Ein theoretisches Konzept für Menschenrechte entwickeln – das ist das Ziel, das der Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen in seinem Aufsatz anstrebt.
Sen sieht Menschenrechte als moralische Forderungen nach bestimmten, grundsätzlichen Freiheiten. Seinen Ansatz begründet Sen auch durch Bezugnahme auf andere Philosophen wie Adam Smith, John Rawls, Karl Marx und vielen andere.
„Eine Theorie der Menschenrechte lässt sich vernünftigerweise nicht auf das juristische Modell beschränken, in das es oft gepresst wird“
Amartya Sen
Sens Text ist dank seiner wissenschaftlichen Tiefe keine leichte Lektüre – aber dennoch sehr lesenswert. Der Autor regt zu einem rationalen bzw. „vernünftigen öffentlichen“ Diskurs an. Er ermutigt die Lesenden, möglichst objektiv über Menschenrechte nachzudenken und angesichts der globalen Herausforderungen weder zu resignieren, noch sich für alles verantwortlich zu fühlen.
Für seine Forschung wurde Sen 1998 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.
Ich bin derzeit in meiner dritten Woche im Anwaltspraktikum – und habe einiges dazu gelernt. Hier sind fünf meiner größeren und kleineren Erkenntnisse.
1.So viele Überraschungen
Eigentlich logisch, dass der Tag eines Stafverteidigers nicht in so geregelten Bahnen abläuft wie der von Studierenden. Dennoch war ich von der Alltagsspontanität überrascht.
Während Gerichtstermine wie in den Stein gemeisselt sind, verändern sich andere Aufgaben ständig: Hier kommt die Mail einer Mandantin an, die unbedingt Hilfe braucht, dort klingelt das Telefon mit einem neuen Mandat und irgendwo ist auch noch eine Hausdurchsuchung, die begleitet werden soll. Es ist quasi vorhersehbar, dass etwas unvorhergesehenes passiert – und darauf reagiert werden muss.
2.So viel zu lesen
Ein Großteil der anwaltlichen Tätigkeit spielt sich auf dem Papier ab. Eigentlich logisch: Verträge, Mahnungen, Klagen, Protokolle, Urkunden, Akten – all das sind Schriftdokumente, die gelesen oder geschrieben werden müssen und deswegen viel Arbeitszeit in Anspruch nehmen.
Auch das war mir eigentlich schon lange bewusst: Das “echte Jura” besteht nicht nur aus BGB, Strafgesetzbuch, Prozessordnungen und Grundgesetz. Im Berufsalltag spielen – je nach Spezialisierung – ganz andere Vorschriften eine große Rolle, von denen man (bzw. ich) im Studium noch nie gehört hat.
4. So viele Orte
Je nach Berufsfeld kann sich der Arbeitsalltag eines Anwaltes an vielen verschiedenen Orten abspielen. Da wären neben der Arbeit in der Kanzlei beispielsweise Außentermine, Gerichtstermine, Besuche der MandantInnen in der JVA zu nennen.
5. So viel neues
Selbst erfahrene JuristInnen müssen sich in Fälle neu einarbeiten und lernen dabei teilweise einiges dazu. Besonders spannend finde ich, wie JuristInnen unterschiedlicher Spezialisierungen zusammen arbeiten, wenn sie merken, dass ein Kollege/eine Kollegin in einem Rechtsgebiet versierter ist als er/ sie.
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Bei meinem allerersten Praktikum war ich überfordert. Ohne weitere Erklärung wurde mir eine Akte auf den Tisch gelegt. “Bitte lesen und eine Anklage vorbereiten” waren die Worte des Anwalts.
Im Nachhinein habe ich verstanden, dass die Aufgabe nicht ganz angemessen war (ich war im dritten Semester). Inzwischen bin ich einige Semester weiter und habe mehr über die Arbeit mit Akten gelernt.
Was ist eine Akte?
Eine Akte ist die Sammlung aller für den juristischen Tatbestand wichtiger Dokumente. Traditionell ist das ein Papphefter voller Dokumente, vermehrt sind die Daten aber auch online, in einer sogenannten E-Akte gespeichert.
In einer Akte können also Mails, Briefe, eventuelle Anzeigen oder Klagen, der Schriftverkehr des Mandanten/ der Mandantin mit der anderen Partei, Fotos, usw. sein.
Akten werden chronologisch geführt. Dabei liegen die neuesten Dokumente in der Regel ganz vorne, die ältesten ganz hinten in der Akte. Fange also beim Lesen der Akte hinten an.
Alle Schreiben sind im Regelfall mit einem Datum versehen. Oft befindet sich auch ein Stempel mit dem Datum des Eingangs auf dem jeweiligen Papier. Daran kannst du dich orientieren.
Je nach Kanzlei und Umfang des Falles sind Akten außerdem in verschiedene Abschnitte unterteilt. Hier hilft es, sich nach kanzleiinternen Sortierungen zu erkundigen.
Wie erfasst man den Sachverhalt einer Akte?
Um dir den Sachverhalt zu erschließen, ist es bei kleineren Akten sinnvoll, diese im ganzen einmal durchzulesen. Auf den ersten Blick ist es in der Regel nicht einfach, den Fall komplett zu verstehen. Eventuell musst du ihn aus den einzelnen Schreiben herleiten.
Bei sehr umfangreichen Akten ist es sinnvoll, nach detaillierten Schreiben, wie Anklageschriften, zu suchen, die den Sachverhalt wiedergeben.
Bei komplizierten Sachverhalten bist du außerdem gut beraten, dir Notizen, Zeichnungen oder z.B. einen Zeitstrahl anzufertigen.
Sehr viel mehr gehört zum Lesen der Akten nicht dazu. Je mehr Erfahrung du im Aktenlesen hast, desto schneller werden sich dir die Sachverhalte erschließen.
Wenn du ganz neu im Umgang mit Akten bist, scheue dich nicht, deinen Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin um Tipps oder eine kurze Erklärung des Falles zu fragen.
Tag eins meines Praktikums. Ich bin nervös und mir ist flau im Magen. Ich hab das schließlich noch nie gemacht. Ich gebe mir einen Ruck und betrete die Kanzlei. Ein Sprung ins kalte Wasser.
Ging es dir auch schon so?
Kennst du Gedanken wie: Da brauche ich mich gar nicht bewerben, die nehmen mich eh nicht. Oder: Ich kann doch noch gar nichts?
Es ist schon ein starker Kontrast zwischen Hörsaal-Alltag und dem juristischen Berufsleben. Im Studium lernen wir den ganzen Tag Jura-Theorie. Deshalb ist es kein Wunder, dass uns die Praxis zu Beginn einschüchtert.
Viele Studierende neigen aufgrund dieser fehlenden Praxiserfahrung dazu, ihr Praktikum so schnell wie möglich irgendwo abzuarbeiten (oder den Nachweis von einem bekannten Juristen ausfüllen zu lassen, ohne je dessen Kanzlei betreten zu haben). Jeder regelt das eben auf seine Weise.
Aber vielleicht verpasst der ein oder andere dadurch eine Chance.
Denn: Natürlich wissen die erfahrenen ArbeitgeberInnen (die ja selbst Jura studiert haben), dass Studierende keine fertig ausgebildete Fachkräfte sind. Sie tolerieren Nachfragen also nicht nur – sie erwarten sie. Sie kalkulieren kleine Fehler ein, die AnfängerInnen machen. Und sie wissen auch, dass du natürlich nicht alle Rechtsgebiete fehlerfrei beherrschst.
Daneben (so habe ich das jedenfalls schon häufig mitbekommen) neigen viele Studierende dazu, bei Praktika tief zu stapeln.
Sie wollen eigentlich in eine große Kanzlei, in Medienhäuser, oder zu hohen Gerichten – aber schicken ihre Bewerbungen nie ab, aus Angst, eine Absage zu bekommen oder sich im Falle einer Zusage ganz schrecklich zu blamieren.
Mir selbst ging es genauso. Deswegen habe ich mein erstes Praktikum bei einem sehr netten Anwalt in freundlichem Umfeld gemacht und dort gemerkt: So schlimm ist es ja gar nicht. Anschließend war ich schon etwas selbstbewusster und habe mich in einer relativ großen Kanzlei beworben.
Das ist eine gute Möglichkeit, sein Selbstbewusstsein zu stärken. Klar – irgendwann muss jeder ins kalte Wasser springen. Aber wer sagt, dass es gleich der Atlantik sein muss?
Gerade wenn du am Anfang deines Studiums stehst, trau dich und bewirb dich. Ein Praktikum kann wirklich viel Spaß machen und ungemein bereichernd sein.
Wenn dir der Beitrag gefallen hat, oder du Fragen zum Thema Praktikum hast, schau gerne in der eigens dafür erstellten Rubrik vorbei oder schreib uns auf Instagram @goldwaage.jura .
Jeder Jurastudierende in Deutschland muss Praktika absolvieren, um zum ersten Staatsexamen zugelassen zu werden. Das wirft besonders zu Beginn des Studiums eine Menge Fragen auf. In diesem Beitrag möchten wir deswegen die häufigsten davon beantworten.
1.Wielange geht ein Jurapraktikum? Die genaue Dauer deiner Praktika kannst du der JAPO (Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen) deines Bundeslandes entnehmen. In den meisten Bundesländern sind drei Monate Pflicht. Du kannst dir dabei aussuchen, ob du ein langes Praktikum bei nur einer Stelle absolvierst, oder die Zeit z.B. in drei Mal einen Monat bei verschiedenen Arbeitgebern aufteilst.
2. Wo darf man ein juristisches Praktikum machen? Grundsätzlich musst du das Praktikum bei einem Volljuristen/ einer Volljuristin machen. Es steht dir aber frei, ob du an einem Gericht, bei der Staatsanwaltschaft, in einer kleinen oder großen Kanzlei antrittst. Wichtig ist eigentlich nur, dass dich das Themenfeld interessiert.
3. Bekommt man für ein Jurapraktikum Geld? Das kommt ganz darauf an. Im Regelfall sind studentische Praktika unbezahlt. Natürlich kannst du deinen Arbeitgeber/ deine Arbeitgeberin nach einer Vergütung oder z.B. der Erstattung deiner Fahrtkosten fragen.
4. Was lernt man bei einem Jurapraktikum? Auch das hängt stark davon ab, wo du während deines Praktikums arbeitest. Oftmals dürfen PraktikantInnen ihre ArbeitgeberInnen im Alltag begleiten und selbst kleinere Aufgaben übernehmen. Bei einem Praktikum in einer Kanzlei könntest du beispielsweise zu Gerichtsterminen mitgehen, Akten sichten, Klageschriften vorformulieren, bei MandantInnengesprächen mit dabei sein uvm.
5. Was ist der beste Zeitpunkt für ein Jurapraktikum? In vielen Bundesländern ist es verpflichtend, Praktika während der vorlesungsfreien Zeit zu durchlaufen. (Das stößt übrigens oft auf Kritik, schließlich werden so die Ferien von Jurastudierenden nicht nur von Hausarbeiten sondern eben auch Praktika eingenommen und es bleibt wenig Freizeit.) Außerdem musst du, wenn du zum Examen antrittst, vorweisen können, dass du drei Monate Praktika hinter dich gebracht hast. Abgesehen davon, gibt es aber keinen perfekten Zeitpunkt. Es kann bereits nach wenigen Semestern sehr bereichernd sein, in den juristischen Arbeitsalltag hineinzuschnuppern. Es ist jedoch nicht verwerflich, erst zum Ende des Studiums seine Praktika zu absolvieren.
6. Was für Voraussetzungen brauche ich bei einem Jurapraktikum? Die Anforderungen an BewerberInnen unterscheiden sich selbstverständlich von ArbeitgeberIn zu ArbeitgeberIn. Gute Noten und zusätzliche Qualifikationen werden sicherlich gerne gesehen, sind allerdings kein Muss. Letztendlich ist die Voraussetzung nur, dass du Jura studierst.
7. Wann muss ich mich für ein Jurapraktikum bewerben? Für Bewerbungen gelten sehr verschiedene Maßstäbe. Bei kleineren Kanzleien kann es ausreichen, sich wenige Wochen oder Monate vor dem geplanten Zeitraum zu bewerben. Bei anderen, sehr beliebten ArbeitgeberInnen kann es erforderlich sein, sich ein Jahr vorher zu bewerben. Mein Tipp: Lieber zu früh, als zu spät eine Bewerbung versenden.
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Zu Beginn dieses Monats habe ich ein Experiment gestartet. Ich wollte wissen, wie weit ich beim Lernen komme, ohne auch nur einen Euro auszugeben. [Unbezahlte Werbung wegen Nennung von Plattformen]
Kurz vorweg: es gibt drei Dinge, ohne die auch der sparsamste Studierende kaum herum kommt. Das sind ein Laptop, Gesetzbücher und Schreibmaterialien für die Klausur. Diese Dinge lasse ich in meinem Experiment außen vor, weil sie einmalige, sehr essentielle Anschaffungen sind.
Darüber hinaus gibt es allerdings eine ganze Fülle an Gadgets, Büchern, Lernmaterialien und Angeboten, die du kaufen kannst und für die ich eine kostenfreie Alternative gefunden habe.
Viele Studierende lassen sich von gutem Marketing leiten und kaufen deshalb Produkte, die sie nicht wirklich brauchen – von denen sie sich aber bessere Lernerfolge erhoffen.
Das ist oftmals nicht notwendig, denn:
Die tollste Lernausstattung bringt nichts, wenn du nicht lernst.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du auch mit einfachen und kostenfreien Lernutensilien richtig gute Leistungen erzielen kannst – ohne dafür Geld auszugeben.
In meinen ersten Semestern habe ich viel Geld in verschiedene Fallbücher investiert. Auch wenn ich das Lernen mit Fällen als absolut notwendig erachte, würde ich rückblickend davon abraten, alle Fallbücher selbst zu kaufen. Denn: Im Regelfall benutzt du diese Bücher ein Mal und danach stehen sie im Regal. Alternativ zum Kauf kannst du selbstverständlich in die Bibliothek gehen, wo du immer die neuesten Auflagen vieler Fallbücher finden solltest. Außerdem gibt es den JuS-Klausurenfinder, bei dem du mit einem Beck-Zugang nützliche Materialien finden kannst.
Ich bin auf eine weitere Alternative gestoßen, für die du weder einen Beck.online-Zugang benötigst, noch Geld ausgeben musst:
Die Saarheimer Fälle sind eine digitale Fallsammlung mit über einhundert Fällen zum öffentlichen Recht. Sie wird von zwei Professoren betrieben. Auf der Website findest du die Fälle nach Rechtsgebieten untergliedert, außerdem ist der Schwierigkeitsgrad angegeben, sowie eine ausführliche Lösung mit Verweisen zur Rechtsprechung.
Eine praktische Übersicht über die relevantesten Fälle und Urteile, inklusive Skizze und Fallösung gibt es auf iurastudent.de in der Kategorie „Leading Cases“.
Kostenlose Vorlesungen
Seit einigen Jahren gibt es viele, durchaus gute, aber leider kostenpflichtige Online-Plattformen, die dir Jura-Stoff beibringen wollen. Ich selbst habe einige davon bereits ausprobiert und war wirklich angetan – nur der Preis, der in den meisten Fällen monatlich zu entrichten ist, hat mich gestört.
Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es auf YouTube ganz umsonst qualitativ hochwertige Vorlesungen gibt.
Martin Fries ist Professor an der LMU und hat seine Vorlesungen hochmodern aufbereitet in seinem Jurapodcast online für jeden zugänglich gemacht. Auf seiner Website findet man Video-Vorlesungsreihen im Privatrecht und übersichtliche Skripten.
Paragraph 31 hat auf seinem YouTube Kanal kurze Videos im Stil einer Vorlesung. Seine Videos gibt es zu den verschiedensten Rechtsgebieten. Besonders Praktisch: Die einzelnen Videos sind thematisch in Playlists sortiert, sodass man sich große Themenfelder ganz unkompliziert Stück für Stück erarbeiten kann.
Kurz Erklärt ist der Podcast von Basti und Kourosh. Neben Interviews nehmen die beiden regelmäßig auch Folgen im Rahmen eines „Examenskurses“ auf. Darin besprechen sie ausführlich, aber immer sehr unterhaltsam, die examensrelevantesten Probleme.
Auch hier ist zu erwähnen, dass du als Student von deiner Uni Bibliothek aus natürlich Zugriff auf juristische Zeitschriften und Online-Datenbanken hast.
Darüber hinaus gibt es jedoch auch einige Zeitschriften, die generell frei im Internet zur Verfügung stehen.
Die Zeitschrift für das juristische Studium (ZJS) erscheint alle zwei Monate neu, mit Aufsätzen zum Privat-, Straf-, und Öffentlichen Recht. Die Artikel können kostenlos aufgerufen und heruntergeladen werden.
Vielleicht warst du schon einmal in der Situation, dass nicht mehr viel Zeit bis zur Abgabe einer Hausarbeit blieb, du aber unbedingt noch mitschreiben wolltest (oder musstest).
In genau dieser Lage habe ich mich in den letzten Semesterferien auch befunden. Ich konnte krankheitsbedingt eine Klausur nicht mitschreiben und musste sie zum Ende der Semesterferien nachschreiben. Nach einer kurzen Regenerationsphase blieb etwas mehr als eine Woche für die Hausarbeit für Vorgerückte in Strafrecht übrig. Diese Zeit habe ich dann vollumfänglich genutzt und – der Transparenz halber – am Ende 6 Punkte erhalten.
Hier sind meine Last-Minute-Tipps für deine Hausarbeit:
Disclaimer: Falls du wenig bis gar kein Vorwissen auf dem Rechtsgebiet besitzt, würde ich dir eher raten, in den nächsten Semesterferien stattdessen zwei Hausarbeiten zu schreiben und dir jetzt die Zeit zu nehmen, überhaupt in das Thema einzusteigen und erst einmal für die Klausuren zu lernen. Falls du jedoch schon einen groben Überblick hast und es dir zutraust: go for it!
Suche dir Hilfe
Dieser Punkt ist keinesfalls ironisch gemeint: Suche dir fremde Hilfe. Zuallererst habe ich sehr viel moralische Unterstützung und Motivation von meinem Umfeld erhalten. Meine FreundInnen haben mir versichert, dass ich die Hausarbeit noch schaffen kann und ich die Zeit trotz dessen, dass ich ziemlich erschöpft war, noch nutzen soll. Außerdem haben mir KommilitonInnen angeboten, bei Nachfragen erreichbar zu sein und meine Hausarbeit auf Rechtschreibfehler etc. zu korrigieren. Ohne diese Unterstützung hätte ich es alleine vermutlich entweder gar nicht oder nur sehr knapp geschafft. Außerdem hat mir die Studierendenplattform Jodel auch ein wenig weitergeholfen, da ich dort Diskussionen anderer KomilitonInnen über die Hausarbeit Wochen später noch nachverfolgen konnte und so wertvolle Schlüsse für mich ziehen konnte. (Unbezahlte Werbung)
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2. Besprich die Lösungsskizze mit KomilitonInnen
Nach einer Blitzrecherche habe ich mich im nächsten Schritt mit KomilitonInnen zusammengesetzt und über unsere Lösungsskizzen diskutiert. So konnte ich sichergehen, dass ich keinen großen Schwerpunkt übersehen habe.
3. Starte keine Planänderungen mehr
Sobald deine Lösungsskizze steht, solltest du die Zeit nutzen, um alles „runterzuschreiben“ und mit Quellen zu belegen. Große Kursänderungen und tagelanges Grübeln über den Sachverhalt werden dir hier wertvolle Zeit stehlen. Bleib bei dem, was du dir vorgenommen hast und schreibe drauf los. Eine andere Lösung gibt es hier nicht.
4. Halte die Form penibel ein
Wenn du inhaltlich bereits wenig Mühe in deine Hausarbeit investieren konntest, sollte dir das bei den Formvorgaben der Dozierenden auf keinen Fall auch noch passieren. Die korrigierende Person wird schnell merken, dass du unter Zeitdruck gearbeitet hast, wenn elementare Standards wie die Nummerierung oder das Literaturverzeichnis nicht ordnungsgemäß angelegt wurden. Hier zählt also definitiv der erste Eindruck. Kauf dir einen neuen Schnellhefter, achte darauf, dass deine Blätter nicht geknickt sind und kontrolliere unbedingt auf Rechtschreibfehler.
5. Bleibe konzentriert, aber ruhig
Dass du in diesen ein bis zwei Wochen nicht viel Freizeit haben wirst, kannst du dir vermutlich denken. Ich habe fast die komplette Bearbeitungszeit in der Bibliothek gesessen und danach zu Hause weitergearbeitet. Was ich aber vermieden habe, war es, mich verrückt zu machen. Auf den letzten Metern wird es dir nichts mehr bringen, dir selbst Vorwürfe zu machen („Wieso habe ich nicht früher angefangen?“) oder dir Horrorszenarien auszumalen („Wenn ich jetzt durchfalle, werde ich das nächste Semester nicht schaffen“). Ich würde dir auch davon abraten, Kaffee und Energy-Drinks in Massen zu konsumieren, weil sie ab einem bestimmten Punkt zu Herzrasen, innerer Unruhe und schlechterer Konzentration führen können. Versuche, trotz allem so viel zu schlafen, wie dein Körper es normalerweise braucht und spare lieber an anderen Ecken Zeit, z.B. könntest du wenig bis gar nicht kochen oder den Wochenputz ausfallen lassen. Das alles kannst du nach der Abgabe immer noch nachholen.
Falls du jetzt also tatsächlich in dieser Lage stecken solltest – halte durch und bleib dran, es lohnt sich!
Empfehlen würde ich diese Taktik dennoch keinem. Sie ist sowohl mental als auch körperlich wirklich eine Herausforderung.
Hast du noch mehr Tipps für eine Last-Minute-Hausarbeit? Dann teile uns das doch gerne auf Instagram über @goldwaagejura mit.
“Ich bin richtig gut in Jura!” ist ein Satz, den wohl die wenigsten Jurastudierenden so von sich geben würden. Im Gegenteil. Die meisten Studierenden haben ein geringes Selbstbewusstsein, was die eigenen Leistungen angeht. Nicht wenige fortgeschrittene Studierende haben sogar das Gefühl, noch fast gar nichts gelernt zu haben (oh hey Impostor-Syndrom).
In diesem Beitrag habe ich deswegen fünf Indikatoren gesammelt, anhand derer ich selbst probiere, meine Leistungen einzuordnen. Vielleicht helfen sie dir ja auch.
*Vorab bleibt aber zu sagen: Es geht im Studium nicht nur um tolle Noten und darum, in der Regelstudienzeit zu bleiben. An vorderster Stelle sollte natürlich Interesse am Fach und vor allem die eigene mentale Gesundheit stehen.
Es ist nicht verwunderlich, dass Studierende bei der Selbsteinschätzung besonders tief stapeln. Anders als in der Schule bekommt man (ausgenommen von Korrekturhinweisen an Klausuren) kaum persönliches Feedback. Stattdessen wird von vielen Professoren regelmäßig betont, wie hoch die Durchfallquote im Examen im letzten Jahr wieder war und dass es für die Prüfungen niemals (!) ausreicht, nur den Vorlesungsstoff zu lernen.
Das kombiniert mit einer, sagen wir, intransparenten Notengebung, macht die Einschätzung wirklich nicht leicht.
Wie du dich trotzdem selbst einschätzen kannst
Dennoch solltest du den Kopf nach einer vergeigten Klausur oder bei Anflügen von Tiefstapelei nicht in den Sand stecken.
1.Noten im Kontext bewerten
Natürlich sind Noten als Indikator nicht zu ignorieren. Wichtig ist nur, sie im Kontext zu beurteilen. Zum einen, weil Noten Momentaufnahmen sind. Wenn du eine Klausur gerade so bestehst, heißt das noch lange nicht, dass du das gelernte Fach kaum verstanden hast. Leider wird oft heruntergespielt, dass Klausurergebnisse mit der persönlichen Tagesform zusammenhängen. Außerdem hängt die Punktzahl immer etwas vom Wohlwollen der Korrigierenden ab.
Vor allem aber ist eine Note alleine noch nicht wirklich aussagekräftig. Hier ein Beispiel:
Du schreibst zwei Klausuren und erzielst jedes Mal vier Punkte. Bei der ersten Klausur liegt der Notendurchschnitt bei 7,0. Bei der zweiten Klausur liegt der Durchschnitt bei 3,0.
Bist du jetzt besser oder schlechter? Schwer zu sagen, denn die Note ist ja dieselbe. Das verdeutlicht, dass eine Note alleine nicht viel aussagt.
2.Zeitraum
Ein weiterer Punkt, der von vielen zur Selbsteinschätzung genutzt wird, ist die Studienzeit. Auch hier bedeutet es nicht, dass wer schnell ist, auch gut ist. Oder wer sich viel Zeit nimmt, leistungsschwach ist.
Aber als Daumenregel gilt: Wenn du ohne große zeitliche Schwierigkeiten deine Zwischenprüfung o.ä. bestanden hast, bist du sehr wohl ein fähiger Jurastudent bzw. eine fähige Jurastudentin.
ProfessorInnen reden oft vom “Juristischen Bauchgefühl”, das sich über die Semester entwickelt. Damit meinen sie die Eigenschaft, unbekannte Sachverhalte intuitiv richtig einzuschätzen – ohne dass du dafür alle Anspruchslagen auswendig können musst. Ein bloßes Systemverständnis löst natürlich noch keine Klausuren, hilft aber, Wissen weiter auszubauen.
4.Vorher/ Nachher
Ich persönlich vergesse oft, wie viel ich im Studium schon bewusst und unterbewusst gelernt habe. Erst im Gespräch mit Nicht-JuristInnen (“Totschlag ist doch fahrlässiger Mord, oder?!”) merke ich, wie viel Grundlagenverständnis ich mir angeeignet habe. Weil der ständige Vergleich mit anderen (Nicht)-JuristInnen aber auf lange Sicht nicht wirklich zielführend ist, hier ein anderer Vorschlag: Versetze dich zurück in dein erstes Semester. Wie viel wusstest du zu diesem Zeitpunkt? Welche Fächer brachten dich besonders zum Grübeln – und wie sieht es jetzt aus? Mit ziemlicher Sicherheit bist du jetzt viele Schritte weiter!
5. Spaß
Natürlich ist das Studium nicht nur spaßig. In meinem Umfeld kenne ich fast niemanden, der nicht mindestens ein Mal darüber nachgedacht hat, aufzuhören.
Wenn du aber grundsätzlich Interesse und Freude an juristischen Themen hast und dich nicht ständig davor graust, die Bibliothek zu betreten, deutet auch das darauf hin, dass du besser bist, als du vielleicht denkst.
Wir hoffen, der Beitrag hat dir gefallen. Schreibe uns gerne deine Meinung auf Instagram @goldwaage.jura. Falls du gerade noch nach etwas mehr Motivation suchst, lies dir doch den Artikel „Sechs Strategien, dich wieder für Jura zu begeistern“ durch.
Im August stellen wir euch Kafkas „Der Prozess“ für den Legal Bookclub vor.
Der Bankangestellte Josef K. wird eines Morgens von Wächtern in seinem Haus geweckt, die ihm verkünden, dass er von nun an verhaftet sei und ein Strafprozess gegen ihn laufen würde. K. versucht daraufhin angestrengt, herauszufinden, auf welcher Grundlage er verhaftet wurde und wie er einer Verurteilung entkommen kann. Trotz seiner Verhaftung bleibt K. auf freiem Fuß und erlebt allerlei sonderbare Momente auf dem Weg zur Wahrheitsfindung.
Dieser Roman ist anders als die bisher von uns vorgestellten, da er sich gewissermaßen in einer Parallelwelt abspielt, die LeserInnen sowohl verwirrt als auch nachdenklich stimmt.
Oft bleibt das Gefühl zurück, dass Kafka mehr Fragen aufwirft, als er beantworten kann. Sein Roman lebt von dem Unausgesprochenen und dem Mysterium, das Kafka hinterlässt.
Faszinierend fand ich die sprachliche und kulturelle Reise in die Vergangenheit, auf die man sich beim Lesen dieses mehr als einhundert Jahre alten Buches begibt. „Der Prozess“ lebt von der Interpretation jeder lesenden Person – ob man das Werk als Gesellschaftskritik oder als ein sehr persönlich, fast schon autobiografisch angelehntes Werk Kafkas verstehen möchte.
„Das Gericht will nichts von dir. Es nimmt dich auf, wenn du kommst, und es entlässt dich, wenn du gehst.“
Sich komplett frei nehmen – ein Luxus der Jurastudierenden oft nicht vergönnt wird. Kaum ist das Semester vorbei stehen Prüfungen, Praktika und Hausarbeiten an.
In diesem Post will ich dir vier Tipps geben, wie du deine Vorlesungsfreie Zeit trotzdem genießen kannst.
Feste Arbeitszeit bestimmen
Das klingt zunächst widersprüchlich, hilft aber ungemein. Lege Zeiten fest, in denen du arbeitest und vor allem auch Zeiten, in denen du nicht arbeitest.
Du kannst beispielsweise die Vier-Stunden-Technik benutzen, dir freie Tage fest einplanen oder täglich nicht länger als bis 16:00 arbeiten. Dadurch vermeidest du Überarbeitung und vergisst nicht, deine Semesterferien auch zu genießen.
Wer sagt, dass du immer verreisen musst, um einen unvergesslichen Sommer zu haben? Manchmal erwarten dich tolle, abwechslungsreiche Erlebnisse direkt vor deiner Haustür.
Wie wäre es zum Beispiel mit einem Besuch der Familie, einem Picknick im Park, einem Ausflug ins Schwimmbad/ Museum/ Kino, einer Kanu-Tour, einem Open-Air-Konzert, einer Grillparty mit FreundInnen oder einen paar Stunden mit einem guten Buch in einem Café?
Gib die Hausarbeit ab
Besonders zu Beginn des Studiums ist die Verlockung groß, über die gesamten Semesterferien eine Hausarbeit zu verfassen. Das Problem: Bei effizienter Arbeit braucht kein Studierender so viel Zeit – wer dennoch die Abgabe herauszögert, hat ständig eine Deadline im Hinterkopf und kann nie richtig abschalten. Besser ist aus meiner Sicht deswegen: Entweder früh mit der Bearbeitung anfangen und dann einige Wochen vor der Abgabefrist abzugeben – oder etwas später mit der Bearbeitung anzufangen und dafür ein paar Wochen abzuschalten.
Mach mal nichts
Kennst du das Gefühl, beim Nichtstun deine Zeit zu verschwenden? Ich selbst erwische mich regelmäßig dabei, mir eine To-Do-Liste für ein eigentliche freies Wochenende zu erstellen. Kaum habe ich nichts vor, fällt mir ein: Der Tiefkühler muss abgetaut, der Kleiderschrank aussortiert, die Oma angerufen und das Fahrrad aufgepumpt werden.
Mein Tipp: Solche Kleinigkeiten können sich schnell ansammeln und wieder für Alltagsstress sorgen. Wer richtig abschalten will, sollte deswegen entweder einen “Admin-Day” einführen, an dem einmal alle dieser Aufgaben in einem Rutsch erledigt werden- oder Fünfe gerade sein lassen und die Erledigung dieser Kleinigkeiten auf unbestimmte Zeit vertagen.
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