meistens gut verständlich erklärt, außerdem findet man dort Schemata, an denen man sich für den Aufbau orientieren kann. In den Fußnoten der Skripte gibt es außerdem Verweise auf andere Literatur zum Thema.
Aber Achtung: Skripte dienen dir als Hilfe und sind nicht dazu gedacht, in der Hausarbeit als Quelle angegeben zu werden.
2. Fallbücher(nicht zitierfähig)
Ähnlich wie Skripte sind Fallbücher toll zum Üben und um eine Struktur für deine Hausarbeit zu entwerfen, allerdings eignen auch diese sich nicht zum Zitieren. Fallbücher solltest du auch besonders vor den Klausuren zum Lernen nutzen. Suchst du mal eine Formulierungshilfe für den Gutachtenstil, kannst du dich natürlich auch an den Fallbüchern orientieren.
Etwas ausführlicher hingegen sind Lehrbücher. Arbeite in der Hausarbeitszeit jedoch nicht das gesamte Buch durch, sondern nutze deine Energie sinnvoll und beschäftige dich nur mit den Kapiteln, die für deinen Fall nötig sind. In Lehrbüchern findest du oft Meinungsstreite schon etwas genauer beleuchtet, du kannst diese in deiner Argumentation dann noch durch Meinungen aus Kommentaren und Zeitschriften ausbauen. Lehrbücher kannst du im Regelfall zitieren – allerdings gibt es einige AutorInnen, deren Werke von anderen ProfessorInnen nicht für gut befunden werden. Erkundige dich deshalb bei Studierenden aus höheren Semestern, ob es einige „No-Gos“ für das Fach, in dem du schreibst, gibt. Oft geben die Dozierenden zu Beginn eines Semesters Literatur-Empfehlungen – auf diese kannst du dich verlassen und sie als verlässliche Quelle heranziehen.
Tipp: Viele Professoren haben eigene Bücher zu ihrem Fach herausgegeben, nutze diese unbedingt!
4. Kommentare
Kommentare sind die Bücher, die einen Gesetzestext samt allen Besonderheiten der Paragraphen beleuchten und genauer erklären. Sie stellen nicht nur Streitstände dar, sondern beinhalten oft noch die Entstehungsgeschichte der Normen und sind ein absolutes Muss für die Hausarbeit. Kommentare unterscheiden sich in ihrer Ausführlichkeit stark, daher ist es ratsam, mehrere zur Bearbeitung deiner Arbeit zu verwenden. Du kannst Kommentare problemlos in deinen Fußnoten als Quelle zitieren.
5. Juristische Zeitschriften
Wenn du in einem Lehrbuch oder Kommentar auf einen Problemschwerpunkt gestoßen bist, kannst du weiter nach Aufsätzen, speziell zu dem Problempunkt, suchen. Diese sind oft in juristischen Zeitschriften untergebracht. In den Zeitschriften findest du außerdem oft ausführliche Falllösungen. Um herauszufinden, wo ein solcher Artikel zu finden ist, kannst du die Online-Datenbanken nutzen. Schau außerdem in den Fußnoten in Lehrbüchern, etc. nach Verweisen, die zu Aufsätzen führen.
Die gängigsten Zeitschriften sind meiner Meinung nach:
– die JuS (Juristische Schulung),
– die NJW (Neue Juristische Wochenschrift) und
– die JA (Juristische Arbeitsblätter).
Du findest die Zeitschriften oft in Sammelbänden (die nach Jahrgang sortiert sind) in der Bibliothek oder Online. Neben den gängigen kostenpflichtigen Zeitschriften, gibt es auch einige, die dir im Internet kostenlos zur Verfügung stehen.
Dazu gehören:
– die ZIS (Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik)
– die ZJS (Zeitschrift für das juristische Studium)
– IURRATIO
Viele Universitäten haben auch eigene Zeitschriften, in denen du Falllösungen und Aufsätze von Studierenden und ProfessorInnen findest. Ich empfehle dir, dir diese unbedingt anzusehen – nicht selten stehen dort wertvolle Hinweise und Tipps für dein Hausarbeitsthema.
6. Rechtsprechung/ Urteile
In Urteilen, z.B. des BGH oder des Bundesverfassungsgericht wurden viele Streitfragen bereits geklärt. Du kannst deshalb auf die Rechtsprechung der Gerichte verweisen, indem du eine Definition aus einem Urteil übernimmst und in einer Fußnote darauf verweist. Urteile findest du in der Bibliothek in Sammelbänden oder im Netz in den Online Datenbanken.
Urteile kannst du zum Beispiel heranziehen, wenn es einen Streitstand gibt, über den der BGH oder das BVerfG entschieden haben. Du kannst dann Definitionen oder neu geschaffene Grundsätze der Gerichte in deinen Aufsatz übernehmen.
7. Online Datenbanken:
In meiner ersten Hausarbeit habe ich keine Online-Datenbanken genutzt. Ich verstand damals nicht wirklich, was der Zweck war und wie man sie richtig einsetzte. Heute könnte ich nie mehr ohne die Datenbanken arbeiten und ich bin mir sicher, dass meine Noten besser geworden sind, seitdem ich sie verwende.
Normalerweise ist der Zugang zu den Online-Quellen kostenpflichtig. Jedoch haben die meisten Unis (insbesondere seit Corona herrscht) ihren Studenten eigene Accounts eingerichtet, mit denen sie von zu Hause aus Zugang haben. Da jede Uni das individuell handhabt, kann ich dir über die genauen Log-In Vorgänge keine speziellen Tipps geben. An meiner Uni haben wir unsere Zugangsdaten einzeln erhalten und konnten uns dann für die Plattformen registrieren.
Die Klassiker der Online-Recherche sind die Seiten Beck.Online und Juris, die nicht nur die aktuelle Rechtsprechung beinhalten, sondern auch einige Kommentare und Zeitschriften veröffentlichen.
Ein offensichtlicher Vorteil ist hierbei natürlich, dass du nicht stundenlang durch echte Zeitschriften blättern musst, in der Hoffnung, einen passenden Artikel zu finden. Stattdessen kannst du einfach Schlagwörter eingeben und die Datenbanken zeigen dir alle relevanten Ergebnisse an.
Ein weiterer Tipp, falls du mal verzweifelt nach Anspruchsgrundlagen oder den richtigen Paragraphen eines Tatbestandes suchst: In Beck.Online werden dir in der obersten Spalte der Suchergebnisse die relevantesten Paragraphen angezeigt. So stößt du möglicherweise auch auf weitere Paragraphen, die du prüfen solltest.
Die Plattformen sind glücklicherweise sehr übersichtlich aufgebaut und obwohl ich erste Hemmungen, sie zu benutzen, total verstehen kann, kann ich nur empfehlen, sie so früh wie möglich in die Recherche mit einzubeziehen! Das erspart eine Menge Zeit und macht das Leben als Jurastudent sehr viel leichter.
Du suchst noch weitere Tipps zum Thema Hausarbeit?
Jura-Hausarbeiten werden extrem streng bewertet. Dinge, die in anderen wissenschaftlichen Arbeiten richtig sind, können in den Rechtswissenschaften als „stilistisch unsauber“ oder sogar „falsch“ gewertet werden. Die fünf wichtigsten Fehler, die du auf keinen Fall machen solltest, habe ich in diesem Post für dich zusammengetragen.
1. Ausführungen in den Fußnoten
Während in der englischen Rechtsliteratur oder in anderen Fächern Fußnoten vom Autor gerne genutzt werden, um ein Thema weiter auszuführen, ist dies in einem juristischen Gutachten unerwünscht. Vermeide deshalb, ganze Sätze oder Erklärungen in eine Fußnote zu verlagern. Hier gehören lediglich deine Quellen hin, also für Definitionen das Werk, samt Autor, oder bei Verweisen auf Rechtsprechung die Fundstelle des Urteils.
Ich habe einen Kommilitonen, der in den ersten Semestern seinem kleinen Bruder für jedes “weil” und „da“, das er in seinem Gutachten findet, 50 Cent gegeben hat. Diese Wörter haben in einem Gutachten nichts verloren. Du kannst zur Begründung in deinem Gutachten auf die Wörter: Also, folglich, demnach,… ausweichen. Diese drücken keine Wertung aus, sondern machen klar, dass es sich um eine sachliche Subsumtion handelt.
3. Die vorgegebene Länge überschreiten
Diesen Fehler habe ich genau einmal gemacht – und prompt Punktabzug dafür bekommen. Und das, obwohl es nur wenige Sätze zu viel waren. Die Korrektoren achten oft sehr penibel darauf, dass die vorgegebene Länge der Hausarbeit nicht überschritten wird. Falls der Platz mal zu eng wird, rate ich dazu, Streitstände und Definitionen zu verkürzen, anstatt beim Zeilenabstand, etc. zu schummeln – die Korrektoren kennen diese Tricks schließlich.
4. Den Sachverhalt so interpretieren, wie es gerade passt
Manchmal findet man eine tolle Definition oder einen Streitstand- nur leider passt der Fall nicht dazu. Gib acht, dass du nicht die sogenannte “Sachverhaltsquetsche” betreibst und dir den Sachverhalt zurechtbiegst. Auch das kann dich wertvoll Punkte kosten und im schlimmsten Fall prüfst du einen falschen Tatbestand oder eine falsche Anspruchsgrundlage.
5.Zu wenige Quellen
Eine gute Hausarbeit wird durch viele verlässliche Quellen gestützt. Achte darauf, nicht nur Lehrbücher und Kommentare zu nutzen, sondern auch juristische Zeitschriften und alte sowie aktuelle Rechtsprechung. Insbesondere die Zeitschriften schlüsseln Probleme oft gut verständlich auf und erleichtern dir die Darstellung von Problemen und Streitständen.
Von gewöhnlichen Internetseiten als Quelle würde ich dir abraten, das sieht schnell unprofessionell aus. Auch Wikipedia solltest du natürlich nie zitieren- aber (!) ich persönlich bin dagegen, die Website als Recherche-Mittel auszuschließen. Besonders zu Beginn der Recherche ist es ratsam, sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen, da dort gewöhnliche Websites und auch Artikel aus nicht-juristischen Zeitschriften wirklich hilfreich sein können.
Ich hoffe, all die „No-Gos“ haben dich nicht verschreckt. Den richtigen Gutachtenstil kann man schnell lernen und du wirst merken, wie er dir von Semester zu Semester natürlicher von der Hand gehen wird.
Falls dir der Beitrag gefallen hat oder du weitere „No-Gos“ kennst, die du mit uns teilen wirst, schreib uns gerne per Mail oder auf Instagram @goldwaage.jura .
Vermutlich haben sich viele in einer Klausurenphase oder kurz vor Abgabe einer Hausarbeit schon einmal gefragt: „Sag mal, will ich das überhaupt noch?“ Kleine Motivationstiefs und anstrengende Episoden gehören zu jedem Studium dazu. Doch was, wenn daraus mehr wird: Eine nicht enden wollende Grübelei, existenzielle Krisen und Zweifel? Ich gebe dir hier sechs Tipps, mit denen du dir Klarheit verschaffen kannst.
Zuvor gilt noch zu sagen: Abbrechen ist kein Zeichen von Schwäche oder mangelndem Durchhaltevermögen- vielleicht gibt es einfach Berufe außerhalb von Jura, die besser zu dir passen.
Außerdem gilt es besonders in stressigen Zeiten, Ruhe zu bewahren und dir wenn möglich, ein paar Tage zu nehmen, in denen du abschaltest und nichts mit Jura zu tun hast. Wenn das nichts bringt und du immer noch mit dem Gedanken spielst, abzubrechen, helfen dir eventuell ein paar dieser Denkanstöße. Vielleicht hilft es dir ja auch, dir während des Lesens deine wichtigsten Gedanken aufzuschreiben.
Interesse
Frage dich selbst: habe ich ehrliches Interesse an Jura? Gibt es zumindest ein Rechtsgebiet, bei dem es mir Spaß bereitet, Neues zu erlernen und die Zusammenhänge zu erschließen? Hierzu muss gesagt werden, dass Jura am Anfang des Studiums noch nicht so viel Sinn zu ergeben scheint. Der wirkliche Spaß besteht für viele darin, die Zusammenhänge zwischen Rechtsgebieten im Laufe der Zeit zu erschließen. Es lohnt sich, eine Weile dranzubleiben und kontinuierlich zu lernen. Vielleicht kommt mit dem Verständnis der Logik hinter Jura ja auch das weitergehende Interesse.
2. Zukunft
Kannst du dir konkret vorstellen, später in einem bestimmten Beruf als JuristIn zu arbeiten? Gibt es Arbeitsfelder, die dich reizen und dir spannend vorkommen? Informiere dich über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten und überlege, ob du in Zukunft einen dieser Berufe ausüben willst.
3. Alternativen
Hast du einen Plan B? Wie sieht er konkret aus? Klingt dieser nur in deiner Fantasie gut oder ist dies wirklich langfristig ein erfüllender Job, der dir je nach deinen Bedürfnissen z.B. Einkommen, Aufstiegschancen und Sicherheit bietet?
4. Leidensdruck
Wie fühlst du dich seelisch? Bist du andauernd frustriert, deprimiert und unzufrieden? Und liegt dies wirklich ausschließlich am Jurastudium oder fließen dort auch Zukunftsängste und eine Art Druck mit hinein? Wenn du den Störfaktor, z.B. eine unbändige Angst vorm Examen, in Gedanken greifst und für einen Moment so betrachtest, als wäre die Angst nicht da – geht es dir dann besser in Bezug auf das Studium? Mit anderen Worten: Versuche der Ursache für deinen Leidensdruck auf den Grund zu gehen und festzustellen, ob dieser wirklich dem Studium oder anderen – vielleicht nur gedanklichen – Hürden geschuldet ist.
5. Noten
Wie sahen deine bisherigen Noten aus? Dieses Fazit zieht man am besten erst nach ein paar Semestern und nicht gleich nach der ersten Prüfung. Falls deine Noten bisher überdurchschnittlich gut waren und du ein Prädikat nach dem anderen erzielst, scheint dir Jura wirklich zu liegen. Sollten aber nur die Noten stimmen und die restlichen Aspekte des Studiums für dich unzumutbar sein, wird auch dies allein dich im weiteren Verlauf des Studiums nicht mehr motivieren können. Andererseits: Wenn du öfter Prüfungen wiederholen musst, du dir ansonsten aber sicher bist mit Jura, solltest du weiter dranbleiben. Wo ein Wille ist, ist schließlich ein Weg. Natürlich sollte ein gesunder Realismus definitiv beibehalten werden. Wenn dir bereits die anfänglichen Rechtsgebiete absolut nicht einleuchten möchten und du stets und ständig vor der Zwangs-Exmatrikulation stehst, solltest du zumindest deine Lernmethoden hinterfragen oder einen Plan B für den Notfall bereithalten.
6. Der „innere Schweinehund“
Dies ist ein sehr persönlicher Punkt, an dem ich selbst tagtäglich zu knabbern habe. Angenommen, man hat in der Schule mit geringem Aufwand gute Noten erzielt und nie so richtig gelernt, intensiv zu lernen – was passiert dann? Logisch, im Jurastudium wird man erst einmal ins kalte Wasser geschmissen. Spätestens im Examen können sich 95% der faulen EinserschülerInnen aus Schulzeiten nicht mehr retten, denn jetzt müssen alle lernen. Wenn man dazu noch ein gemütlicher Mensch ist, der ungern stundenlang vor den Büchern sitzt und sich nur schwer motivieren kann, ist es leicht, am Sinn des Studiums zu zweifeln. Schnell wird auch die Menge des Stoffs überwältigend. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass der Stoff einem nicht mehr unzugänglich und trocken vorkommt, sobald man ihn einmal durchdrungen hat. Die eigene mangelnde Motivation kann jedoch überwunden werden; sie ist kein guter Grund, ein Studium zu beenden. Harte Arbeit und auch Dinge zu tun, auf die man nicht unbedingt Lust hat, gehören leider zu fast jeder Ausbildung und jedem späteren Beruf dazu.
Wenn dir also, so wie mir oftmals, lediglich die Bequemlichkeit im Wege steht, solltest du definitiv noch einmal versuchen, dich wirklich auf das Studium einzulassen.
Kennst du noch weitere Gründe, ein Studium abzubrechen oder auf jeden Fall dabei zu bleiben? Kommentiere gerne unseren neuen Post zu diesem Artikel auf Instagram @goldwaage.jura.
Deine nächste Klausur steht an und du hast überhaupt keine Lust und Kraft mehr, zu lernen? Die Angst, die Prüfung nicht zu bestehen ist der einzige Grund, warum du noch Lehrbücher aufschlägst?
Das geht auch anders. Hier geben wir dir sieben Tipps, mit denen du das ganze Semester über motiviert und erfolgreich bleiben wirst.
1.Schaffe dir eine schöne Lernumgebung
An einem verwüsteten Schreibtisch im unaufgeräumten Zimmer zu lernen verschlechtert deine Laune allerhöchstens. Schaffe deshalb vor jeder Lerneinheit Ordnung oder weiche in die Bibliothek aus. Außerdem kannst du im Hintergrund Musik hören, wenn du zu Hause bist eine Kerze anzünden oder etwas tun, was deiner Umgebung Gemütlichkeit verleiht. Ich persönlich stelle mir gerne einen Blumenstrauß oder ein paar Pflanzen auf meinen Schreibtisch.
2.Routine entwickeln
Ein leichter Schritt, sich zum Lernen aufzuraffen, ist es, Routinen zu entwickeln. Damit ist zum einen eine zeitliche Routine gemeint (z.B. jeden Montag von 09.00-14.00 in die Bibliothek zu gehen), aber auch bestimmte Abläufe zu automatisieren. Ich habe für mich persönlich den Ablauf entwickelt, mein Zimmer zu durchlüften, mir in der Zwischenzeit einen Kaffee zu kochen und dann als allererstes meinen Lernplan auf den neuesten Stand zu bringen. Beide Angewohnheiten haben den Vorteil, dass ich nicht jedes Mal überlegen muss, wann ich lerne und wie ich damit beginne.
3. Das Interesse an dem Thema verstärken
Warum mögen wohl so viele Studierende Strafrecht? Sicherlich, weil die Fälle, die man behandelt, oft einen Realitätsbezug haben, den man gut nachvollziehen kann. Das kannst du selbstverständlich auch auf andere Fächer übertragen: Höre dir Podcasts zu rechtlichen Themen an, die dich interessieren. Durchdenke Fälle aus deinem Umfeld, um für Privatrecht zu üben. Achte, wenn du Nachrichten schaust, auf Gerichtsurteile, die verkündet werden. So hast du viele Anknüpfungspunkte, mit denen du auch weniger interessante Themen verbinden kannst.
4. Mit FreundInnen lernen
Old but gold: Schnappe dir ein paar FreundInnen mit denen du zusammen lernen kannst. Das ist nicht nur sinnvoll, um am Ball zu bleiben, es erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass du dir den ein oder anderen Trick von den anderen abschauen kannst.
5. Probiere etwas Neues
So gut wie Routinen auch sein können, manchmal sind sie bekanntlich tödlich. Wenn du merkst, dass du festgefahren bist, strukturiere deinen Alltag ein wenig um. Es geht dabei gar nicht um große Veränderungen. Wähle zum Lernen ein anderes Skript, gehe in die Bibliothek, anstatt zu Hause zu bleiben- oder andersherum, mache in deiner Lernpause einen Spaziergang… All diese kleinen Schritte werden dir helfen, aus einem Trott heraus zu kommen.
6.Setze dir kleine Ziele
Immer erst zufrieden zu sein, wenn eine Prüfung bestanden ist, macht auf Dauer unglücklich und ist der absolute Motivationskiller. Setze dir deshalb kleine Ziele, die du täglich erreichen kannst. Sei stolz darauf, wenn du dir eine Definition merkst, ein paar Seiten im Lehrbuch gelesen hast oder einen kurzen Fall gelöst hast.
7. Finde ein Ende
Ja, es ist richtig: Man kann sich totlernen. Um das Semester über nicht (mental) draufzugehen, ist es wichtig, dass du deinem Lernen Grenzen setzt. Beschränke dich sowohl inhaltlich (zunächst auf die wesentlichen Themen) als auch zeitlich. Lege dir Uhrzeiten fest, nach denen du kein Buch mehr in die Hand nimmst und nimm dir zwischendrin einen komplett freien Tag. Nur so ist es möglich, sein Leben auch noch anderen Dingen als dem Studium zu widmen.
Falls dir der Beitrag gefallen hat, oder du noch weitere Ideen hast, schreib mir gerne auf Instagram @goldwaage.jura .
Schon seit Beginn meines Studiums haben mir Lernpläne enorm geholfen – umso überraschter war ich, als ich hörte, dass viele Studierende keine Lernpläne benutzen. Ins Blaue hinein lernen ist nicht nur stressig, sondern birgt auch die Gefahr, ganze Themenblöcke zu vergessen. Deshalb will ich dir heute vorstellen, wie ich meine Lernpläne erstelle und warum sie meine Produktivität enorm steigern.
Warum ein Lernplan?
Natürlich nimmt das Erstellen eines Lernplans etwas Zeit in Anspruch. Davon solltest du dich aber auf keinen Fall abschrecken lassen, denn ein Lernplan bietet viele Vorteile:
Du behältst stets den Überblick
Du siehst deinen Lernfortschritt
Du bist dir sicher, dass du nichts vergisst
Du bleibst motiviert
Wann sollte ich einen Lernplan erstellen?
Um dich gut und verhältnismäßig stressfrei auf eine Klausur vorzubereiten, fängst du am besten einige Wochen vorher an. Schließlich braucht es Zeit, sich mit allen Themen vertraut zu machen und sie anhand von Fällen zu üben. Für Anfängerklausuren habe ich oft drei bis vier Wochen im Voraus angefangen zu lernen. Allerdings gibt es hier kein Richtig oder Falsch, manche Studierende arbeiten innerhalb von einigen Tagen ein Skript durch und bestehen die Klausur, andere Lernen Monate im Voraus und fallen durch. Wichtig ist letztlich nur, alle Themen, die Gegenstand der Klausur sein könnten, vor der Prüfung geübt zu haben.
Wie erstellst du einen optimalen Lernplan?
Wie dein Plan aussieht, hängt von deiner Lernweise ab. Du kannst deinen Plan ganz einfach deiner Lernmethode anpassen.
Meine Taktik sieht in der Regel wie folgt aus:
Ich persönlich lese mir gerne in einem Skript oder Buch die Grundlagen an,
dann schreibe ich mir die wichtigsten Dinge dazu auf,
erstelle Karteikarten mit den wichtigsten Definitionen
und löse zu guter letzt (möglichst viele) Fälle.
Genau so baue ich mir den Lernplan daher auf: In die linke Spalte einer Tabelle schreibe ich ausführlich alle Themen inklusive aller Problem- oder Streitfragen. In der oberen Zeile füge ich dann die Kategorien: Skript, Notizen, Karteikarten, Fälle auf.
Wenn du noch genauer vorgehen möchtest, kannst du in den Plan genaue Daten eintragen, an denen du ein bestimmtes Thema lernen möchtest.
Ich persönlich sehe davon meistens ab, denn es setzt mich unter Druck. Außerdem fällt es mir an manchen Tagen leicht, mich lange zu konzentrieren, dann arbeite ich so viel wie möglich von meiner Liste ab. An anderen Tagen mache ich dafür vielleicht weniger. Im Endeffekt geht es schließlich nur darum, bis zur Klausur alle Themen abgearbeitet zu haben.
Hier habe ich dir eine Vorlage erstellt, um dir ein wenig Zeit zu sparen. Schreib uns gerne auf Instagram @goldwaage.jura, was du von Lernplänen hältst- oder falls du weitere Ideen für noch bessere Lernpläne hast.
Unter hohem Leistungsdruck zu stehen, gehört für den Großteil der Jura Studierenden genauso dazu, wie das Anwenden von Paragraphen. Viele brechen unter dem Druck zusammen. Warum das ein Fehler ist und wie du in nur wenigen Schritten der Stressfalle entfliehen kannst, will ich dir in diesem Post erklären.
Mache zuerst das, was JuristInnen lieben: Definiere deinen Stress und finde seine Ursachen heraus.
Positiver Stress: Ein bisschen Aufregung vor einer Prüfung, ein paar Schweißperlen vor der Abgabe einer Hausarbeit- das alles ist noch kein Grund zur Sorge. Der “gute” Stress, sorgt dafür, dass wir uns besser konzentrieren und spornt uns oft zu Hochleistungen an.
Negativer Stress: Problematisch wird es erst beim sogenannten negativen Stress. Komplette Überforderung, Angst vorm Versagen oder der Zukunft sollten nicht zu deinem ständigen Wegbegleiter zählen. Diese Art von Stress äußert sich nicht selten auch in starken körperlichen Beschwerden: bei mir waren es chronische Verspannungen und Kopfschmerzen. Diese sind ein deutliches Signal, einen Gang runter zu schalten… Nur wie geht das?
Außerdem ist es gut, die Umstände, die bei dir den Stress hervorrufen, zu ermitteln: Sind es äußere Einflüsse, wie der Druck durch ProfessorInnen, die Eltern oder KommilitonInnen? Oder sind es eigene Gedanken, wie die Angst, nicht schlau genug zu sein, oder sich eine mögliche Zukunft zu verbauen?
Reality check
Dann gilt es zu hinterfragen: Warum genau machen mir andere Leute/ ich selbst Druck? Haben sie Recht? Ist die Situation wirklich so wichtig oder ausweglos, wie ich sie gerade bewerte?
Ich frage mich selbst oft: „Was ist das schlimmste, was mir passieren könnte?“ Und das ist meistens gar nicht so schlimm.
Eine verhauene Arbeit bedeutet nicht das Ende des Studiums. Ein Semester Verlängerung verhindert möglicherweise den Freischuss, kann sich aber im Rückblick unglaublich positiv auf ein Examen auswirken. Das alles macht dich aber keinesfalls zu einem schlechteren Menschen.
Baby Steps
Ein anderer typischer Gedanke unter Jura Studierenden ist die Angst, sich die Zukunft zu verbauen. Auch hier gilt: ruhig bleiben. Zum einen, weil deutschlandweit derzeit ein großer Mangel an Juristen herrscht und so gesehen jede Fachkraft gebraucht wird.
Zum anderen aber, weil diese Frage nicht zielführend ist. Wer weiß denn, was in der Zukunft passiert?.. Denke lieber in kleinen Schritten: Was ist das nächste, das ich machen muss?
Das kann man in beliebig kleine Aufgaben aufteilen. Beginne beispielsweise mit einem Lernplan, in dem du dir genau aufschreibst, was du für die nächste Prüfungen können must.
Diesen kann man danach ganz entspannt abarbeiten, und muss sich über den Rest keine Sorgen machen.
Pausen und Belohnen
Es ist kein Geheimnis, wie wichtig Pausen sind. Nicht nur, um die eigene gute Laune zu erhalten, sondern auch, um dem Körper und Geist einen Moment der Ruhe zu gönnen.
Abende mit FreundInnen, Hobbies, Ausflüge sollten fest in den Alltag integriert werden. Nimm dir auch in Prüfungsphasen täglich mindestens eine halbe Stunde, in der du etwas tust, was du genießt. Es wirkt Wunder.
Routinen wechseln
Nichts ist schlimmer, als vor lauter Stress in einen immer gleichen Tagesablauf zu verfallen. Ertappst du dich dabei, jeden morgen zur gleichen Zeit aufzustehen, dich mit der gleichen Lustlosigkeit in die Bibliothek zu schleppen und abends erschöpft aufs Sofa zu fallen?
Dann ändere deine Routine. Gehe vor der Uni eine halbe Stunde spazieren oder setze dich in dein Lieblingscafé. Verkürze deinen Aufenthalt in der Bibliothek, aber lass dafür dein Handy zu Hause. Erstelle dir eine motivierende Playlist oder suche im Netz nach Bildern oder Videos, die dich anspornen. Deine Möglichkeiten sind endlos. Wichtig ist nur, dass du wieder mehr Spaß und Abwechslung in deinen Alltag integrierst.
Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen: Belohne dich. Feiere deine kleinen Erfolge (du hast es ein weiteres Semester geschafft- yay!) und sei stolz darauf, wie weit du schon gekommen bist.
Frisch nach dem Abi und zum ersten Mal an der Uni kann dich vieles überwältigen. Eine erste juristische Hausarbeit zu verfassen gehört definitiv dazu. Aber keine Panik, denn: Ordnung ist die halbe Hausarbeit! Bevor dich die Angst vor dem Neuland packt, solltest du dir zuallererst vor Augen führen, dass tausende Studierende es bereits vor dir geschafft haben, eine Hausarbeit zu verfassen.
Hier sind die besten 15 Tipps, mit denen einem Prädikat nichts mehr im Wege steht:
In deinem Fachschaftsrat sollten Musterhausarbeiten zur Verfügung gestellt werden. Sichere dir ein paar in dem jeweiligen Fach (z.B. BGB AT), kopiere sie und nimm sie mit in die Bib.
Tausche dich aus
Es ist immer hilfreich, sich mit Mitstudierenden zu unterhalten. Sie haben eventuell bereits wertvolle Tipps für dich. Oftmals hat schon jemand von ihnen einen ähnlichen Fall gefunden, einen nützlichen Aufsatz ausfindig gemacht oder erste Gedanken zu eurem Fall. Isoliere dich nicht und versuche nicht, den Einzelkämpfer-Modus anzutreten.
Fallbücher sichten
Super, du bist nun mit der Musterhausarbeit in die Bib gegangen, hast dich ein wenig mit anderen ausgetauscht und sitzt nun vor dem leeren Word-Dokument. Zum Einlesen empfiehlt es sich, diverse Fallbücher zu durchforsten. Vielleicht findet sich ja ein Fall, der deinem stark ähnelt; aber selbst wenn nicht, hast du schon einmal ein Aufbauschema für das Gutachten gefunden.
Übungsfälle der VKs/AGs nutzen
Die zur Verfügung gestellten Fälle deiner VK/AG-Leiter solltest du nutzen, da sich diese am besten mit den Anforderungen deiner Uni und der Professoren auskennen und dir somit nützliche Schemata zur Verfügung stehen.
Lösungsskizze erstellen
Lege dir ein Word-Dokument oder ein Blatt Papier für die Lösungsskizze an, auf dem du all deine Ideen systematisierst und sammelst. Bei besonders komplizierten Konstellationen oder Vejährungsproblemen empfiehlt es sich, Zeitstrahle zu erstellen und diese farblich zu kennzeichnen.
So chaotisch kann ein Zeitstrahl aussehen
Online-Datenbanken nutzen
Nutze z.B. beck-online, um auf Aufsätze zu deinem Thema hingewiesen zu werden und diese zu sammeln. Am besten speicherst du diese als pdf-Datei in einem extra Ordner für die Hausarbeit oder scannst sie ein, sofern sie nur analog verfügbar sind.
Fußnoten lesen
Nutze die Fußnoten in Aufsätzen und Lehrbüchern, um neue Literatur zu deinem Thema zu erhalten.
Publikationsliste der Professor*innen berücksichtigen
In der Regel haben ProfessorInnen schon zu dutzenden Themen eigene Aufsätze, Beiträge und Abhandlungen verfasst. Diese sollten auf der Lehrstuhlseite als Publikationsliste einsehbar sein. Manchmal werden gezielt Hausarbeitsthemen ausgewählt, die bereits bearbeitet wurden und zu denen Publikationen vorliegen.
Zeitschriften durchblättern
Bei hochaktuellen Thematiken lohnt es sich, die Ausgaben der letzten Jahre der JuS, NJW und Co. analog durchzublättern. Einige Unis veröffentlichen sogar ihre eigenen Zeitschriften.
Literaturverzeichnis parallel erstellen
Schon während des Schreibens ist es ratsam, das Literaturverzeichnis parallel anzufertigen und zu vervollständigen. Im Onlineverzeichnis deiner Unibibliothek solltest du nach der neuesten verfügbaren Auflage der Bücher Ausschau, oft wird empfohlen keine Auflagen, die älter als 3 Jahre sind zu benutzen. Außerdem zählt hier Quantität: mehrere Seiten Literaturverzeichnis, also mindestens 20 Quellen sind ratsam, wenn man neun oder mehr Punkte anstrebt.
Zitier-Regeln beachten
Versuche erst gar nicht, mit dem blinden Zitieren (Zitieren ungelesener Quellen) zu beginnen und investiere genügend Zeit in saubere, belegte Zitate. Im schlimmsten Fall droht sonst ein Plagiatsvorwurf. Informiere dich, über die aktuellsten Zitier-Regeln. Besonders wichtig: in Fußnoten eines Gutachtens gehören niemals längere Zitate! Außerdem zitieren Juristen anders als z.B. Geisteswissenschaftler.
Viel Zeit einplanen
Eine juristische Hausarbeit verfässt sich regelmäßig nicht in ein paar Tagen. Ein realistisches Zeitfenster sind hierbei 3 Wochen Bearbeitungszeit mit 6 h/Tag und 5 Tagen die Woche. Je nach Schwierigkeitsgrad der Arbeit, Vorwissen in dem Fach und Erfahrungshorizont kann diese Zahl Schwankungen unterliegen.
Bücher mit aufbereiteten Schemata und Meinungsstreits nutzen
Besonders im Strafrecht empfiehlt es sich, ein Taschenbuch mit komprimierten Informationen zu allen wichtigen Streitständen für die Orientierung zu nutzen. Schemata-Bücher mit Aufbaubeispielen sind ebenfalls sehr hilfreich um eine Hausarbeit sinnvoll zu gliedern.
Die Formatierung
Für alle die, die aus Schulzeiten nur noch wissen, wie man den Blocksatz einstellt und eine Tabelle einfügt, wird die Formatierung der Arbeit zu einer kleinen Herausforderung. Schritt-für-Schritt Anleitungen stehen dazu im Netz zuhauf bereit, achte hier aber bitte auf die individuellen Vorgaben deines Profs/deiner Uni. Sobald du die Formatierung einmal richtig ausgearbeitet hast, kannst du sie für jede folgende Hausarbeit nutzen und brauchst dir darum keine Gedanken mehr zu machen.
15. Die Form
Jetzt gelangen wir zum letzten und vielleicht auch einem der wichtigsten Punkte: die Form. Darunter fällt eine astreine optische Darbietung: ein neuer, ordentlicher Klemmhefter, ein gut strukturiertes und am besten digital erstelltes Inhaltsverzeichnis, ein umfangreiches Literaturverzeichnis und natürlich eine makellose Rechtschreibung und Grammatik. Ein Korrektor, dem eine Arbeit vorgelegt wird, die optisch nicht negativ auffällt und durch eine angenehme Ausdrucksweise glänzt, wird deiner Arbeit mit viel Wohlwollen begegnen.